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European League of Football : Frankfurt Galaxy verpasst die Play-offs

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Es hat am Ende nicht gereicht für Frankfurt Galaxy und Karim Ben El Ghali. Bild: picture alliance/dpa/Kessler-Sportfotografie

An ihren Erfolg aus der vergangenen Saison können die Frankfurter nicht anknüpfen. Das Team will sich in vielen Hinsichten professionalisieren. Sportlich gibt es für die kommende Serie nur ein Ziel.

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          Es hat nicht gereicht. Die Frankfurt Galaxy hat zum Abschluss der Saison 37:13 (17:13) gegen Stuttgart Surge gewonnen, aber die Play-offs der European League of Football (ELF) verpasst. Weil die Raiders Tirol 37:10 gegen die Berlin Thunder gewannen, stehen die Österreicher im Halbfinale. Am Samstag werden sie auf die Hamburg Sea Devils treffen, jene Mannschaft, die Frankfurt in der vergangenen Saison noch im Finale unterlag. Im zweiten Halbfinale am Sonntag stehen sich die Vienna Vikings und die Barcelona Dragons gegenüber.

          Schon nach dem (zu knappen) Sieg über die Raiders in der Woche zuvor hatte Galaxy-Trainer Thomas Kösling seinem Gegenüber auf Innsbrucker Seite zum Erreichen der Play-offs gratuliert. Es war keine Koketterie gewesen. Die Raiders seien ein deutlich besseres Football-Team als die Thunder, sagte Kösling nach dem Spiel gegen Stuttgart.

          Kein eigenes Trainingsgelände

          Mit Schützenhilfe aus Berlin hatte er nicht gerechnet. Die Galaxy wird ihren Titel aus der ELF-Debütsaison also nicht verteidigen. Kösling bedauert das umso mehr, da er überzeugt ist, dass seine Mannschaft zu den besten der Liga gehört. Die Heimsiege gegen Wien und Tirol, die im ELF-Finale aufeinandertreffen könnten, belegen das. Galaxy konnte auch in dieser Saison mithalten auf hohem europäischem Niveau.

          Zukünftig aber wird sich die Frankfurter Franchise in vielen Bereichen professionalisieren müssen, um nicht abgehängt zu werden. „Wir trainieren immer noch auf einem Bolzplatz, versuchen aber mit den großen Teams zu konkurrieren“, sagt Kösling. Über ein eigenes Trainingsgelände verfügt Galaxy nicht, daher weicht die Mannschaft auf den Platz des Amateurfußballvereins FFC Olympia aus.

          Da die Footballspieler dort nur Gäste sind, dürfen sie erst nach den Fußballspielern auf den Kunstrasen. Die Markierungen eines Footballfeldes hat der Platz nicht, die Trainer behelfen sich mit Hütchen. Keiner von ihnen ist in Vollzeit beschäftigt. Keine andere Franchise der ELF hat ausschließlich Teilzeit-Trainer. Kösling fasst zusammen: „Wir fahren mit einem VW gegen einen Porsche.“

          Christopher Knower hingegen, der Geschäftsführer und Mitgesellschafter der Galaxy, wählt seine Worte mit Bedacht und redet nüchtern. In der Sache sind sich Knower und Kösling aber einig. Die Infrastruktur müsse sich bessern, sagt Knower und hofft auf städtische Unterstützung. Konkreter wird es schon in den kommenden Wochen werden. „Wir haben im September und Oktober Termine mit der Stadt und schauen uns potentielle Trainingsflächen an.“ Zwei, drei Flächen im Frankfurter Stadtgebiet stünden aktuell zur Disposition.

          Finanziell gesund

          Strukturelle Fortschritte habe man vor allem im Hintergrund gemacht, sagt Knower. Mit dem Einstieg eines weiteren Gesellschafters vor der Saison habe Galaxy die Organisation ausgebaut, doch auch hier gibt es Entwicklungspotential. „Die Anforderungen im Marketing, Sponsoring und Ticketing werden weiter steigen und daher werden wir uns auch hier breiter aufstellen müssen.“ Ob das erklärte Ziel, die Saison nicht im Minus zu beenden, erreicht wurde, konnte Knower nicht sagen. Er wisse dies gegenwärtig noch nicht. Nur so viel: Die Galaxy sei finanziell gesund.

          So wie die alte Saison endet, beginnt die Vorbereitung auf die neue. Urlaub machen Knower und Kösling jedenfalls erstmal nicht. In den kommenden zwei Wochen werden Gespräche mit dem Cheftrainer und seinen Assistenten geführt. Grundlegende Zweifel an Köslings Arbeit hat die Geschäftsführung nicht. „Wir wollen mit ihm weiter zusammenarbeiten“, sagt Knower. Fest steht bereits, dass Galaxy am 23. Oktober ein offenes Training abhalten wird, um Talente aus der Umgebung zu sichten.

          Man sei stolz auf das, was die Mannschaft geleistet habe, so Knower: „Wir haben eine gute Saison gespielt.“ Meister werden zu wollen sei nicht die falsche Zielsetzung gewesen. Wohin die Galaxy 2023 will, ist bereits klar: „Das Ziel für die kommende Saison wird das gleiche sein. Jeder Sportler will das Höchste erreichen. Wir wollen Meister werden.“

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