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Geschäftsführer der Skyliners : „Die Stadtarena wird kommen“

Bild: Picture Alliance

Gunnar Wöbke, Geschäftsführer und Gesellschafter der Fraport Skyliners, spricht über die Abstiegsgefahr sowie die Aufstiegschancen des Profi-Basketballs und den Bau einer „grünen“ Halle am Kaiserlei.

          5 Min.

          An diesem Sonntag (15.00 Uhr bei MagentaSport) spielen die Fraport Skyliners gegen die Bayern. Wie weit haben sich die Bayern sportlich und wirtschaftlich von den Skyliners entfernt?

          Jörg Daniels
          Redakteur in der Sportredaktion

          Die wirtschaftliche Stärke der Bayern mit einem Vor-Corona-Etat von mehr als 20 Millionen Euro spiegelt sich auch im Sportlichen eins zu eins wider, wobei das zum Glück keine Garantie auf Titelgewinne ist. Sie sind aufgrund ihrer wirtschaftlichen Power aber jedes Jahr der Topfavorit auf die deutsche Meisterschaft und den Pokalsieg. Wir hingegen spielen mit unserem Budget aus der deutlich unteren Tabellenhälfte meist auch in dieser, was aber keine Entschuldigung sein darf. Es kommt darauf an, dass man immer das Beste aus seinen jeweiligen Möglichkeiten macht und niemals aufgibt. Nur so konnten wir die Titel, die wir geholt haben, gewinnen. Wir hatten nie das höchste Budget und sind trotzdem Pokalsieger, deutscher Meister und Europapokalsieger geworden. Das ist unsere DNA.

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          Können die Skyliners mit einer neuen Multifunktionsarena die Bayern irgendwann einholen?

          Ja, sportlich, selbst wenn wir gegebenenfalls nicht ganz an das Budget kommen werden, was Bayern München Basketball hat.

          Wie soll das gehen?

          Weil wir überzeugt sind, dass wir es hinbekommen, sportlich wieder in Deutschland und auch Europa top zu werden, haben wir der Stadt Frankfurt im September 2020 das Angebot unterbreitet, durch uns finanziert zu prüfen, wie am Kaiserlei eine moderne, grüne Stadtarena unter städtebaulichen und architektonischen sowie finanziellen Aspekten zu erstellen ist, damit sie den Profisportteams und den Kulturschaffenden eine dauerhafte Heimat bietet. Diese Untersuchung wurde bisher weder von den vermeintlichen Bietern der gescheiterten Ausschreibung noch von der Stadt durchgeführt. Wenn die politischen, wirtschaftlichen und baurechtlichen Rahmenbedingungen stimmen, haben wir ferner versprochen, bis Herbst 2025 eine nachhaltige, den vielfältigen öffentlichen Bedürfnissen entsprechende moderne grüne Stadtarena zu realisieren. In der Stadt, leicht erreichbar – idealerweise zu Fuß oder mit dem Rad. Die Arena am Kaiserlei steht sinnbildlich für den Aufbruch in Frankfurt, eine moderne, smarte und lebenswerte Stadt zu entwickeln.

          Wer soll das finanzieren?

          Wir werden unsere grüne Stadtarena als Frankfurter, mit Frankfurtern, für die Bürger Frankfurts und Offenbachs bauen. Sie wird rund 150 Millionen Euro kosten, wir haben einen geprüften Businessplan sowie ein Finanzierungskonzept. Die Sportstadt Frankfurt hat diese Stadtarena am Kaiserlei verdient. Wir trauen uns zu, sie zu bauen und erfolgreich zu betreiben.

          Aktuell kommen wenige Begeisterte zu den Heimspielen der Fraport Skyliners.
          Aktuell kommen wenige Begeisterte zu den Heimspielen der Fraport Skyliners. : Bild: Picture Alliance

          Unter welchen Bedingungen können die Skyliners zu einem leistungsstarken Euroleague-Team werden?

          Voraussetzung ist, dass wir wie die Fußballklubs Eintracht Frankfurt, Bayern München und Borussia Dortmund den Betrieb der Stadtarena selbst in der Hand haben. Entweder in alleiniger Verantwortung oder mit einem starken Partner, der dieselbe Interessenlage hat wie wir. Es geht darum, ein Betreibermodell zu errichten, durch das die erwirtschafteten Erträge zum größtmöglichen Teil wieder in den Sport und die Kultur in Frankfurt reinvestiert und nicht an Investoren abgeführt werden. Sonst ergeht es uns wirtschaftlich schnell wie zum Beispiel Eintracht Frankfurt vor Übernahme der Stadionbetriebsgesellschaft. Oder noch extremer, dem Eishockeyklub Hamburg Freezers oder dem HSV Handball. Die Arena in Hamburg unter dem Eigentümer AEG hat eben nicht die Plattform geschaffen, auf der regionaler Sport auf höchstem Niveau ohne Mäzenatentum wachsen kann. Kosten für die Halle und Spielbetrieb, Sponsorenkonflikte, Konflikte bei der Vermarktung von VIP-Angeboten, fehlende Beteiligungen an wesentlichen Einnahmeströmen, fehlende Unterstützung der Kommunikation haben im Ergebnis dazu geführt, dass die Teams es nicht geschafft haben, sich kostendeckend in der jeweils höchsten Spielklasse zu entwickeln, sondern den Betrieb einstellen mussten. AEG hat Konzerte und anderen Eventbetrieb forciert und agiert profitabel weiter im Markt, jetzt nur ohne regionalen Sport. Jeder andere Investor ohne lokale Verbindung wird dies genauso machen. Das möchten und werden wir der Sportstadt Frankfurt nicht zumuten.

          Ist Ihr Plan, dass die Halle am Kaiserlei 2025 steht, haltbar?

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