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Basketball-Bundesliga : Fehlwurf-Festival der Skyliners

  • -Aktualisiert am

Und wieder vorbei: Shaquille Hines versucht es mit einem Dreipunktewurf. Bild: Jan Huebner

Die Skyliners zeigen beim 54:79 gegen den Tabellenzweiten Ludwigsburg in der Basketball-Bundesliga eine besorgniserregende Leistung. Und der Trend zeigt nach unten.

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          Gut fünf Minuten vor Spielende ging ein kurzer Aufschrei der Begeisterung durch die Ballsporthalle. Der Frankfurter Basketball-Jungprofi Len Schoormann hatte am Sonntag gegen Ludwigsburg endlich einen Dreipunktewurf zum 42:67 getroffen. Es war erst der dritte Dreier der Skyliners von zu diesem Zeitpunkt 23 Versuchen. Der erst 17 Jahre alte Spielmacher Schoormann, der in der Bundesliga bisher auf sechs Kurzeinsätze kommt, musste seinen arrivierten Kollegen vormachen, wie es geht.

          Bei der deprimierenden 54:79-Heimniederlage gegen den Tabellenzweiten erlaubten sich die Frankfurter laut Aufbauspieler Akeem Vargas eine „ziemlich unterirdische Wurfquote von der Dreierlinie“. Zum Schluss trübten bei 26 Würfen 21 Fehlversuche die Bilanz. Die größten Fehlschützen beim Verlierer: Quantez Robertson (insgesamt 1 Punkt) traf von fünf Versuchen aus der Distanz keinen Dreier, Joe Rahon (0) blieb in allen seinen vier Versuchen erfolglos. Auf Seiten der Frankfurter war es ein Fehlwurf-Festival. Das galt mit Abstrichen auch für ihre Freiwürfe, von denen die Skyliners lediglich sieben von siebzehn trafen. Center Leon Kratzer (7) zeigte Nerven und brachte von sechs Würfen nur einen im Ludwigsburger Korb unter.

          Für den nervenaufreibenden Abstiegskampf ist der Tabellenvierzehnte, der fünf Siege, aber 15 Niederlagen auf dem Konto hat, offenbar nicht gut aufgestellt. „An einem sehr ernüchternden Nachmittag war das heute eine sehr schwache Leistung von uns“, sagte Vargas. Der Trend bei den Skyliners zeigt in eine besorgniserregende Richtung nach unten. „Wir haben im Hinspiel in Ludwigsburg nicht gut gespielt. Die Leistung heute war aber noch schlechter, was in vielen Punkten nicht für uns spricht“, gab Cheftrainer Sebastian Gleim zu.

          In der ersten Halbzeit (21:33) hatten die Frankfurter noch halbwegs mithalten können, weil die Ludwigsburger ihr Potential nicht voll ausschöpfen konnten. Doch danach passte der Spitzenklub besser auf den Ball auf, traf wichtige Dreipunktewürfe (am Ende 10 von 35) und steigerte sich in der Verteidigung. Die Frankfurter hingegen, bei denen Shaquille Hines (16) und Lamont Jones (15) die besten Werfer waren, kämpften nicht nur mit ihrer Abschlussschwäche und ihren Unkonzentriertheiten, zu allem Überfluss gingen sie auch noch ziemlich emotionslos zu Werke.

          Stimmt womöglich etwas in der Mannschaft nicht? Befragt nach den Gründen für die bedenkliche Leistung wollte Aufbauspieler Jones keinen Kommentar abgeben. Gleim jedoch sprach Klartext: „Die Einsatzbereitschaft und der Umgang damit, wenn man den Korb nicht trifft und im Spiel bleiben muss, haben nicht gestimmt.“ Der Ernst der Lage ist der Mannschaft zumindest bewusst. „Wir sind am Boden der Liga. Es ist eine schwierige Phase in diesem Jahr“, sagte Jones.

          Neuzugang Mobley kam noch nicht zum Zug

          Sportlich bessere Zeiten versprechen sich die Skyliners von ihrem Neuzugang Matthew Mobley, der wie erwartet noch nicht zum Einsatz kam. Der 25 Jahre alte Amerikaner war nach Problemen mit seinem Reisepass erst am Samstag um 16 Uhr in Frankfurt eingetroffen. Am Spieltag absolvierte der Shooting Guard noch Teile des Medizinchecks. Er sei „fit“, sagte Mobley dieser Zeitung.

          Den türkischen Erstligaklub ITU Istanbul hatte er vor zwei Wochen verlassen, weil sein ehemaliger Arbeitgeber seit „zwei Monaten“ die Gehaltszahlungen an ihn eingestellt hatte. Bei den Skyliners soll Mobley nun als dringend gebrauchter Punktelieferant voll einschlagen. „Das ist auch meine große Stärke.“ Vor dessen Verpflichtung waren die Frankfurter schon mit einem australischen National- und Aufbauspieler einig. Dieser trat dann jedoch die Reise nach Frankfurt nicht an.

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