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Feuerwerk bleibt aus : Zündstoff bei den Frankfurt Skyliners

Marco Völler (vorne) gebremst: Gegen Göttingen hat Frankfurt Probleme. Bild: Imago

Die Frankfurter Basketballprofis stehen nach der ersten Pokalrunde vor einem Rätsel. Jetzt steht für die Skyliners das Duell mit dem hessischen Konkurrenten Gießen 46ers an. Was muss sich ändern?

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          Wenn die beiden hessischen Vertreter Fraport Skyliners und Gießen 46ers am kommenden Samstag (15 Uhr) im Pokalturnier der Gruppe D in Vechta aufeinandertreffen, haben sie eines gemeinsam: Die Basketballteams von Trainer Sebastian Gleim (Frankfurt) und Ingo Freyer müssen im großen Stil Wiedergutmachung leisten. Bei beiden Klubs führte nämlich schon ihr erstes Pflichtspiel in diesem Spieljahr jeweils zu einem Schockerlebnis in eigener Sache.

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          Jörg Daniels
          Redakteur in der Sportredaktion

          Die Gießener erlaubten sich beim 85:99 gegen Vechta eine „katastrophale erste Halbzeit“ (Freyer). Und die Skyliners waren sich beim chancenlosen Auftritt gegen Göttingen (64:79) am vergangenen Sonntag selbst ein Rätsel. „Ich habe keine Antwort auf dieses Spiel“, sagte Aufbauspieler Konstantin Konga (zwei Punkte). „Ich dachte, wir wären bereit, heute ein Feuerwerk abzufeuern. Doch das waren wir nicht.“ Das Spiel der Skyliners kochte mit den verwendeten Zutaten buchstäblich auf Sparflamme. „Wir hätten gegen jedes andere Team verloren, egal, ob aus der Bundesliga, der zweiten Liga oder sonst wo“ – vernichtender hätte das Urteil von Konga kaum ausfallen können.

          Das Final-Four-Turnier im Pokal Anfang November in München wird deshalb wohl ohne Frankfurt stattfinden, obwohl der Verein eine vermeintlich leichte Gruppe ohne ein Topteam erwischt hat. Die Skyliners bräuchten nun nicht nur zwei Siege gegen Gießen und Vechta, sie müssten außerdem auf einen Ausrutscher von Göttingen hoffen. Voraussetzungen, die in der Summe wohl nicht eintreten werden.

          Nicht erbrachter Leistungsnachweis

          Der nicht erbrachte Leistungsnachweis zum Wettkampfauftakt sorgt für Zündstoff bei den Skyliners. Nicht zu entschuldigen ist deren energieloser Auftritt, damit stellen sie ihren eigenen Anspruch infrage. Weil sich die Frankfurter an ihrer Arbeit in der Verteidigung messen lassen wollen, muss ihre Spielweise die dafür nötige Aggressivität und Intensität beinhalten. „Wir haben so oft gespielt. Wir brauchen eine andere Körpersprache“ – das ist eine Forderung, die Konga aus der missratenen Pokal-Premiere seiner Mannschaft ableitet. Die Skyliners müssen zudem ihre schlechten Gewohnheiten aus der Vorsaison endlich ablegen.

          Fehlendes Zusammenspiel ersetzten sie abermals dadurch, dass sie planlos im Übermaß Dreipunktewürfe nahmen. Und wenn sie diese kaum treffen, geht der Schuss sprichwörtlich nach hinten los: Von den insgesamt 27 Würfen der Frankfurter landeten nur vier im Göttinger Korb. Sie alle kamen von Neuzugang Jon Axel Gudmundsson, der mit 20 Punkten Topscorer seiner Mannschaft war. Die Rolle des mit Abstand größten Fehlschützen von jenseits der Dreipunktelinie nahm Matt Mobley (sechs) ein, dessen neun Versuche alle erfolglos waren. Der Amerikaner war damit die größte Enttäuschung in Reihen der Verlierer, ist er doch als Punktegarant fest eingeplant. „Wir haben offensiv unsere Rollen einfach nicht gefunden“, sagte Gleim.

          Ihr auch in neuer Besetzung viel zu statisches Spiel werden die Skyliners ablegen müssen. Als Entschuldigung führte der Trainer diesmal an, dass „wir im Training und der gesamten Vorbereitung noch nie so gespielt“ hätten. Bis auf den langzeitverletzten Power Forward Richard Freudenberg konnten die Skyliners nur wenige Trainingseinheiten mit dem kompletten Kader absolvieren. Lediglich fünf Spieler – allen voran Kapitän Quantez Robertson (eins) und Gudmundsson – verpassten in den vergangenen Wochen keinen Arbeitstermin. Spielmacher Emmanuel Lecomte (16) gehörte wegen einer Rippenblessur nicht zu diesem Kreis.

          Die Stärke des belgischen Nationalspielers ist dessen Zug zum Korb, was er gegen Göttingen ein paar Mal zeigte. Allerdings gelang es ihm noch nicht, seine Mitspieler einzubinden. Ein bisschen Gegendruck der Göttinger reichte im ersten Pokalspiel schon aus, um die harmlosen Frankfurter aus dem Spiel zu nehmen. In dieser Verfassung werden es die Skyliners auch in der Bundesliga schwer haben, sich behaupten zu können. „Vor dem Spiel gegen Gießen müssen wir mehrere Schritte nach vorne machen“, sagte Gleim. Vom Setzen sportlicher Glanzlichter spricht bei den Skyliners nach dem ausgefallenen Feuerwerk keiner mehr.

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