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Frankfurt Skyliners : Mit neuer Energie in die Nervenschlacht

  • -Aktualisiert am

Gibt wieder klar die Richtung vor: Pascal Roller, Spielmacher der Frankfurt Skyliners Bild: Wonge Bergmann

Die Frankfurt Skyliners sind von Trainer Herbert in den Play-offs der Basketball-Bundesliga meisterlich auf Alba Berlin eingestellt worden. Kapitän Pascal Roller findet wieder zu alter Stärke. Die Mannschaft hat das Halbfinale vor Augen.

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          Nach der kommenden Basketballsaison wird Pascal Roller seine Karriere voraussichtlich beenden. Noch weiß der Spielmacher der Frankfurt Skyliners nicht, welcher Aufgabe er sich dann widmen wird. Gut möglich, dass der Dreiunddreißigjährige die Trainerlaufbahn einschlägt. Denn wie kein anderer Spieler seines Teams versetzte sich Roller nach dem 76:63- Heimsieg über Alba Berlin in die Rolle des gegnerischen Trainers Luka Pavicevic. „Zweimal hat Berlin im Viertelfinale das Gleiche gespielt, zweimal hat es nicht funktioniert“, sagt der frühere Nationalspieler. „Deshalb muss Luka Pavicevic jetzt überlegen, ob er womöglich Grundlegendes ändert oder ob er mit seiner Mannschaft nur an Details feilt.“ Auf das Ergebnis an diesem Sonntag (17 Uhr), wenn die Frankfurter zum dritten Play-off-Duell in Berlin antreten, ist Roller gespannt - „vielleicht stellen die Berliner ja ihr System um und machen Dinge, die sie zuvor noch nicht getan haben“, sagt der Point Guard.

          Im Aufeinandertreffen mit dem achtmaligen deutschen Meister gehört Roller zu den Profis mit der größten Play-off-Erfahrung. Er war dabei, als Frankfurt 2004 deutscher Meister wurde. Spannender konnten es die Skyliners damals nicht machen: Jede Play-off-Partie wurde erst im finalen fünften Durchgang entschieden; Frankfurt hatte am Ende 15 Spiele absolviert, bis der erstmalige Titelgewinn feststand. In den Nervenschlachten kann man Roller also nichts mehr vormachen. Der Denker und Lenker auf dem Feld kennt die Dramaturgie - und die Fallen, die auf dem Weg in die nächste Runde lauern. „In einer Serie lernen sich beide Teams immer besser kennen. Irgendwann gibt es dann keine Geheimnisse mehr“, sagt der Skyliners-Kapitän. „Dann hängt alles nur noch davon ab, wer mehr Biss und Energie hat. Wenn man nicht mehr taktieren kann, will der eine oder andere aber zu viel und übertreibt.“

          Einzug ins Halbfinale vor Augen

          Noch rechnet Roller mit Überraschungen durch die Berliner. Wenn nicht, spricht einiges für einen neuerlichen Erfolg der Skyliners, der den überraschenden Einzug in das Halbfinale bedeuten würde. Schließlich sind sie von ihrem Trainer Gordon Herbert meisterlich auf Alba eingestellt worden. Deren Pick and Roll Offense, das Zusammenspiel der Spielmacher mit den Centern, aus dem viele Wurfoptionen resultieren, stellte die Berliner während der Hauptrunde oft vor ein Rätsel. Frankfurt hingegen ist fast perfekt auf die Systeme vorbereitet. Es ist den Skyliners gelungen, die Berliner Distanzschützen aus dem Spiel zu nehmen. 36,9 Prozent - so lautete die Trefferquote von Alba in der Hauptrunde. Nun ist sie auf 29,2 Prozent gesunken. Die Distanzschützen auf den Flügeln erfolgreich gestört zu haben sei ein „wichtiger Schlüssel zum Erfolg“, sagt Roller.

          Mit dem Berliner Steffen Hamann konkurrierte der Skyliners-Kapitän einst in der Nationalmannschaft um die Position des Spielmachers. Nach der zweiten Niederlage von Alba im zweiten Spiel war Hamann beeindruckt von der Raffinesse des Frankfurter Headcoachs: „Der Trainerwechsel bei den Skyliners war nicht so gut für uns.“ Herbert verfügt über großes psychologisches Geschick. Er vermittelte Bankspielern wie Dominik Bahiense de Mello und Greg Jenkins neues Selbstbewusstsein. Das Ergebnis dieser mentalen Aufbauarbeit: Anders als unter Trainer Murat Didin bedienen sich die Hessen einer tiefen Rotation. Auch Roller kann sich der Unterstützung von Herbert sicher sein. Als der Point Guard am Donnerstag Schwierigkeiten hatte, ins Spiel zu kommen, und ihm viele Fehlwürfe unterliefen, ging Herbert zu seinem Kapitän und klopfte ihm mehrmals aufmunternd auf die Schulter. Zuspruch, der Roller guttat. „Wenn man Führungsspieler ist, ist es zwingend, vom Trainer Vertrauen und Verantwortung übertragen zu bekommen.“

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