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Eintracht Frankfurt : Vorsicht, Höhenluft

  • -Aktualisiert am

Leidenschaft siegt: Eintracht-Torschütze David Abraham. Bild: dpa

Es lässt sich nicht wegdiskutieren, dass die Frankfurter Eintracht in den vergangenen Jahren die Grundlagen für ihr Geschäft deutlich verbessert hat. Jetzt muss sie nur noch die Höhenluft vertragen.

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          Welch eine Woche für die Frankfurter Eintracht. Erst die grundsätzliche Einigung nach jahrelangen zähen Verhandlungen mit der Stadt über den neuen, vom 1. Juli 2020 an gültigen Nutzungsvertrag für das Stadion, dann das historische 5:1 über Bayern München. Langsam wird es schwer für den Klub, Schwindelgefühle zu vermeiden aufgrund seines steilen Höhenflugs. Genau darauf aber kommt es an.

          Die Regelung der Rechte und Pflichten bei der Nutzung der Arena ist für die Zukunft der Eintracht auf Sicht bedeutsamer. Im Triumph über den Rekordmeister und Angstgegner liegt das Rauschhafte des Augenblicks. Anders als dem Pokalsieg 2018, der die Frankfurter Europa-League-Glückseligkeit mit sich brachte, kommt diesem Erfolg keine zukunftsweisende Bedeutung zu. Außer, dass er positiv im Gedächtnis bleiben und die Eintracht-Geschichte zieren wird.

          Höhere Erwartungen und Ansprüche

          Das 5:1 könnte sogar negative Folgen haben, wenn Mannschaft und Publikum die falschen Schlüsse daraus ziehen würden. Nein, die Eintracht kann sich noch immer nicht mit dem FCB vergleichen, höhere Erwartungen und Ansprüche sind nicht daraus abzuleiten. Dieses Ergebnis wurde in seiner Eindeutigkeit erst durch ein paar besondere Umstände möglich. Boatengs Platzverweis, die allgemeine Münchner Verteidigungsunfähigkeit, Abrahams Rettungstaten gegen Lewandowski sowie die ungewohnte Frankfurter Effektivität vor dem Tor. Diese Einwände sollen die Leistung nicht schmälern, nur einordnen. Vor zwei Jahren hätte es der Mannschaft an der Qualität gefehlt, diese günstigen Umstände derart konsequent und überzeugend in ein Resultat dieser Höhe umzumünzen.

          Für die Entwicklung der Saison in der Bundesliga und in der Europa League heißt das aber gar nichts. Eintracht-Trainer Adi Hütter hatte vollkommen recht, als er am Samstagabend in der Jubelstimmung versicherte: „Dieses Spiel gegen die Bayern ist mit dem gegen Lüttich überhaupt nicht vergleichbar.“ Das 5:1 verändert die Chancen in keiner Weise, dass die Eintracht am Donnerstag bei Standard mit einem Unentschieden oder einem Sieg die Grundlage für das Erreichen der K.-o.-Runde schafft. Die Bayern gaben das beste (oder schlechteste) Beispiel dafür ab, was geschehen kann, wenn ein Team so von seinen Fähigkeiten überzeugt ist, dass es die Geschäftsgrundlage vergisst: rennen, kämpfen, verteidigen, durchsetzen.

          Andererseits lässt sich nicht wegdiskutieren, dass die Eintracht in den vergangenen Jahren die Grundlagen für ihr Geschäft deutlich verbessert hat. Durch die kluge Transferpolitik und die umsichtige Vereinspolitik auf den Feldern Infrastruktur, Vermarktung und Öffentlichkeitsarbeit. Jetzt muss die Eintracht nur noch die Höhenluft vertragen.

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