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Eintracht im DFB-Pokal : Frankfurt reichen fünf lichte Minuten

Glückliche Sieger: Frankfurt gewinnt bei 1860 München. Bild: dpa

Die Eintracht hat lange große Mühe, doch dann bringen zwei Tore den Bundesligaklub im DFB-Pokal in die Erfolgsspur. Am Ende aber wird es gegen 1860 München nochmal richtig knapp.

          3 Min.

          Die erste Hürde ist genommen, und die Erleichterung darüber war groß. „Wir haben uns sehr schwer getan und wussten, dass es nicht einfach wird“, sagte Fredi Bobic. Als am Samstag nach der vierminütigen Nachspielzeit im Münchner Stadion an der Grünwalder Straße der Schlusspfiff ertönte, machte sich die Frankfurter Delegation zügig daran, nach dem verdienten 2:1-Sieg gegen den Drittligaklub TSV München 1860 die Stätte des Erfolgs zu verlassen.

          DFB-Pokal

          Sportvorstand Bobic verfolgte die Erstrundenpartie im DFB-Pokal aus erhöhter Warte auf der nahezu verwaisten Haupttribüne und konstatierte später, „dass bei den Löwen super Jungs dabei sind mit einem erfahrenen Fuchs im Sturm, Sascha Mölders“. Jener Mölders, den man noch aus seiner Frankfurter Zeit beim FSV kennt und der es auch mit 35 Jahren noch versteht, höchst gefährlich seiner Arbeit nachzugehen. „Es ist immer schwer, diese erste Runde zu spielen. Deshalb sind wir froh, dass wir durch sind“, sagte Bobic.

          Fünf starke Minuten in der überlegen geführten zweiten Halbzeit haben der Eintracht gereicht, um sich für die zweite Runde kurz vor Heiligabend zu qualifizieren. Zuvor war es „ziemlich pari“, wie Bobic befand. Die Eintracht hatte im ersten Spielabschnitt „viele schlampige Situationen“. Es dauerte lange, sehr lange, bis die Frankfurter vor dem Tor der drittklassigen Löwen auftauchten. Dominik Kohr versuchte es mit einem Linksschuss aus 20 Metern und hatte Pech, dass er nur den rechten Pfosten traf (18. Spielminute). Das Spiel war bis zu diesem Zeitpunkt ausgeglichen, und das blieb es auch bis zur Pause.

          Bewachung für Mölders

          Eintracht-Trainer Adi Hütter hatte sich vorab zu einer wichtigen und richtigen Personalmaßnahme entschieden: Martin Hinteregger sollte die Kreise von Löwen-Kapitän Mölders einengen und ihm zu diesem Zweck nicht von der Seite weichen. Trotzdem war Mölders der mit Abstand gefährlichste Münchner Angreifer, der sich trotz der intensiven Bewachung immer wieder in Szene zu setzen vermochte. So in der 23. Minute, als er einen Kopfball an den linken Pfosten setzte. Eintracht-Torwart Kevin Trapp war Ausgangspunkt dieser Löwen-Chance, spielte der Nationalspieler zuvor doch unbedrängt den Ball zu einem Münchner.

          Drei Minuten später waren es abermals die Sechziger, die gefährlich im Strafraum auftauchten. Mölders jedoch verpasste den von Phillipp Steinhart geschlagenen Flankenball. Der vielbeschäftigte Hinteregger verdiente sich ein Sonderlob, als er Fabian Greilinger in bester Schussposition stoppte (33.). Und wieder war es Mölders, der Maß nahm, aber knapp das Frankfurter Tor verfehlte (40.).

          Doppelschlag zur rechten Zeit

          Nach dem Seitenwechsel nahm die Partie die gewünschte Wendung. Plötzlich lief es genauso, wie sich Hütter das vorgestellt hatte. Die Dominanz im Ballbesitz wurde größer und größer – und der Favorit aus Frankfurt schlug eiskalt zu. Um den Löwen den schnellen K.o. zu versetzen, brauchte die Eintracht nur zwei lichte Momente. Fünf Minuten dauerte das, dann war das Spiel nahezu entschieden. In der 51. Minute profitierte André Silva von einer vorzüglichen Vorarbeit, initiiert vom Flankengeber Kohr und perfekt mit der Innenseite weitergeleitet von Sturmkollege Bas Dost. Der Portugiese Silva, der sich zwei Tage zuvor noch mit der Eintracht über einen Kauf einig wurde und sich bis Mitte 2023 an die Frankfurter band, vollendete unbedrängt mit dem Kopf. Fünf Minuten später revanchierte er sich, denn diesmal war es Dost, der keine Mühe hatte, Silvas Flanke zum 2:0 zu veredeln.

          Ein Doppelschlag zur rechten Zeit. Die Löwen waren am Limit, wenngleich sie noch einmal Hoffnung schöpften, als ihnen in der 78. Minute ein Strafstoß zugesprochen wurde. Trapp hatte Stefan Lex im Strafraum zu Fall gebracht. Steinhart ließ sich die einmalige Chance nicht nehmen, um unbedrängt aus elf Metern auf 1:2 zu verkürzen. Und fast wären den Löwen sogar noch der Ausgleich geglückt. Doch Trapp war auf der Hut. Kapitän David Abraham mit einer ungeplanten Kopfballrückgabe hatte Trapps ganzes Können herausgefordert (86.).

          „Die Löwen waren ein aggressiver Gegner“, sagte Bruno Hübner in seiner Analyse. „Aber in der zweiten Halbzeit haben wir ein ordentliches Spiel gemacht“, fügte der Frankfurter Sportdirektor an. Der umsichtige Hinteregger gab zu bedenken, „dass wir sicherlich nicht in Bestform gewesen sind, und die Löwen haben auch alles reingehauen“. Besonders Mölders hatte es dabei dem Frankfurter Abwehrchef angetan. „Er ist ein sehr cleverer Spieler. Zum Glück für uns aber fehlt ihm ein bisschen die Schnelligkeit.“ Der schnelle Silva, der umsichtige Dost und die nach dem Wechsel ganz auf Ballbesitz fokussierte Spielweise haben den Unterschied gemacht. Bobic sagte: „Wir lieben den DFB-Pokal.“ Für die Eintracht geht er weiter.

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