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Vor dem Derby gegen Mainz : Die Eintracht wechselt auf die Überholspur

Üben sich als neue Frankfurter Flügelzange: die zuletzt offensiv treffsicheren Patrick Ochs und Maik Franz Bild: Wonge Bergmann

Vor dem Duell tauschen die Nachbarn Frankfurt und Mainz artig Freundlichkeiten aus. Das Spiel wird der gegenseitigen Zuneigung aber wohl Grenzen setzen. "Wir möchten die Nullfünfer überholen - spätestens zum Saisonende", kündigt Trainer Skibbe an.

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          Das Modell hat gefruchtet. Und deshalb gibt es für Michael Skibbe auch keine Veranlassung, für das mit Spannung erwartete Nachbarschaftsduell gegen Mainz 05 an personellen Stellschrauben zu drehen. Der Trainer der Frankfurter Eintracht setzt auf Kontinuität. „Ich will mit der Mannschaft von Berlin spielen“, sagte er am Donnerstag. „Sie hat sich einen erneuten Auftritt verdient. Die dort gezeigte Leistung wollen wir gegen Mainz bestätigen.“ Berlin, das war vor knapp einer Woche das überzeugende 3:1 gegen die in der Fußball-Bundesliga abgeschlagene Hertha. Dabei hatte die in allen Belangen überlegene Eintracht schon mit drei Treffern in Führung gelegen; die ersten beiden hatten zwei Profis erzielt, die sonst von Amts wegen nicht gerade zu den Torjägern zählen: Patrick Ochs und Maik Franz.

          Im Berliner Olympiastadion hat dieses Duo mit großem Erfolg die neue Frankfurter Flügelzange gebildet. Franz als rechter Verteidiger, Ochs als vor ihm postierter Wirbelwind. Fortsetzung soll an diesem Samstag folgen, wenn in der dann ausverkauften Arena (Anstoß 18.30 Uhr) der Gegner Mainz 05 heißt. Der aktuelle Tabellensiebte zu Besuch beim Rangzehnten: Formal trennen die beiden Rhein-Main-Klubs vier Punkte, „doch spätestens bis zum Saisonende“, so der Anspruch von Eintracht-Trainer Skibbe, „möchten wir die Nullfünfer gerne überholen“.

          „Sie spielen recht unbekümmert“

          Dass die Mainzer nach vierzehn Punktspielen vor der Eintracht stehen und überhaupt eine bislang überaus erfolgreiche Saison spielen, findet der Frankfurter Trainer „nicht wirklich überraschend. Sowohl Mainz als auch Freiburg füllen die Nischen in der Bundesliga sehr gut aus“, sagte Skibbe. Das Plus der Mainzer: „Sie spielen recht unbekümmert und können zu jeder Zeit auf einem guten Niveau spielen.“ Die Art und Weise, wie Trainerneuling Thomas Tuchel bisher am Bruchweg arbeitet, imponiert Skibbe. „Ich habe Respekt und Achtung vor der Leistung der Mainzer. Das ist eine ganz sympathische Bundesliga-Mannschaft.“

          Die Eintracht hat sich dank ihres wichtigen Auswärtserfolges bei Hertha BSC Berlin gleichfalls Sympathiepunkte erarbeitet. Vor allem die personellen Umstellungen, die für reichlich Schwung und Belebung auf der rechten Seite gesorgt haben, könnten für Skibbes Mannschaft Fingerzeige für einen versöhnlichen Jahresausklang sein. Gewiss: Mit den Vergleichen gegen Mainz, Hoffenheim und Wolfsburg stehen noch drei Punktspiele bis Weihnachten aus. Doch die Chance, dass gesteckte Halbetappenziel von 23 Punkten zu erreichen, ist seit dem Coup bei der Hertha schlagartig größer geworden.

          „Wir fahren zur Eintracht, um zu gewinnen“

          Ochs, der den Torreigen in Berlin eröffnet hatte, lobte am Donnerstag, „dass die Mainzer bisher alles richtig gemacht haben“. Der neuerdings als Torschütze in Erscheinung getretene Frankfurter Fußballprofi erkannte zudem: „Sie haben bisher noch kein schlechtes Spiel gehabt und sind auch noch nicht eingebrochen. Wir aber hatten schon unsere schlechte Phase. Ich glaube, die Mainzer werden noch in ein tiefes Loch fallen.“ 05-Trainer Tuchel glaubt nicht, dass dieser mögliche Einbruch ausgerechnet in Frankfurt einsetzt. „Wir fahren zur Eintracht, um zu gewinnen“, sagte der Mainzer Trainer. „Wenn man in Frankfurt meint, die Nummer eins im Rhein-Main-Gebiet zu sein, ist das deren eigene Wertschätzung. Wir geben die Antwort auf dem Platz.“

          Kesse Worte eines Trainernovizen, der bislang auf eine höchst erfolgreiche Spielzeit zurückblicken kann. Der Vergleich mit der Eintracht wird erste Aufschlüsse geben, ob das Hoch am Rhein weiter Konjunktur hat. Ober ob die Eintracht-Profis ihrem Etappenziel von 23 Punkten und dem damit verbundenen verlängerten Weihnachtsurlaub ein Stück weit entgegenkommen.

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