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Frankfurt Skyliners : Maximal 20 Prozent Auslastung

Sehenden Auges ins Minus: Gunnar Wöbke will Spiele mit Fans, auch wenn sie nicht die Kosten decken. Bild: dpa

Die Frankfurt Skyliners können sich über Spiele in der Ballsporthalle freuen – aber Zahltage fallen aus. Schon jetzt steht fest, dass auf der Einnahmeseite eine veritable Lücke klaffen wird.

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          In Zeiten ohne die Corona-Pandemie wäre der 15. November ein lukrativer Zahltag für die Fraport Skyliners. In seinem ersten Saisonheimspiel empfängt der Basketball-Bundesligaverein am zweiten Spieltag den Klub mit der größten Zugkraft im nationalen Wettbewerb neben dem deutschen Meister Alba Berlin: Bayern München.

          Jörg Daniels
          Redakteur in der Sportredaktion

          Die Ballsporthalle mit ihren gut 5000 Plätzen wäre am dritten Sonntag im November sicherlich bis auf den letzten Sitz gefüllt gewesen. Doch aus dem Geschäft wird nichts, bereits heute steht fest, dass auf der Einnahmenseite eine veritable Lücke klaffen wird. Denn aufgrund der Vorgaben durch die Politik ist Hallensport aktuell mit bis zu 1000 Zuschauern oder bis maximal 20 Prozent Auslastung der Hallenkapazität gestattet – vorausgesetzt, die infrastrukturellen Bedingungen dafür sind gegeben und das Infektionsgeschehen lässt das zu. In Frankfurt wären demnach 1000 Basketballanhänger die Obergrenze bei einem Heimspiel. Immerhin: Ihnen Zutritt zu gewähren würde im Hinblick auf die Ausstattung der Ballsporthalle kein Problem darstellen.

          Das vom Sportamt der Stadt Frankfurt für die Ballsporthalle aufgestellte Hygienekonzept sei „sehr schlüssig. Es sieht alles gut aus“, sagte Christian Dachs, der Leiter Veranstaltungen bei den Skyliners, am Dienstag dieser Zeitung. Einen Tag davor hatte der Klub das Hygienekonzept erhalten, am Montag erfolgte zudem eine Begehung der Halle mit den Verantwortlichen.

          Die Frankfurter Arena bietet zahlreiche Vorteile, um die Sicherheit der Anwesenden zu gewährleisten. So sorgt das bestehende Lüftungssystem mit seiner großen Effizienz dafür, dass sich „keine alte mit neuer Luft vermischt“, wie es Geschäftsführer Gunnar Wöbke ausdrückt. „Die Luft wird über den Boden abgesaugt, und von oben wird immer 100 Prozent Frischluft zugeführt.“ Errichtet wurde die Ballsporthalle vom Frankfurter Architekten Zvonko Turkali im Jahr 1988. Vom Alter her betagte Hallen haben im Gegensatz zu vielen neuen Arenen den Vorteil, dass das Lüftungssystem mit Umluftsystemen die Luft komplett austauscht.

          Die vielen Zugänge zur Ballsporthalle auf allen vier Seiten sind ebenfalls hilfreich. Im Fall von 1000 zugelassenen Zuschauern werden die Skyliners nach jetzigem Stand die sechs Türen an der Haupteingangsseite der Halle öffnen. „Wir arbeiten mit zwei Sektoren für zweimal 500 Zuschauer“, kündigt Dachs an. In die Karten spielt den Skyliners außerdem der vorhandene Hallenumlauf im Innern der Arena, „dadurch verteilen sich die Zuschauer“. Bei einer Auslastung von 20 oder 30 Prozent der Hallenkapazität sei die Arena seiner Einschätzung nach „ein Gedicht. Man kann richtig sorgenfrei an die Thematik herangehen“, sagte Dachs. Für den Fall, dass 1500 oder 2000 Zuschauer in die Halle dürften, könne man überlegen, „ob man die Bereiche von zwei auf vier Sektoren aufteilt“.

          Ihre Dauerkartenbesitzer haben die Skyliners informiert. Von ihnen bekommen sie die Rückmeldung, wer auch in Zukunft von seiner Karte Gebrauch machen will. Alle Tickets werden personalisiert sein. In der Halle wird eine Maskenpflicht bestehen. Bayern München zum Beispiel will spezielle und einheitliche OP-Masken an jeden Zuschauer verteilen. Wie es Frankfurt handhaben wird, steht noch nicht fest. Klar ist auf jeden Fall, dass Masken vorhanden wären, falls Zuschauer sie vergessen würden. Schlangen vor der Halle sollen nicht entstehen. Im Prinzip wird es vom Parkplatz bis zum Sitzplatz in der Halle Regeln geben. Für Gruppen wie aus einem Haushalt soll es möglich sein, auf der Tribüne zusammensitzen zu können. Die Laufwege auf der Ebene des Spielfelds sowie im Kabinengang müssten noch „angepasst werden“, sagte Dachs. Fest steht, dass sich Spieler und VIP-Gäste wie in der Vergangenheit nicht mehr im Kabinengang begegnen werden. Das gilt auch für die Schiedsrichter.

          Weil die Bundesliga-Mannschaft der United Volleys Frankfurt im Oktober in die Saison startet und zwei Begegnungen in der Arena austragen wird – eine davon am 11. Oktober im Supercup gegen den deutschen Pokalsieger Berlin Volleys –, werden die Skyliners die von den Volleyballspielern gemachten Erfahrungen gegebenenfalls in ihre Planungen miteinbeziehen.

          Mit 1000 Zuschauern in der Ballsporthalle könnten die Skyliners „vermutlich nicht kostendeckend“ arbeiten, sagte Wöbke. „Aber wenn wir 1000 Zuschauer reinlassen können, werden wir sie auch reinlassen – selbst wenn es sich nicht rechnen würde.“

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