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Vor dem Wolfsburg-Spiel : Nichts als Einigkeit bei der Eintracht

Bruchhagen: „Es gibt niemanden bei Eintracht Frankfurt, der nicht mit all seiner Kraft daran arbeitet, dass der Verein sich auf der bestehenden Position behauptet” Bild: Wonge Bergmann

Vor dem letzten Spiel der Hinrunde gegen Wolfsburg bemühen sich Eintracht Frankfurts Trainer Skibbe und der Vorstandschef Bruchhagen vereint um gute Stimmung. „Das ist eine Fehleinschätzung“, sagt Bruchhagen über das Gerücht, es gebe ein Zerwürfnis zwischem ihm und Skibbe.

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          Zumindest in diesem Punkt herrscht Einigkeit. Sowohl Heribert Bruchhagen als auch Michael Skibbe sind „sehr zufrieden“ mit dem bisherigen Verlauf der Saison in der Fußball-Bundesliga. Die Frankfurter Eintracht hat vor dem letzten Hinrundenspieltag als Tabellenzehnter 23 Punkte geholt, was exakt der Vorgabe von Trainer Skibbe entspricht. Vorstandschef Bruchhagen hatte eine derartige Ausbeute kaum für möglich gehalten. Dafür hatte der 44 Jahre alte Skibbe gehofft, dass seine Mannschaft Verstärkung erhält, um perspektivisch in Dimensionen vorzustoßen, in denen man die Eintracht seit beinahe zwei Jahrzehnten nicht mehr gesehen hat. Doch wie schon im Sommer beim geplatzten Transfer des Brasilianers Lincoln gab es auch kurz vor Weihnachten einen Rückschlag für den forschen Skibbe.

          Diesmal war es der griechische Stürmer Theofanis Gekas, den die Eintracht nicht finanzieren konnte oder wollte. Schon wurde offen von einem Zerwürfnis zwischen Vorstandschef und Trainer gesprochen, was beide am Donnerstag erwartungsgemäß dementierten. „Das ist eine Fehleinschätzung“, sagte der in Personalunion auch als Manager tätige Bruchhagen. „Es gibt niemanden bei Eintracht Frankfurt, der nicht mit all seiner Kraft daran arbeitet, dass der Verein sich auf der bestehenden Position behauptet. Niemand bei der Eintracht will bremsen, und niemand will über das Ziel hinausschießen. Wir haben den ganz klaren Wunsch, uns weiterzuentwickeln. Eine Weiterentwicklung muss sich aber nicht immer nur tabellarisch auswirken.“

          Trainer will das Team stabilisieren

          Skibbe bestätigte zwei Tage vor dem Heimspiel gegen den deutschen Meister VfL Wolfsburg (15.30 Uhr), dass „wir natürlich gemeinsam daran arbeiten, das Beste für die Eintracht zu erzielen. Dennoch sind bei uns Unterschiede erkennbar, das ist doch ganz klar.“ Der seit mehr als zwanzig Jahren als verantwortlicher Fußballlehrer arbeitende Skibbe machte aber auch deutlich, dass er an seiner Politik der offenen und klaren Worte festhalten und weiterhin seine Meinung kundtun werde. „Ich will meine Funktion als Cheftrainer im Verein deutlich machen. Meine Rolle ist nicht unbedeutender als die des Vorstandsvorsitzenden.“

          Auch der Trainer, bekräftigte er am Donnerstag, will die Eintracht „weiter stabilisieren und weiterentwickeln“. Dabei wünscht er sich, „dass diese Dynamik auch nach Außen erkennbar ist“. Sein Anspruch, aktuell und in die nahe Zukunft gerichtet: „Wir brauchen Qualität. Im Moment können wir uns das aber nicht leisten.“ Eine Anspielung auf die fehlgeschlagenen Bemühungen, dem noch für Bayer Leverkusen stürmenden Gekas einen Wechsel nach Frankfurt schmackhaft zu machen. Dass mittlerweile der mit 33 Millionen Euro verschuldete Ligarivale Hertha BSC Berlin das Rennen um den Griechen gemacht hat, kommentierte Skibbe so: „Die Strategie des Klubs ist eine andere. Vereine wie Hertha sind mutiger mit Transfers, wir sind eher konservativ.“

          „Mit einem Verlust von 3,5 Millionen Euro geplant“

          Glaubt man Bruchhagen, dann ist die Eintracht besser als andere Vereine durch das wirtschaftlich schwierige Jahr 2009 gekommen. Trotzdem, wie schon mehrfach angekündigt, werden am Ende des Geschäftsjahres zum 30. Juni 2010 rote Zahlen auftauchen. „Wir haben mit einem Verlust von 3,5 Millionen Euro geplant“, bestätigte Bruchhagen die sommerlichen Einschätzungen seines Finanzkollegen Thomas Pröckl. Zwar habe man durch das Zusatzgeschäft DFB-Pokal außerplanmäßige Mittel erwirtschaftet. Andererseits aber ist es dem Klub nicht gelungen, Spieler abzugeben. „Unsere Planungen haben die Trennung von zwei, drei Spielern impliziert“, sagte Bruchhagen. Doch Profis wie Mahdavikia, Toski und Heller stehen noch immer unter Vertrag. „In dem Zielkorridor werden wir aber landen“, versprach der Manager.

          Ihre sportlichen Ziele hat Skibbes Mannschaft in der Hinrunde schon erreicht. Trotzdem erhofft sich der Trainer eine nochmalige Leistung wie beim 1:1 in Hoffenheim. „Wir wollen gegen eine richtig gute Mannschaft richtig gut mitspielen. Dann wäre es ein tolles Jahr.“ Das würde Skibbe auch helfen, über die drei Spiele gegen Stuttgart, Bayern und Leverkusen, „die unter aller Kanone waren“, leichter hinwegzuschauen.

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