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Frankfurt Skyliners : Erfolgreich in der Bundesliga und in Schulturnhallen

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Auf dem Sprung: Im Halbfinale erwiesen sich die Skyliners (in blauen Trikots) als die besseren Korbjäger Bild: dpa

Die Frankfurt Skyliners dringen auf den Bau einer Halle für 10 000 Zuschauer. Die Auslastung der momentanen Halle liegt bei mehr als 90 Prozent – und die Einnahmen aus Ticketverkäufen machen einen nicht unerheblichen Teil des bei rund 3,5 Millionen Euro liegenden Etats aus.

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          „Finale, oh, oh!“ Die Gesänge der 100 nach Bremerhaven mitgereisten Fans erfüllten am Donnerstagabend die Stadthalle, den Schauplatz des Sieges über die Eisbären Bremerhaven, den die Basketballprofis der Frankfurt Skyliners gerade errungen hatten. 56:52 hatten sie die Norddeutschen im entscheidenden Spiel der Play-offs der Bundesliga geschlagen. Damit stehen sie zum dritten Mal in ihrer Vereingeschichte im Finale. Schon an diesem Sonntag wird das erste Spiel bei den Baskets in Bamberg ausgetragen.

          In Bremerhaven feierten die Fans ihre Helden noch spät in der Nacht, als sie sich im Bus auf den Heimweg machten. In Frankfurt sind die Skyliners aber auch im übertragenen Sinn längst angekommen. 1999 zogen sie mit einer Lizenz des damaligen Bundesligaklubs Rhöndorf in die Stadt der Banken. Dort haben die Männer um die Gesellschafter Thomas Kunz und Gunnar Wöbke schnell Maßstäbe gesetzt. Zunächst hatten sich die Finanzkonzerne eher spröde gezeigt, was die Zusammenarbeit mit Sportteams aus der Stadt betraf. Bis 2005 die Skyliners und die Deutsche Bank zusammenfanden. Danach erfreuten sich die Frankfurter WM-Arena, das Stadion am Bornheimer Hang, der Frankfurt-Marathon und die erstklassigen Fußballfrauen des 1. FFC Frankfurt der Unterstützung aus der Branche.

          Viele Freunde in der Stadt

          Akzente setzt der Klub in vielerlei Hinsicht. Sportlich ohnehin. Das beste Jahr für den hessischen Profiklub war bislang 2004, als die Skyliners unter Trainer Gordon Herbert den Titel gewannen. Im Jahr danach scheiterten sie erst im Endspiel – Trainer war damals schon Murat Didin, der den Verein dann vorzeitig verließ und 2009 zurückkehrte. Jetzt ist Didin beurlaubt, Herbert wieder Trainer.

          Der Klub hat viele Freunde gefunden in der Stadt. Die Ballsporthalle, in der die langen Jungs von Headcoach Herbert ihre Heimspiele austragen, ist konstant gut besucht, wenn es dort Basketball zu sehen gibt. Mehr als 4000 Fans sind meistens in der 5000 Plätze bietenden Arena, nicht selten ist sie ausverkauft. Die Beliebtheit freut Wöbke, der Gesellschafter und Geschäftsführer des Klubs ist. Auf der anderen Seite stellt sie den Verein vor Wachstumsprobleme. Die Auslastung der Halle liegt bei mehr als 90 Prozent – und die Einnahmen aus Ticketverkäufen machen einen nicht unerheblichen Teil des bei rund 3,5 Millionen Euro liegenden Etats aus. „Wir können keine VIP-Karte und kein Businessticket mehr verkaufen“, sagt Wöbke. „Alle Programme und Banden sind ausverkauft. Wir haben nicht eine Loge zu verkaufen. Könnten wir nur 300 VIP-Tickets mehr anbieten, wäre das eine Einnahme in Höhe von einer Million Euro. Darin liegt am Ende die Musik, um das Budget zu erhöhen.“

          Traum von einer Multifunktionsarena

          Deshalb hatte Wöbke lange einen Traum – den von einer Multifunktionsarena, welche die Hessen anstelle der in die Jahre gekommenen Ballsporthalle gemeinsam mit den Eishockeyspielern der Frankfurt Lions und den Handballern der HSG Frankfurt Rhein-Main nutzen könnten. 12 000 Plätze, moderne Infrastruktur, VIP-Logen, Catering, Businessplätze. Doch von dieser Idealvorstellung hat sich Wöbke inzwischen verabschiedet. Teilweise zumindest. Das ambitionierte Projekt, das neben der Frankfurter WM-Arena hätte verwirklicht werden können, lässt sich wohl nicht mehr realisieren.

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