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Nach Sieg gegen Gießen : Der Spaß ist zurück bei den Skyliners

  • -Aktualisiert am

Der Mann des Spiels gegen die Gießen 46ers: Frankfurts Leon Kratzer (Archivfoto) Bild: Picture-Alliance

Die Skyliners entledigen sich durch den zweiten Derbysieg über Gießen ihrer ärgsten Abstiegssorgen. Besonders ein Spieler sticht bei den Frankfurtern hervor.

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          Das Lieblingswort von Lamont Jones war am Samstagabend „Fun“. Stakkatohaft und mit einem breiten Grinsen im Gesicht wiederholte der Frankfurter Aufbauspieler nach dem 90:82-Auswärtssieg gegen Gießen, wie viel geballte Freude am Spiel die Basketballmannschaft der Skyliners schon in der Trainingswoche vor dem Hessenderby entwickelt habe. „Wenn du keinen Spaß hast, bringen auch Taktik oder andere Dinge nichts“, begründete der 29 Jahre alte Amerikaner, der mit 23 erzielten Punkten einer von zwei Matchwinnern in Mittelhessen war, den erst sechsten Saisonerfolg seiner Mannschaft.

          Ob der Anstoß zur Frankfurter Spaßoffensive, die dann im Punktspiel auf den Punkt ihre Fortsetzung fand, nach davor sechs Niederlagen von Cheftrainer Sebastian Gleim oder aus dem Kreis der Spieler gekommen war, war nicht genau zu ermitteln. Center Leon Kratzer, der mit 23 Punkten, einer sagenhaften Wurfquote von 82 Prozent aus dem Feld und 12 geholten Rebounds noch eine Spur mehr als Jones herausragte, sagte in der Sporthalle Ost auf Nachfrage nur, dass Cheftrainer Sebastian Gleim „ein bisschen lockerer“ geworden sei. „Wir waren einfach zu verkrampft und haben bei uns eine bessere Stimmung hineinbekommen.“ Den offenbar dringend nötigen Prozess hin zu einem gewinnbringenden Betriebsklima beschrieb Gleim so: „Wir haben bei uns die Tore aufgemacht, um mehr Freiheit, Lockerheit und Selbstbewusstsein zu erlangen.“ Das interne Projekt zur Krisenbewältigung gelang.

          Der zweite Rundensieg über die ebenfalls um den Ligaverbleib bangenden Gießener war ein großer Befreiungsschlag für die Frankfurter im Abstiegskampf. Wie immens die Last war, die von den Skyliners abfiel, zeigte sich vor allem bei Gleim. Der 35-Jährige, dem gewöhnlich die Anspannung ins Gesicht geschrieben steht, konnte diesmal sogar lächeln. Er verspüre „schon eine hohe Erleichterung“, gab der Headcoach zu.

          „Wir hatten Spaß und haben unser Ding gemacht“

          Sein Kollege Ingo Freyer hingegen gerät bei den Gießenern, die ihren langjährigen Geschäftsführer Heiko Schelberg vor dem Spiel verabschiedeten, zunehmend unter Druck. Der Trainer musste hinterher einräumen, das Ziel mit seinem Team um Längen verfehlt zu haben. „Unser Defizit lag ganz klar unter dem Korb. Kratzer hat ein super Spiel gemacht. Wir haben es nicht geschafft, ihn oder insgesamt Frankfurts Inside zu kontrollieren.“ Nach 40 Minuten hatten die Skyliners 43 Rebounds gesammelt, der Gegner nur 27.

          Besonders nachteilig für den Verlierer wirkten sich die 15 Offensivrebounds der Frankfurter aus, von denen deren dominierende Kraft, Kratzer, sieben abgriff und damit seiner Mannschaft zu vielen zweiten Würfen verhalf. In der Rubrik „Second Chance Points“ stand bei den Skyliners die stolze Zahl 19, bei den Gießenern lediglich der Wert vier – auch das hatte eine hohe Aussagekraft. „Leon muss ich herausheben, er hat ein tolles Spiel gemacht“, lobte Gleim seinen sportlichen Überflieger unter dem Korb. Kratzer überzeugte diesmal als Gesamtpaket, denn auch in der Verteidigung stand der Nationalspieler mit guter strategischer Ausrichtung erfolgreich seinen Mann. Er war der Ankerpunkt im Frankfurter Spiel.

          „Wir hatten Spaß und haben unser Ding gemacht“, sagte auch Kratzer. 27 Assists – die Spitzenwerte erreichten Quantez Robertson mit acht und Jones mit sieben Vorlagen – kündeten von der großen Spielfreude der Skyliners. Mehrmals hatten sie sich wie beim 34:17 oder beim 48:32 beträchtliche Vorsprünge herausgespielt. Dass die Frankfurter die Gießener aber immer wieder herankommen ließen zum zwischenzeitlichen 45:48 und dann auch zum 77:82, muss sich der Gewinner des Derbys aber ankreiden lassen. Das zeigt, dass die Skyliners auf dem Weg zu Stabilität weiter zulegen müssen. Dabei unterstützen wird sie Neuzugang Matthew Mobley (9 Punkte), der mit seiner Ruhe, seinem Spielverständnis und seiner Wurfkraft eine Verstärkung für die Frankfurter darstelt. Sein Debüt hat jedenfalls auch ihm viel Spaß gemacht. Dass die Arbeitswoche mit einem „Arschtritt“ des Trainers begonnen habe, wie Jones mitteilte, verneinte Gleim übrigens nach der Begegnung in Gießen.

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