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1:2 in Frankfurt : Angeschlagene Bayern verlieren das Topspiel

  • -Aktualisiert am

Wieder kein Sieg in der Bundesliga: Leroy Sané und die Bayern Bild: EPA

Die Münchner verlieren 1:2 in Frankfurt. Trainer Hansi Flick weckt sein Team erst in der Halbzeit auf. Die Eintracht bleibt die Mannschaft der Stunde und gewinnt durch ein sehenswertes Tor.

          2 Min.

          Krise ist das falsche Wort, aber die Bayern sind angeschlagen. Daran gibt es nach diesem Samstag keinen Zweifel mehr. Der Aufsteiger des Jahres, die Frankfurter Eintracht, versetzte dem Rekordmeister aus München die dritte Bundesliganiederlage dieser Saison. Nach einem anstrengenden Programm und sieben Ausfällen waren die Bayern den Hessen in der ersten Halbzeit deutlich unterlegen und hätten sogar höher als 0:2 in Rückstand geraten können.

          Bundesliga
          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Kamada (12.) und der überragende Younes (31.) erzielten die Treffer gegen eine indisponierte Elf von Trainer Hansi Flick, die in der Defensive lethargisch und in der Offensive einfallslos agierte. Doch die Revolution der besten Bundesligamannschaft des Jahres 2021 gegen die beste Bundesligamannschaft der vergangenen zehn Jahre endete mit dem Halbzeitpfiff. Die Bayern dominierten danach wie nach Belieben, spielten sich Torchance um Torchance heraus, vermochten aber nur eine zu nutzen. Lewandowski gelang sein 26. Saisontreffer in der 53. Minute.

          Mit ihrem fünften Sieg im noch jungen Jahr verkürzten die Frankfurter ihren Rückstand auf die Bayern auf sieben Punkte, RB Leipzig hat an diesem Sonntag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) gegen Hertha BSC die Chance, die Distanz zum Tabellenführer durch einen Sieg auf zwei Punkte zu reduzieren. Eintracht-Innenverteidiger Martin Hinteregger sagte: „In der ersten Halbzeit haben wir uns den Sieg erspielt, in der zweiten Halbzeit erkämpft. In der ersten Halbzeit konnte ich es genießen, wie sie vorne gezockt haben.“

          Younes zirkelt Ball in den Winkel

          Die Eintracht hätte schon nach vier Minuten in Rückstand gehen können. Aber der Frankfurter Younes brauchte einen Tick zu lange für seinen Schuss, nachdem er am Fünfmeterraum frei gespielt worden war. Der Ball wurde noch geblockt. Dann gab es erst einmal fünf Minuten Pause. Schiedsrichterassistent Mike Pickel hatte sich verletzt, und bis er mit dem vierten Offiziellen, Tobias Reichel, die Rollen getauscht hatte, dauerte es ein wenig.

          Auf die Bayern wirkten die fünf Minuten Unterbrechung einschläfernd. Sie bekamen keinen Zugriff auf das Spiel, die Frankfurter kombinierten, sie liefen hinterher. In der zwölften Minute so lange, bis der Ball in ihrem Tornetz zappelte. Kamada hatte einen sehenswerten Spielzug von Younes und Kostic vollendet.

          Frankfurts Torschütze Amin Younes erinnert an Fatih Saracoglu, ein Opfer des Terroranschlags von Hanau vor einem Jahr.
          Frankfurts Torschütze Amin Younes erinnert an Fatih Saracoglu, ein Opfer des Terroranschlags von Hanau vor einem Jahr. : Bild: dpa

          Danach eroberten die Münchner zwar häufig den Ball, aber lange blieb es bei einer Scheinüberlegenheit. Die Frankfurter blieben in ihren Aktionen zupackender und gefährlicher. Das 2:0 durch Younes fiel alles andere als überraschend. Der kleine offensive Mittelfeldspieler verschaffte sich mit einer kurzen Körpertäuschung gegen Süle etwas Schussraum und zirkelte den Ball genau in den Winkel. Und fast hätte die Leihgabe des SSC Neapel in der 45. Minute auch noch das 3:0 erzielt, aber wie in seiner ersten Torszene fehlte ihm die letzte Entschlossenheit.

          Was Bayern-Trainer Hansi Flick seinen Profis in der Halbzeitpause auch gesagt haben mag: es zeigte Wirkung. Vom Anpfiff weg übernahmen die Bayern das Kommando und schnürten die Frankfurter in ihrem Strafraum ein. Es dauerte nur bis zur 53. Minute, dass Lewandowski das 1:2 erzielte.

          Die Frankfurter wirkten stehend k.o., der Ausgleich schien eine Frage der Zeit zu sein. Aber die Bayern waren nicht klar und präzise in ihren Aktion. Sie hatten auch so noch genug Gelegenheiten zu einem Treffer, aber sie verschluderten sie. Am Ende retteten sich die Frankfurter wie angeschlagene Boxer an den Ringseilen über die Zeit und hätten fast noch den Lucky Punch geschlagen.

          Doch Neuer rettete in der 90. Minute gegen Kostic mit einer Glanzparade. Eine Großtat ohne Auswirkung auf das Punktekonto. Süle vergab auch die letzte Bayern-Chance, die Niederlage war perfekt. „In der zweiten Halbzeit haben wir gut gespielt“, resümierte Torwart Neuer. „Wenn wir so in der ersten Halbzeit agiert hätten, hätten wir das Spiel auch in einer gewissen Höhe gewonnen. So aber reicht es nicht gegen diese Frankfurter Eintracht.“

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