https://www.faz.net/-gzn-a5s1v

Ärger bei Frankfurt Skyliners : „Wir sind kein Team“

  • -Aktualisiert am

Frankfurts Michael Kessens (rechts) versucht den Oldenburger Keith Hornsby zu stoppen. Bild: Imago

Der Trainer des Frankfurter Basketball-Bundesligaklubs, Sebastian Gleim, kritisiert nach der deutlichen Niederlage in Oldenburg die Einstellung seiner Mannschaft. Die Skyliners haben viel Arbeit vor sich.

          2 Min.

          Nach den beiden Misserfolgen gegen Bayern München und Alba Berlin war das 69:86 am Samstag in Oldenburg die dritte Niederlage der Skyliners im Duell mit einem Großen der Basketball-Bundesliga. Und nun hat der Frankfurter Trainer Sebastian Gleim bei den Seinen mit deutlichen Worten das große Ganze in Frage gestellt. „Man muss klar sagen, dass einige nicht verstanden haben, was das Wort Team bedeutet“, kritisierte der 36-Jährige und kündigte den Arbeitsschwerpunkt für diese Arbeitswoche an: „Das wird ein großes Thema für uns sein.“

          Gleim bemängelte bei einem Teil seiner Spieler das von ihnen gegen Oldenburg gezeigte „Engagement für unsere Mannschaft und das Dagegenhalten in schwächeren Phasen“. Kurzum: Selbst das, was die spielerisch limitierten Skyliners hätten leisten können und müssen, ließen sie vermissen. Stimmen bei ihnen die Einstellung, der Zusammenhalt und der Wille zur harten Arbeit nicht, werden sie auch gegen viel schwächere Gegner in der ersten Liga kaum konkurrenzfähig sein. So lautet die für die Hessen bittere Erkenntnis nach der Fehlleistung am dritten Spieltag.

          Krisenstimmung nach Rückschlag

          Spektakuläre Außenseitersiege gegen den deutschen Meister Berlin, die gut in die Euroleague gestarteten Bayern und den Meisterschafts-Halbfinalteilnehmer der Vorsaison, Oldenburg, erwartete Gleim sowieso nicht. Er wollte von seinen Spielern aber sehen, dass sie sich von Spiel zu Spiel verbessern. Das Abschneiden in Oldenburg war so gesehen ein herber Rückschlag, der die Skyliners in Krisenstimmung versetzte. Denn auch in ihrer Kernkompetenz, dem Verteidigen, waren sie weit von ihren Möglichkeiten entfernt.

          Len Schoormann, das große Talent in Reihen der fünftjüngsten Erstliga-Mannschaft, räumte ein, dass die Frankfurter in der Defense „nur 50 Prozent von dem gemacht“ hätten, „was wir können“. Und aus der Halbzeitpause seien sie „ohne Energie gekommen“. Offene Worte, die zum Ausdruck brachten, dass sich Gleim von seiner Mannschaft im Stich gelassen gefühlt haben muss. Seine Ansprache in der Mannschaftskabine zeigte offenbar keine Wirkung.

          Die Angriffsleistung seiner Mannschaft, die in Oldenburg schnell chancenlos war, muss den Trainer ebenfalls alarmieren. Auffällig war, wie statisch das Spiel der Skyliners aufgebaut war. Viele Spielzüge wurden nicht ausgespielt, stattdessen erfolgten aus der Not heraus oft erfolglose Einzelaktionen. Den 24 Assists der spielstarken Oldenburger standen nur 13 der Frankfurter gegenüber. Von deren Dreipunktewürfen landeten von 21 Versuchen nur fünf im Oldenburger Korb, vier Treffer gingen auf das Konto von Konstantin Konga, der mit insgesamt 14 Punkten der zweitbeste Werfer hinter Kamari Murphy (16) war. Kapitän Quantez Robertson (4) und Matt Mobley (7) hingegen erfüllten ihr Soll im Angriff nicht. Es bleibt also viel Arbeit für Gleim, der nun dafür sorgen muss, dass die Skyliners-Mannschaft eine kampfstarke Einheit bildet.

          Weitere Themen

          Skyliners nicht in Schuss

          Krise in Frankfurt : Skyliners nicht in Schuss

          Die Offensivfähigkeiten der Frankfurter Basketballprofis sind limitiert. Wollen die Skyliners mit ihrem Aufgebot erfolgreich sein, muss mehr Bewegung ins Spiel kommen. Andernfalls droht ein Absturz nach ganz unten.

          Topmeldungen

          Lässt Statistiken für sich sprechen: Premierminister Boris Johnson

          Londons stiller Triumph : Das Ende der Astra-Zeneca-Skepsis

          Die Zweifel an der Wirksamkeit des Impfstoffs in Berlin und Paris haben in London Befremden hervorgerufen. Das Einschwenken beider Länder auf den britischen Impfkurs wird nun mit Genugtuung quittiert.
          Konzernzentrale und Stammwerk: der Daimler-Standort in Untertürkheim

          E-Auto statt Verbrennungsmotor : Daimler baut sein Stammwerk um

          400 Millionen Euro an Investitionen sollen Stuttgart-Untertürkheim ins Elektrozeitalter bringen. Statt Verbrenner-Großserie heißt es künftig: E-Auto-Campus und Batteriezellproduktion.
          Airbus im Vordergrund, Deamliner im Abflug

          Airbus-Boeing-Streit : EU und Amerika legen Zölle auf Eis

          Der Streit um die europäischen Subventionen für Airbus und die amerikanischen für Boeing währt seit Jahren. Mit dem neuen Präsidenten Biden hat die EU sich nun auf Deeskalation geeinigt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.