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FFC-Manager Siggi Dietrich : „Die Schwarze Null bleibt“

  • -Aktualisiert am

Betont ruhig: FFC-Investor Siegfried Dietrich sieht den Frauenfußball nicht bedroht durch die Coronakrise. Bild: dpa

Siegfried Dietrich garantiert dem FFC Frankfurt als Investor die die wirtschaftliche Stabilität auch in Krisenzeiten. Im Interview spricht er über die Folgen für den Frauenfußball durch Corona.

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          Am 1. Juli schlüpft der gesamte Klub bei der Eintracht unter: Wird der Name 1. FFC Frankfurt nie mehr bei einem Frauenfußball-Bundesligaspiel auftauchen?

          Darüber habe ich in den letzten Tagen auch schon nachgedacht. Aber mit der Corona-Krise haben wir eine Ausnahmesituation. Da liegt uns die Gesundheit aller gerade näher, als über mögliche Abschiedsspieltage nachzudenken, die wir uns natürlich noch vor Ende der FFC-Zeit wünschen.

          Wie schwer trifft die Aussetzung des Spielbetriebs den FFC wirtschaftlich?

          Es stehen noch sechs Spieltage aus, die wir natürlich wirtschaftlich geplant haben. Unabhängig davon, stehe ich auch ganz persönlich als Investor im Wort, den FFC auf dem Weg zur Hochzeit mit der Eintracht-Familie mit einer schwarzen Null zu begleiten.

          Das heißt, dass Sie ein möglicher Abbruch der Saison hart treffen würde?

          Wie gesagt, ich garantiere im Einklang mit unseren Partnern und Förderern ein ausgeglichenes Ergebnis. Wir haben seriös geplant, und ich weiß um die Unterstützung unserer Sponsoren auf unserem eingeschlagenen Weg. Ein Beispiel: Lotto Hessen begleitet uns seit der ersten Stunde des FFC vor 22 Jahren und wird auch unter dem Dach der Eintracht eine wichtige Rolle spielen.

          Als Ligaausschuss-Vorsitzender der Frauen-Bundesligen überblicken Sie die gesamte Szene: Könnten Klubs auf der Strecke bleiben?

          Ich glaube, dass alle Klubs die Situation meistern können, weil die Zuschauereinnahmen nicht so entscheidend sind wie beispielsweise in der dritten Liga und den Regionalligen der Männer. In der Frauenfußball-Bundesliga machen diese deutlich weniger als zehn Prozent des Gesamtumsatzes aus. Wesentlich sind für uns die Vermarktungserlöse – die individuellen sowie die zentralen durch den DFB. Ich kann nur hoffen, dass wir als Bundesliga mit unseren 12 Filialen und unseren Liga-Partnern die Corona-Krise meistern und bald wieder positiv nach vorne schauen können.

          Bei den Männern wird nach einem Gehaltsverzicht der Profis gerufen. Ist dies auch bei den viel geringer verdienenden Frauen ein Ansatz?

          Über einen Gehaltsverzicht diskutieren wir nicht. Der Verdienst der Frauen im Fußball ist mit den Dimensionen bei den Männern überhaupt gar nicht vergleichbar. Die Spielerinnen sind die Hauptakteurinnen, die jeden Cent verdienen und auch für ihren Lebensunterhalt brauchen.

          Welche Auswirkungen hat die ungewisse Lage auf die offenen Vertragsgespräche mit den Spielerinnen, die Sie „mitnehmen“ wollen zur Eintracht?

          Alle Gespräche mit den Spielerinnen unseres künftigen Kaders laufen sehr positiv. Das Modell „Männer und Frauen unter dem Dach bei Eintracht Frankfurt“ zeigt weiterhin eine nachhaltige Magnetwirkung auf interne und externe Spielerinnen.

          Heißt das, dass die Mannschaft schon in der kommenden Saison Topklubs wie Bayern und Wolfsburg Paroli bieten soll?

          Das heißt nur, dass wir sehr frohen Mutes sind, dass wir eine sehr gut ausgerichtete Mannschaft haben werden.

          Es stehen nur noch sechs Bundesligaspieltage aus: Wann müsste es spätestens wieder losgehen, um die Saison zu Ende zu bekommen?

          Ende Mai oder im Notfall auch Anfang Juni – und wenn es die einzige Chance ist, dann auch ohne Zuschauer.

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