https://www.faz.net/aktuell/sport/rhein-main-sport/eintracht-frankfurt/wie-niko-arnautis-eintracht-frauen-in-champions-league-fuehren-will-18240157.html

Frankfurt-Trainer Arnautis : „Alle verkörpern die Eintracht-DNA“

„Aggressiv gegen den Ball“: Arnautis im Training in Grünberg Bild: Imago

Niko Arnautis spricht im Interview über den letzten Schritt der Eintracht-Frauen auf dem Weg in die Champions League, die Lehren aus der zurückliegenden EM und die besondere Frankfurter Mentalität.

          4 Min.

          Niko Arnautis, am kommenden Donnerstag beginnt in Dänemark das Turnier zur Qualifikation um die Champions League. Eintracht Frankfurt muss zunächst gegen Fortuna Hjørring bestehen, das den Heimvorteil auf seiner Seite hat. Schaffen Ihre Spielerinnen den Sprung in die Königsklasse?

          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

          Wir werden alles dafür geben. Aber wir unterschätzen niemanden. Die Aufgabe wird nicht einfach, das haben wir auch bei den Video-Analysen von Fortuna Hjørring festgestellt. Sie werden, wenn sie auf uns treffen, schon zwei Liga-Spiele absolviert haben. Und wir kommen aus der Vorbereitung. Dabei sind wir gerade am Feinschliff. Zu unserer Mentalität gehört jedoch, dass wir uns immer vornehmen, als Team zu funktionieren und unsere Stärken auf den Platz zu bringen, ganz unabhängig davon, wer unser Gegner ist. Unser Team ist weitgehend zusammengeblieben, wir müssen nicht viele neue Spielerinnen integrieren. Und unsere Spielidee ist komplett vertraut: Bei uns verkörpern alle die Eintracht-DNA. Wir gehen aggressiv gegen den Ball, spielen mutig und marschieren nach vorne.

          Sie möchten die Eintracht hinter dem FC Bayern München und dem VfL Wolfsburg als Spitzenadresse im Fußball der Frauen etablieren. Worauf gründet sich Ihre Hoffnung, dass das klappt?

          Durch die Fusion zwischen dem FFC und der Eintracht haben wir vor zwei Jahren ein Fundament gelegt, auf dem wir etwas aufbauen. Die Sprünge, die wir seitdem geschafft haben, sind groß. Aber wir wollen mehr, unsere bisherigen Leistungen bestätigen und den Abstand zur Spitze weiter verkleinern. Wir haben kein Abo auf eine bestimmte Platzierung und wissen, dass der Wettbewerb wieder hart wird und wir die Professionalisierung in allen Bereichen vorantreiben müssen. Die Konkurrenz ist groß: In den vergangenen Jahren haben zum Beispiel mit Hoffenheim, Leverkusen oder Potsdam starke Konkurrenten um die vorderen Plätze mitgespielt. Auch die anderen Vereine zeigen die Ausgeglichenheit der Liga und entwickeln sich Jahr für Jahr. Die Qualität in der Bundesliga ist sehr hoch. Das kam auch bei der Europameisterschaft zum Ausdruck, wo das deutsche Team fast ausschließlich aus Spielerinnen bestand, die in der Heimat unter Vertrag stehen.

          Die EM ist seit zwei Wochen Geschichte. Zehn Spielerinnen der Eintracht waren dabei: vier für die Deutschen, vier für Österreich und jeweils eine für die Schweiz und Island. Was haben die Titelkämpfe in England gebracht?

          Die Zahlen des Turniers sprechen für sich: Fast 18 Millionen Zuschauer im Finale im Schnitt vor den Bildschirmen sind eine tolle Bestätigung. Viel mehr haben auch Männer-Mannschaften nicht. Es war eine große Freude, daran teilzuhaben, mit welchem Spaß die Mädels bei der Sache waren, nicht nur die deutschen – sondern alle. Sie haben sich sympathisch, authentisch, ehrlich und offen präsentiert, neben dem technisch-taktisch guten Fußball, den die Spielerinnen präsentiert haben. Ich bin mir sicher, dass viele, die vorher beim Fußball der Frauen skeptisch waren, jetzt anders urteilen.

          Haben Sie sportliche Trends ausmachen können, die sich auf Ihre Alltagsarbeit auswirken werden?

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wollen eine Identifikationsnummer: Russische Bürger vor einem Bürgeramt in Almaty

          Mobilmachung in Russland : Abgesetzt aus Putins Reich

          Zigtausende Russen sind wohl schon nach Kasachstan geflohen. Dessen Präsident Tokajew verspricht Hilfe – und setzt sich von Putin ab.

          Sabotage an Nord Stream : Eine bekannte Gefahr

          Seit Montag entweicht aus drei Lecks in den Pipelines Nord Stream 1 und 2 Gas in die Ostsee. Nun fragen sich alle: Wer hat die Pipelines sabotiert?

          Superstar als Auslaufmodell : Zum Heulen mit Ronaldo

          Cristiano Ronaldo hat den Zeitpunkt für einen würdevollen Abschied verpasst. Der Superstar versucht verzweifelt, sich gegen den Lauf der Zeit zu stemmen. Damit wird er auch für seine Trainer zum Problem.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.