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Ohne Bobic, Hütter und Hübner : Keine Angst vor der Zukunft

  • -Aktualisiert am

Adi Hütter: Kommende Saison bei Borussia Mönchengladbach Bild: Reuters

Sportvorstand, Trainer und Sportdirektor verlassen die Eintracht bald. Dass ganz schnell Ersatz gefunden werden muss, ist Unsinn. Lieber durch eine ausgereifte Entscheidung die rosige Zukunft sichern.

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          Die Fußball-Bundesliga funktioniert immer mehr nach den Mechanismen der Börse. Phantasien, Perspektiven, Zukunftsszenarien zählen mehr als die gegenwärtige Realität. Glänzende aktuelle Zahlen haben so manches Dax-Unternehmen nicht vor einem Kurseinbruch bewahrt, weil negative Prognosen gestellt wurden. Nach diesem Prinzip würde die Frankfurter Eintracht im Moment einen Tiefflug in den Börsencharts erleben. Sportvorstand Fredi Bobic weg, Trainer Adi Hütter weg – wenn schon die wichtigsten Protagonisten des sportlichen Höhenfluges woanders bessere Zukunftschancen sehen, sollten da die Anleger an die Nachhaltigkeit des Frankfurter Erfolges glauben? Ja!

          Bundesliga

          Die Kennzahlen sind nach wie vor hervorragend, im Vergleich zu den allermeisten Ligakonkurrenten hat die Corona-Krise die Entwicklung der Eintracht nicht beeinträchtigt. Trotz aller Einnahme-Einbußen laufen die Bauprojekte Stadionausbau und Profi-Camp wie am Schnürchen, das Eigenkapital wurde kürzlich erhöht, und die fast schon nicht mehr zu vermeidenden zusätzlichen Einnahmen aus der nächsten Europapokal-Kampagne (in den Etatplanungen nicht angesetzt) verleihen weiteren Spielraum.

          Und wenn ein von vielen als Bedrohung angesehener Spieler-Ausverkauf tatsächlich einsetzen würde, dann böten die hohen Erlöse die Chance, adäquaten, wenn nicht noch besseren Ersatz zu finden. Mit Ben Manga hat die Eintracht einen der anerkanntesten Fachleute Europas in ihren Reihen, was die Einschätzung von Fußballprofis betrifft.

          Drei lahme Eintracht-Enten

          Die Abschiede von Hütter und Bobic müssen die Eintracht also nicht zwangsläufig auf die schiefe Bahn führen. Zuallererst hängt alles von der Mannschaft ab. Wenn sie nun die vollzogenen Wechsel ihrer Chefs ebenso konsequent ausblenden kann wie in den vergangenen Wochen die Gerüchte und Spekulationen über deren Wechselabsichten, dann zieht die Eintracht erstmals in die Königsklasse ein. Was die Stimmung retten und den Umbruch erleichtern würde.

          Wenn die Eintracht am nächsten Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) das Ligaspiel allerdings verlieren sollte – ausgerechnet gegen Hütters neuen Verein Gladbach –, dann könnte das Gift seine Wirkung entfalten, das in der außergewöhnlichen Situation steckt, dass in der entscheidenden Saisonphase drei lahme Enten die Eintracht sportlich leiten. Trainer und Sportdirektor Bruno Hübner sind am 1. Juli Vergangenheit. Der Vertrag von Sportvorstand Bobic wird bereits zum 31. Mai aufgelöst. Nach einer Niederlage würde es der Aufsichtsratsvorsitzende Philip Holzer schwer haben, seine Politik der ruhigen Hand, die bisher erfolgreich war, fortzusetzen.

          Alle Welt würde ihn unter Druck setzen, schnellstmöglich einen neuen Sportvorstand zu präsentieren, der wiederum schnellstmöglich einen neuen Trainer finden muss, um den Zustand der Unsicherheit zu beenden. Weil doch sonst die Champions League gefährdet wäre. Doch das ist Unsinn. Auch eine überstürzte Personalwahl würde keine Siege in den letzten Spielen garantieren. Lieber durch eine ausgereifte Entscheidung die rosige Zukunft sichern.

          Peter Heß
          (peh.), Sport

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