https://www.faz.net/aktuell/sport/rhein-main-sport/frankfurt-skyliners/frankfurts-basketball-team-fraport-skyliners-bekommt-neuen-kapitaen-18352002.html

Frankfurt Skyliners : Wank ist der neue Leader

Der Mann mit der Nummer 0: Lukas Wank am Ball Bild: Huebner

Die Frankfurt Skyliners starten in Bayreuth in die neue Saison. Mit einem neuen Anführer im Team von Trainer Geert Hammink: Der abgelöste langjährige Kapitän war in den Plan eingeweiht.

          2 Min.

          In diesem Rollenspiel hat die Mannschaft der Fraport Skyliners unter Bedrängnis die Ruhe bewahrt. In der Vorwoche ließen sich die Frankfurter Basketballprofis in einen Escape-Room einsperren. Sie lösten die ihnen gestellten Aufgaben und schafften es rechtzeitig ins Freie.

          Jörg Daniels
          Redakteur in der Sportredaktion

          Mitinitiator des spannenden Gemeinschaftserlebnisses war Lukas Wank, der neue Kapitän des Bundesligaklubs, der nur mit einer Wildcard in der Spielklasse geblieben ist. Der 25 Jahre alte Wank löst in der Führungsposition den 37-jährigen Quantez Robertson ab, den dienstältesten Spieler der Liga.

          Ära geht zu Ende

          Der Amerikaner, der seit 2009 bei den Skyliners unter Vertrag steht und sich große Meriten am Main erworben hat, geht wohl in seine letzte Erstligasaison – der Verlust seines Postens ist ein Zeichen dafür, dass sich Robertsons Ära in Frankfurt dem Ende zuneigt.

          Beim ersten Teamdinner hatte der neue Trainer Geert Hammink Wank gefragt, ob er Kapitän werden wolle. Der Niederländer räumte Wank Bedenkzeit ein, aber der Aufbau- und Flügelspieler sagte „sehr resolut“ (Hammink) sofort zu. In der deutschen Liga wollte der Headcoach einen deutschen Spieler in dieser Rolle. Ohne zu wissen, was auf ihn zukommt, hatte sich Wank schon in der Sommerpause „gewünscht“, seine Aufgabe zu vergrößern.

          Er dachte an die Rolle des „Ko-Kapitäns“. Nun hat er die alleinige Verantwortung. Wank war es wichtig, dass Robertson die Entscheidung mitträgt. Das langjährige Aushängeschild des Vereins hatte Hammink vorab in seinen Plan eingeweiht. „Für Tez war die Wahl absolut in Ordnung“, berichtet der Trainer.

          Fehlendes Zusammengehörigkeitsgefühl

          Wank, der mit den Skyliners an diesem Freitag (20.30 Uhr) in der neuen Spielzeit in Bayreuth antritt, weiß, was in der Abstiegssaison alles schiefgelaufen ist. Ein großes Manko war offenbar das fehlende Zusammengehörigkeitsgefühl, es kam zu Grüppchenbildungen. Bedingt wurde die nicht leistungsfördernde Teamchemie durch viele Personalwechsel. „Heute ist die Stimmung viel besser auf dem Parkett und in der Umkleide“, sagt Wank.

          Die Spieler blieben nach dem Training zusammen und würden miteinander reden. Wank gefällt das neue Team „sehr gut“. Zum ersten Mal nach der Meisterschaftssaison 2003/2004 beschäftigen die Skyliners nur zwei Amerikaner, Spielmacher J. J. Frazier ist der andere. Die drei Litauer, der Guard Laurynas Beliauskas, der Center Martinas Geben und der Flügelspieler Einaras Tubutis sowie der aktuell verletzte niederländische Center Matt Haarms besetzen die weiteren Ausländerpositionen. „Wir sind diesmal eher europäisch geprägt, auch das gefällt mir sehr gut, es ist einfach eine etwas andere Atmosphäre“, meint Wank.

          Diese Wohlfühlatmosphäre soll dazu beitragen, dass sich die Skyliners von den Abstiegsplätzen fernhalten. Die Verantwortlichen hätten der Mannschaft „keine Platzvorgabe“ mitgegeben. „Allerdings ist es natürlich keine Option, die Liga nicht zu halten“, betont Geschäftsführer Yannick Binas. Die in Rechnung gestellten 700.000 Euro für den Erhalt der Wildcard habe der Klub bereits „komplett überwiesen“, er hätte sich den Betrag auch auf zwei Spielzeiten aufteilen können. „Schmerzen wird die Wildcard noch lange“, gibt der geschäftsführende Gesellschafter Gunnar Wöbke zu.

          „Große Teile der Wildcard-Gebühr“ (Binas) tilgten die Skyliners aus ihrem Eigenkapital, das sie nun „so schnell wie möglich“ wieder aufbauen wollen. Trotzdem habe es der Klub geschafft, „unser Spielerbudget nicht verkleinern zu müssen und das Niveau der Vorsaison zu halten“, sagt Binas. Für Hamminks Basketball-Philosophie des schnellen Spiels nach der Devise „Move, move, move“ sei der Kader „spannend zusammengestellt“.

          Frankfurts Sportmanager Marco Völler ist sich „sicher, dass wir in dieser Saison besseren und erfolgreicheren Basketball spielen werden“. Auch Wank (6,1 Punkte in der Vorsaison pro Spiel), der auf 14 Länderspiele kommt, zuletzt aber nicht zum Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft gehörte, kann sich steigern. Die Anführerrolle soll ihn beflügeln. „Ein guter Kapitän führt nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten“, sagt er.

          Weitere Themen

          DFB und Oliver Bierhoff trennen sich

          Nach WM-Debakel in Qatar : DFB und Oliver Bierhoff trennen sich

          Oliver Bierhoff verlässt den Deutschen Fußball-Bund. Der ursprünglich bis in das Jahr 2024 laufende Vertrag mit dem DFB-Direktor wurde vorzeitig aufgelöst. Über die Nachfolge sollen nun die DFB-Gremien beraten.

          Topmeldungen

          Als DFB-Direktor mitverantwortlich für die Nationalmannschaft: Oliver Bierhoff

          Nach WM-Debakel in Qatar : DFB und Oliver Bierhoff trennen sich

          Oliver Bierhoff verlässt den Deutschen Fußball-Bund. Der ursprünglich bis in das Jahr 2024 laufende Vertrag mit dem DFB-Direktor wurde vorzeitig aufgelöst. Über die Nachfolge sollen nun die DFB-Gremien beraten.
          Migranten im Oktober 2022 auf den Bahngleisen in der Nähe der Grenze zwischen Serbien und Ungarn.

          EU-Aktionsplan zum Westbalkan : Viel Aktion, wenig Plan

          Die tieferen Ursachen der Migrationswelle über den Balkan haben mit dem Balkan wenig zu tun. Der Aktionsplan der EU-Kommission wird deshalb nicht der letzte gewesen sein.
          Guter Tag für Porsche: VW- und Porsche-Chef Oliver Blume (links) und Porsche-Finanzvorstand Lutz Meschke beim Börsengang Ende September in Frankfurt

          Fast Entry : Porsche steigt in den Dax auf

          Eine sehr gute Kursentwicklung seit dem Börsengang lässt die Porsche AG sogleich in den Dax springen. Nur noch zwei Autohersteller auf der Welt sind wertvoller.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.