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Frankfurt Skyliners : Nur nicht kleinmachen lassen

Not macht erfinderisch: Frankfurts Trainer Sebastian Gleim holt aus dem Kader alles raus. Bild: dpa

Die finanzielle Lage bereitet den Skyliners Sorgen. Damit verbunden fehlt es im Kader an nötiger Größe. Dennoch wollen sich die Frankfurter beim Pokalturnier in Vechta behaupten.

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          Der größte Frankfurter Basketballprofi ist Neuzugang Kamari Murphy mit 2,06 Meter. An ihn reicht vom aktuell zur Verfügung stehenden Stammpersonal der Skyliners nur Centerkollege Michael Kessens (2,05 Meter) heran. Der Rest der Bundesliga-Mannschaft reißt die zwei Meter-Marke vor dem an diesem Sonntag (15.00 Uhr bei Magenta Sport) mit dem Spiel gegen Göttingen beginnenden Pokalturnier in Vechta nicht.

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          Jörg Daniels
          Redakteur in der Sportredaktion

          Trotz fehlender Größe im Kader sind die Skyliners nicht bereit, sich im sportlichen Wettbewerb kleinzumachen. Sie haben für sich einen Ausweg gefunden: „Kompensieren wollen wir das dadurch, dass wir größer spielen, als wir sind. Wir spielen mit kleineren Spielern auf größeren Positionen“, brachte es Cheftrainer Sebastian Gleim auf den Punkt. So werde sich Kapitän Quantez Robertson mit seinen 1,88 Meter auch auf der großen Position vier behaupten müssen. Von seinen Spielern fordert Gleim, „sich auf den großen Positionen gegenseitig auszuhelfen. Wir werden alle zusammen beim Rebound arbeiten und ausboxen müssen.“ Ausreden lässt er höchstens im Aufeinandertreffen mit dem deutschen Meister Alba Berlin gelten. „Auf der Position drei ist Alba so groß wie wir auf der Fünf. Da werden Rebounds runterfallen, die wir vielleicht gar nicht holen können“, glaubt Gleim.

          Begrenzte Möglichkeiten

          Aus finanziellen Gründen werden die Skyliners mit ihren begrenzten Möglichkeiten in der Bundesliga keine große Rolle spielen können. Deshalb müssen sie versuchen, aus wenig viel zu machen. Jeder muss sich strecken. „Wir haben uns bewusst dafür entschieden, auf den Guard-Positionen eine hohe Qualität haben zu wollen.“ Gleim setzt auf den neuen Spielmacher Emmanuel Lecomte aus Belgien, der nach mehrmonatiger Spielpause aber seine Spielfitness zurückerlangen muss. Den Aufbauspieler Matt Mobley plant der Trainer als Punktegaranten ein. „Geschwindigkeit, viel Druck am Ball und abseits des Balls sowie das Zustellen von Passwegen – wir müssen die Dinge nutzen, die wir haben“, sagt Gleim. „Das können die größeren Mannschaften vielleicht nicht so gut.“ Zum Matchplan der Skyliners gehört auch, dass die großen Spieler auf den kleineren Positionen aushelfen. Das muntere Wechselspiel auf dem Feld setzt ein funktionierendes Kollektiv voraus, in dem sich kein Spieler zu schade sein darf, sich vorbehaltslos in den Dienst der Mannschaft zu stellen.

          „Bei uns ziehen alle sehr gut mit. Einstellung und Intensität stimmen“, findet der 1,99 Meter große Center Marco Völler. Dem ersten Härtetest unterziehen sich die Frankfurter beim Pokalturnier, bei dem sie in ihrer Gruppe außerdem auf die Gießen 46ers (24. Oktober) und Rasta Vechta (25. Oktober) treffen werden. „Wir haben Gegner, die wir schlagen können und wollen.“ Ihre Gruppe biete den Skyliners „viele Chancen“, sagt Gleim. In der Spielstätte des Ligarivalen Vechta wollen sich die Frankfurter für das Final Four-Turnier im Pokal Anfang November in München qualifizieren. Dafür müssen sie Gruppensieger werden.

          Wirtschaftlicher Verlust

          Und was machen die wirtschaftlichen Verluste der Skyliners in Zeiten der Corona-Pandemie? Trotz aller Widrigkeiten und Unwägbarkeiten ist Gunnar Wöbke guter Hoffnung, die zurückliegende Spielzeit mit einer schwarzen Null abschließen zu können. Voraussetzung dafür sei der Erhalt „des Ticketzuschusses durch den Bund“, so der Geschäftsführer. Noch steht in der „extrem komplizierten“ Angelegenheit aber nicht fest, wie groß die Summe sein wird, die der Klub für den Ausfall der Ticketeinnahmen erhalten könnte. Der Maximalbetrag wäre 800.000 Euro.

          Als die Bundesligasaison im vergangenen März aufgrund der Corona-Krise abgebrochen werden musste, drohte ein Minus in siebenstelliger Höhe. „Diesen Betrag haben wir vierteln können“, sagt Wöbke. Auch dadurch, dass die Regressforderungen von Sponsoren wegen der unerwartet hohen Medienreichweite beim Meisterschaftsturnier in München auf ein Minimum reduziert worden seien. „Wir kommen hoffentlich mit einem blauen Auge davon.“ Nach heutigem Stand werde das Skyliners-Budget für diese Spielzeit laut Wöbke um „30 Prozent geringer“ ausfallen. „Für alle Beteiligten wird diese Saison extrem herausfordernd. Es werden Spiele abgesagt werden. Und so und so viele Mannschaften werden Corona-Fälle haben.“

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