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Eintracht Frankfurt : Vom Spätstarter zum erfolgreichen Spielverderber

  • -Aktualisiert am

Im Luftkampf, hier gegen Michael Bemben von Union Berlin: Michael Fink (links) Bild: AP

Es deutet einiges daraufhin, dass Michael Fink in dieser Saison gelingen könnte, was ihm in der vergangenen Saison versagt geblieben ist: eine feste Größe in der ersten Mannschaft von Eintracht Frankfurt zu werden.

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          Mit dem Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin war Michael Fink am vergangenen Samstag in seine zweite Saison bei der Frankfurter Eintracht gestartet. Die Leistung gegen die Berliner war eine der besten, die er bisher im Frankfurter Trikot gezeigt hat. Es deutet einiges daraufhin, dass dem 25 Jahre alten Mittelfeldspieler in dieser Saison gelingen könnte, was ihm in der vergangenen Saison versagt geblieben ist. Als Stammkraft war Fink zunächst fest eingeplant, eine vergleichsweise harmlose Verletzung, der Bruch eines kleines Zehs, hatte allerdings große Auswirkungen gezeigt und ihn weit zurückgeworfen. Bis zum Ende der vergangenen Spielzeit war er trotz insgesamt 23 Einsätzen in der Bundesliga immer nur einer von vielen Spielern gewesen, die im defensiven Mittelfeld ihre Aufgaben zu erfüllen hatten.

          Erst jetzt ist er einem Stammplatz ganz nahe – zum einen wegen solider Vorstellungen im Pokalspiel bei Union Berlin und im Bundesligaspiel gegen die Hertha, aber auch, weil die Konkurrenz geringer geworden ist. Mit Jermaine Jones und Benjamin Huggel haben zwei Spieler den Klub verlassen, zudem wird Chris Hening wieder einmal für längere Zeit verletzt fehlen. Trainer Friedhelm Funkel attestierte Michael Fink noch vorsichtig eine „ordentliche Leistung“ gegen Hertha und spornt ihn an, „seinen Platz jetzt zu verteidigen.“ Funkel mahnt aber auch, „dass er nicht so viele Abspielfehler machen darf wie während der Vorbereitungsspiele.“

          In der Rolle des Sechsers

          An Motivation wird es Michael Fink bei der nächsten Begegnung sicher nicht fehlen. Die Eintracht wird am Samstag bei Arminia Bielefeld antreten, Michael Fink also gegen seinen ehemaligen Klub. „Anders als andere Spiele“ sei diese Begegnung, gibt er zu, „ich hatte in Bielefeld eine schöne Zeit und freue mich auf die Rückkehr.“ Gemeinsam mit Neuzugang Junichi Inamoto wird Fink im defensiven Mittelfeld arbeiten, wie gegen Berlin versuchen, dem Gegner den Spaß am Spiel zu nehmen. Fink trägt nicht nur die Nummer 6 auf dem Rücken, er füllt auch die Rolle eines Sechsers aus, also jener Spieler, die die Bälle vom Gegner erobern und dann gewinnbringend in den eigenen Reihen weiterleiten sollen – eine Art konstruktiver Spielverderber.

          Inamoto sieht er dabei als „idealen Partner“, weil der Japaner seine Rolle ein wenig offensiver interpretiere „und wir uns so ganz gut ergänzen“. Er halte Inamoto gerne den Rücken frei, damit dieser im Spiel nach vorne Akzente setzen könne. Die privaten Kontakte zu Inamoto seien „sehr gut“, versichert Fink, der aus eigener Erfahrung viel Verständnis für dessen Startprobleme aufbringt. War es ihm doch vor einem Jahr ganz genau so ergangen. Inamoto müsse sich erst an die neue Umgebung gewöhnen, glaubt Fink, „er braucht einfach ein paar Spiele, bis er richtig drin ist.“

          „Erleichterung und Beruhigung“

          Von Fink kann Inamoto aus erster Hand erfahren, was die Eintracht am Samstag in der einst „Alm“ genannten Schüco-Arena erwartet – nämlich ein Gegner, der taktisch sehr gut ausgebildet sei und aggressiv zu Werke gehe. 3:1 haben die Bielefelder zum Auftakt beim deutlich stärker eingeschätzten VfL Wolfsburg gewonnen, und Fink gehörte zu den wenigen, die das „nicht überrascht“ hat. Die Chancen der Eintracht schätzt Fink auf „fünfzig zu fünfzig“ ein, schließlich habe diese auch im Abstiegskampf der vergangenen Saison vor ein paar Monaten in Bielefeld 4:2 gewonnen. Im Vertrauen auf die eigene Stärke sei dies auch diesmal wieder möglich. Der knappe Sieg zum Auftakt gegen Hertha BSC habe allenthalben für „Erleichterung und Beruhigung“ gesorgt. Der gewünschte gute Start sei nun möglich, sagt Fink. „Selbst wenn wir nur einen Punkt aus Bielefeld mitbringen, haben wir immer noch eine gute Ausgangsposition.“

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