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Neue Profiliga ELF : Frankfurter Football auf dem Sprung nach Europa

  • -Aktualisiert am

Zum Abheben: Die Frankfurter haben europäische Football-Pläne. Bild: Picture-Alliance

Große Veränderungen stehen dem American Football in Deutschland bevor: Auch Frankfurt Universe will sich umbenennen und 2021 in der neu gegründeten European League of Football starten. Was hat es damit auf sich?

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          Das war es wohl für Frankfurt Universe in der German Football League (GFL). Am Mittwoch verkündete Alexander Korosek, der einstige Geschäftsführer des American Football-Klubs, dass Frankfurt ein Team für die gerade gegründete European League of Football (ELF) stellen werde. Korosek hat sehr viele Spieler und den gesamten Trainerstab rund um Universe-Headcoch Thomas Kösling für das neue Projekt gewonnen. Daher ist es schon aus praktischen Gründen unwahrscheinlich, dass Universe 2021 eine konkurrenzfähige Mannschaft ins GFL-Rennen schicken könnte. Zumal der Klub mit dem Luftfahrt-Unternehmer Korosek nicht nur seinen Geschäftsführer, sondern auch seinen wichtigsten Investor verliert.

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          Korosek wird sich voll und ganz auf die neue Liga ELF konzentrieren. Diese soll im Sommer des kommenden Jahres mit acht Teams antreten. Die deutschen Teilnehmer sind neben Frankfurt Hamburg, Berlin, Stuttgart, Hildesheim/Hannover und Ingolstadt. Hinzu kommt der dreimalige polnische Meister aus Breslau, die Wroclaw Panthers. Mit der für die Gründungssaison geplanten achten Mannschaft laufen noch Verhandlungen. Gespielt werden soll von Juni bis September 2021. In der Saison danach soll die Liga kräftig wachsen: 20 Teams aus zehn Nationen sollen dann antreten.

          Bekannte Gesichter in der neuen ELF

          Die Männer hinter der ELF sind in der Szene bekannt: Zeljko Karajica war Geschäftsführer von ProSiebenSat.1 und Sport1 und steht an der Spitze der Liga. Der TV-Football-Experte und Moderator Patrick Esume wird in der ELF als Commissioner auftreten. Der 46 Jahre einstige Spieler und Trainer ist in Frankfurt kein Unbekannter. 2002 spielte er für den damaligen NFL-Europa-Klub Frankfurt Galaxy und gewann mit ihm den World Bowl. Esume ist als Moderator von allerlei Fernsehshows aktiv.

          Die ELF sucht ganz offensichtlich die Nähe zur amerikanischen Profiliga NFL. Genau wie diese wird sie durch ein Franchise-System gesteuert. Korosek ist einer dieser Franchise-Nehmer und der Geschäftsführende Gesellschafter der B.G.A. Football GmbH. Die drei Buchstaben stehen für die englischen Worte „believe, grind und achieve“, was frei übersetzt so viel heißt wie „Selbstvertrauen, Arbeit und Erfolg haben.“ Gerade in der NFL-freien Zeit wolle man den Fans „ein hochattraktives Sportprogramm bieten“, hieß es in der Pressemittteilung der neuen Liga.

          Verband verspielt Vertrauen

          Korosek und sein neues Team planen, den American Football in Frankfurt „komplett neu auszurichten“. Die ELF ermögliche es ihren Teams „nun endlich auf Augenhöhe zu agieren“, sagt Korosek. Dass er mit dieser Bemerkung die GFL und den durch den Hanauer Rechtsanwalt Robert Huber geleiteten American Football Verband Deutschland (AFVD) im Blick hat, liegt auf der Hand. Die GFL und der AFVD hatten durch ihr dirigistisches Management während der Corona-Krise im Frühjahr viel Vertrauen bei den Vereinen verspielt. „Die Tür für den Verband steht in der ELF aber weiter offen“, sagt Korosek. Das gelte mit einer Einschränkung: „Das Thema Robert Huber ist für mich erledigt.“

          Der Verbandschef ist wegen seines Führungsstils und eines sehr undurchsichtigen Geflechts von Firmen, das rund um den Verband und die Liga gesponnen wurde, in die Kritik geraten. Unter dem Namen „Restart 21“ arbeitet derzeit auch eine Gruppe um Alexander Sperber, der als Gründungsvater des American Footballs in Deutschland gilt, daran, einen neuen Vorstand für den Verband zu erreichen. „Der AFVD hat uns jahrelang ein effektives Marketing versprochen“, sagt Korosek. Dieses Versprechen sei nie erfüllt worden. „Zudem hat der Verband in der Corona-Krise ein Riesenchaos hinterlassen“, sagt Korosek, der in den alten Strukturen „unter dem AFVD als Sponsor und Investor nicht zur Verfügung stehen“ wird.

          Sein altes Team hat der Unternehmer erst kürzlich informiert. „Alle Spieler haben das Angebot erhalten, bei B.G.A. einen Profivertrag zu unterschreiben.“ Er habe schon zahlreiche Zusagen. „Die Fans werden viele bekannte Gesichter sehen, aber es wird auch die eine oder andere personelle Überraschung geben.“ Kösling, der alte, neue Cheftrainer, ist überzeugt von dem Projekt: „Die ELF ist eine Riesenchance, den Football in Deutschland und in Europa auf ein neues Level zu heben.“

          In Verhandlungen steht Korosek derzeit mit dem FSV Frankfurt bezüglich der Nutzung des Stadions am Bornheimer Hang, wo Universe bislang die Spiele in der GFL ausgetragen hat. „Wir hatten sehr gute und freundliche Gespräche mit dem FSV bezüglich einer künftigen Zusammenarbeit“, sagt Korosek. „Wir werden sicher zu einem Abschluss kommen.“ Noch nicht klar ist der Name des neuen Klubs, dessen Etat mit einem mittleren sechsstelligen Betrag ausgestattet sein soll. „Wir werden den neuen Namen bald mitteilen“, sagt Korosek. Eine Homepage hat der Klub schon: bga-football.de. Am Sonntag um 16 Uhr will sich das Projekt in einer Online-Konferenz den Fans in einer Talkrunde vorstellen.

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