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Eintracht Frankfurt : Formcheck ohne Nationalspieler

Bittet seine Jungs erstmals zum Training: Adi Hütter, neuer Trainer von Eintracht Frankfurt Bild: dpa

An diesem Montag starten die Frankfurter in die Vorbereitungen für die Saison. Etliche Spieler sind noch bei der WM unterwegs. Boateng ist schon an Bord. Mit weiteren Neuzugängen soll sich der Klub einig sein.

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          Frankfurt. Die Eintracht ist wieder da – und geht gleich in Deckung. Erst am dritten Arbeitstag will sich die nach den Abgängen von Lukas Hradecky, Marius Wolf, Omar Mascarell und Alexander Meier nur in Teilen erkennbare Pokalsiegermannschaft ihrem Anhang präsentieren. Zuvor gilt es, sich einen ersten Überblick über das Leistungsvermögen der Frankfurter Fußballprofis zu verschaffen. Für Adi Hütter, den neuen Cheftrainer, sind die branchenüblichen Formchecks, die in Frankfurt an diesem Montag und am Dienstag hinter verschlossenen Türen stattfinden, von ebenso großer Bedeutung wie für seinen Vorgänger Niko Kovac. Hütter erhält Auskunft darüber, ob die Spieler gut und absprachegemäß durch ihren Sommerurlaub gekommen sind.

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Einige Frankfurter wie die mit ihren Nationalmannschaften bei der Weltmeisterschaft in Russland engagierten Ante Rebic, Makoto Hasebe, Luka Jovic, Gelson Fernandes, Frederik Rönnow, Marco Fabian und Carlos Salcedo werden erst im Laufe der sommerlichen Vorbereitung zur Eintracht stoßen.

          Boateng von Anfang an dabei

          Einer aus dem aktuellen Kader ist schon da – und für Hütter dürfte dies eine gute Nachricht sein. Kevin-Prince Boateng, der Kopf und Anführer der Mannschaft, wird in der langen Vorbereitung auf den Pflichtspiel-Alltag mit Spielen im Supercup, im DFB-Pokal sowie dem Bundesliga-Start (siehe nebenstehenden Kasten) von Anfang an dabei sein. Im Vorjahr war dies noch nicht so. Da überraschten die Eintracht-Verantwortlichen erst gegen Ende der sommerlichen Transferperiode mit Boatengs Verpflichtung. Damals kam der Mittelfeld-Allrounder von seinem vormaligen Klub aus Gran Canaria nach Frankfurt. Diesmal entschied sich Boateng dazu, urlaubend auf Sardinien Sonne und Kraft zu tanken für das, was kommt. Unter Hütter dürfte sich am Status des 31-Jährigen nicht viel ändern. Wie schon in der Vorsaison soll Boateng auch in der neuen Spielzeit ein Leitwolf sein, der das noch unvollständige Eintracht-Rudel auf Kurs bringen soll. Sportvorstand und Amerika-Freund Fredi Bobic, der sich zuletzt in seinem Urlaubsdomizil in Naples an der Westküste Floridas entspannte, hat sich in Zeiten der Globalisierung wieder dazu entschieden, mit dem Lizenzspielerkader in der Saisonvorbereitung in die Vereinigten Staaten zu fliegen. Ein öffentliches Training am Mittwoch in Frankfurt, ein Testspiel am Donnerstag zum 111-jährigen Vereinsjubiläum des Verbandsligaklubs Offenburger FV: Schon am Samstag geht der Eintracht-Tross in die Luft und nimmt Kurs auf Salt Lake City. Im vergangenen Jahr hat es die Eintracht genauso gehalten, sich fern der Heimat zu finden und auf die folgenden Aufgaben in Deutschland einzuschwören. 2018 wird dies ähnlich sein – mit einem großen Unterschied: Dank des Pokalsiegs gegen die Bayern wird die Eintracht auch international gefordert sein. Auch deshalb muss der Klub bestrebt sein, zügig dringend benötigte neue Kräfte an Bord zu holen. Bedarf an neuen Spielern besteht mit Ausnahme der Torhüterposition in allen Mannschaftsteilen. Aus Eintracht-Kreisen ist zu hören, dass man sich nach den schon getätigten Transfers von Frederik Rönnow, Felix Wiedwald und Nicolai Müller mit weiteren Neuzugängen im Prinzip einig sei.

          Einigkeit herrschte vom ersten Moment an bei den Verantwortlichen, als es galt, sich in der Kovac-Nachfolge auf Hütter zu verständigen. „Wir sind total überzeugt von ihm“, sagte Bobic damals. „Was Adi Hütter angepackt hat, war von Erfolg gekrönt.“ Die Stärken des 48 Jahre alten Vorarlbergers, so Bobic, seien „klare Analyse und eine klare Philosophie in der Art seines Arbeitens“.

          Viel Bewegtmaterial

          Wie schon zu Berner Zeiten, in denen es Hütter gelang, eine ganze Stadt glücklich zu machen, weil er erstmals seit 32 Jahren mit den Young Boys Schweizer Meister wurde, wird sich Hütter auch in Frankfurt auf die Expertise seines Assistenztrainers Christian Peintinger verlassen. Die Aufgabe, im Zusammenspiel mit etablierten Kräften den Neuaufbau der Eintracht zu bestreiten, ist ebenso spannend wie herausfordernd. Da Hütter nichts dem Zufall überlassen will, hat er sich, wie Sportdirektor Bruno Hübner kürzlich erzählte, „die Spielvideos der letzten zwei Jahre angesehen“.

          Viel Stoff, viel Bewegtmaterial von der Eintracht, die in diesen Tagen und Wochen wieder einmal vor einem großen Umbruch steht. Wie auch andere Bereiche der immer größer werdenden Eintracht Frankfurt Fußball AG. Am Freitag erst wurde weiter an der Unternehmensstruktur gewerkelt und der neue Bereich „Sales und Marketing“ mit vier Unterabteilungen gegründet. Hütter braucht für die vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen eine funktionierende Lizenzspielerabteilung – aber weit mehr als nur elf Spieler.

          Der Sommerfahrplan der Eintracht

          Der Sommerfahrplan der Eintracht 4. Juli: Erstes öffentliches Training an der Frankfurter Arena (10 Uhr) 5. Juli: Testspiel beim Offenburger FV (18 Uhr) 7. bis 15. Juli: Trainingslager in Salt Lake City in den Vereinigten Staaten mit Testspielen am 10. Juli gegen Real Salt Lake und am 14. Juli in Philadelphia gegen Philadelphia Union 29. Juli bis 5. August: Trainingslager in Gais (Südtirol) 12. August: Supercup-Spiel in Frankfurt gegen Meister FC Bayern München (20.30 Uhr) 18. August: DFB-Erstrunden-Pokalspiel beim SSV Ulm (15.30 Uhr) 25./26. August: Erstes Bundesligaspiel beim SC Freiburg

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