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Basketball-Bundesliga : Jeden Tag zwei Gegner für die Skyliners

  • Aktualisiert am

Von allen Beteiligten verlangt Gleim strikte Disziplin und das konsequente Einhalten der vorgegebenen Hygieneregeln. Bild: dpa

Frankfurts Cheftrainer Gleim hat viel zu tun vor der neuen Saison: „Unser erster Gegner ist Covid, unser zweiter der nächste Gegner.“ Verstärkt werden seine Skyliners von Matt Mobley.

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          Sein erstes Spiel für die Fraport Skyliners wird doch nicht sein letztes gewesen sein. Am Dienstag holte der Basketball-Bundesligaverein Matt Mobley zurück nach Frankfurt und gab dem 26 Jahre alten Shooting Guard einen Vertrag für die kommende Spielzeit. Die „zweite Chance“ wolle er nutzen und dazu beitragen, dass seine neue, alte Mannschaft „hoffentlich“ einen „Play-off-Platz“ erreichen werde, sagte Mobley.

          Am 7. März dieses Jahres hatte der Amerikaner im mit 90:82 gewonnenen Hessenderby in Gießen seinen Einstand bei den Skyliners gegeben. Zu seinen knapp 13 Minuten Einsatzzeit, die mit neun erzielten Punkten und drei Assists sportlich gehaltvoll war, kam jedoch keine Sekunde dazu, weil danach die normale Bundesliga-Runde aufgrund der Corona-Pandemie abgebrochen wurde. Am Finalturnier im Juni in München wollte Mobley aus privaten Gründen nicht teilnehmen, er kehrte lieber in die Vereinigten Staaten zurück. Frankfurts Cheftrainer Sebastian Gleim respektierte die Entscheidung, obwohl er dringend gebraucht hätte.

          Im zweiten Anlauf soll der 1,93 Meter große Aufbauspieler, der in Deutschland im Prinzip ein Erstliga-Newcomer ist, jetzt dauerhaft zu einem wichtigen Baustein im Spiel der Skyliners werden. In einem Team, dem es an verlässlichen Schützen mangelt, preist ihn Gleim als einen Guard aus der Kategorie „Ball in den Korb werfen“ an. Dem „sehr talentierten Scorer“ Mobley kommt vor allem die Aufgabe zu, den Frankfurter Punktestand mit seiner Treffsicherheit beständig zu bereichern – so wie in der Türkei, als er vor seinem Wechsel nach Frankfurt bei ITU Istanbul 21,6 Punkte im Schnitt in 14 Spielen erzielte und damit den zweitbesten Wert der Liga erreichte.

          Den Vertrag mit dem Amerikaner wurde schon in der Vorwoche geschlossen. Es dauerte jedoch mehrere Tage, bis Mobley in seiner Heimat endlich den nötigen Test auf das Corona-Virus machen konnte. Weil danach noch einmal 48 Stunden bis zu dessen Abreise verstreichen müssen, erwarten die Skyliners ihn erst an diesem Freitag in Frankfurt. Danach folgen bei ihm zwei weitere Testreihen, so dass sich Gleim bis in die kommende Woche hinein gedulden muss, bis er seinen Zugang im Training erleben wird.

          „Wir haben jeden Tag zwei Gegner“, betont Gleim. „Unser erster Gegner ist Covid, unser zweiter der nächste Gegner.“ Von allen Beteiligten verlangt er strikte Disziplin und das konsequente Einhalten der vorgegebenen Hygieneregeln. Vor jeder Trainingseinheit – selbst bei mehreren am Tag – muss jeder Spieler in der WhatsApp-Gruppe der Mannschaft Angaben zu seinem aktuellen Gesundheitszustand machen. Bei Symptomen wie Schnupfen wird dann entschieden, ob der Spieler am Training teilnehmen darf. Diese Prozedur sei Pflicht gegenüber der Basketball-Bundesliga (BBL), sagt Gleim.

          Die BBL habe sich bei jedem Klub das Recht vorbehalten, gegebenenfalls Einblick in die Dokumentationen nehmen zu können. Unter den momentanen Gegebenheiten versuche man, „die sozialen Kontakte auf das Nötigste zu beschränken. Ich bin nicht Zuhause eingesperrt, aber ich bin in der Freizeit viel Zuhause und gehe eigentlich nur Einkaufen“, beschreibt Center Marco Völler seinen Tagesablauf außerhalb der Trainingszeiten.

          Die Abläufe in der Frankfurter Mannschaft kennt mittlerweile auch Emmanuel Lecomte sehr gut. Seit bald zwei Wochen ist der belgische Nationalspieler ein sogenannter „Trainingsspieler“ in Frankfurt. Er habe Lecomte angerufen und gefragt: „Willst du kommen? Wir haben zu wenig Spieler im Training.“ Lecomte, so Gleim, habe sich in Brüssel sofort in den Zug gesetzt. Der Einsatz des 25 Jahre alten Point Guards, der in der zurückliegenden Saison für Murcia in der höchsten spanischen Liga ACB spielte, könnte mit einem Arbeitsvertrag in Frankfurt belohnt werden. Im ersten Testspiel gegen Göttingen (76:83) am vergangenen Wochenende überzeugte der Spielmacher als Topscorer und Topvorlagengeber mit 16 Punkten sowie sechs Assists. „Emmanuel ist ganz klar eine Option für uns“, sagte Gleim dieser Zeitung.

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