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Eintracht Frankfurt : Trainer Funkels Taktik in der Not: Nur keine Panik

  • -Aktualisiert am

Aua: Eintracht-Recke Kyrgiakos leidet unter Bauchschmerzen - es ist wohl die Muskulatur, die zwickt Bild: Wonge Bergmann

Abwehrrecke Kyrgiakos ist nun auch angeschlagen, und Chris fehlt der Eintracht länger als erwartet. Nun sucht der Fußball-Bundesligaverein unversehrte und neue Spieler. Immerhin kommt Mahdavikia von der Asien-Meisterschaft zurück.

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          Es war kurz vor dem Ende eines internen Trainingsspielchens am Montagmittag: Michael Thurk hatte sich den Ball ein wenig zu weit vorgelegt, es kam zu einem Zusammenprall mit Christoph Preuß. Ein Zweikampf, wie er beim Training einer Profimannschaft hundertmal am Tag vorkommt. Doch bei der Frankfurter Eintracht ist zur Zeit nichts, wie es eigentlich sein sollte – und deshalb löst ein solcher Zusammenprall sofort bange Blicke aus. Es gibt kaum noch eine Chance, die Mannschaft für die ersten Aufgaben mit dem „Berliner Doppel“, dem Pokalspiel bei Union Berlin am 5. August und dem Bundesligaauftakt gegen Hertha BSC Berlin eine Woche später, einzuspielen. Es gibt auf vielen Positionen mangels Alternativen keinen Konkurrenzkampf, die Trainingsintensität muss in Anbetracht des ausgedünnten Kaders „etwas gedrosselt“ werden, wie Trainer Friedhelm Funkel im Trainingslager in Herzlake sagt. Beim Privatspiel an diesem Dienstag beim SV Meppen wird eine Mannschaft beginnen, „die so sicher nie mehr zusammenspielen wird“.

          Der Frankfurter Trainer wird die beiden Leihgaben aus der U 23, Danny Galm und Martin Hess, stürmen lassen, um den übrig gebliebenen Stammkräften wie Ioannis Amanatidis und Michael Thurk eine Verschnaufpause zu gönnen. Das Abwehrzentrum werden Marco Russ und Mounir Chaftar bilden, rechts verteidigt Christoph Preuß. Russ ist der einzige gelernte Innenverteidiger, der noch im Vollbesitz seiner Kräfte ist. „Er braucht jetzt Spielpraxis“, sagt der Trainer. Chaftar habe in der Vergangenheit hin und wieder gezeigt, dass er auf dieser ungewohnten Position bestehen könne. Und Preuß sei nun mal erster Vertreter des wie so viele andere verletzten Patrick Ochs. Nur Christoph Spycher ist von der vermeintlichen Abwehr-Stammformation übrig geblieben. Es komme „sehr viel zusammen“ in diesen Tagen, sagt der Schweizer Nationalspieler, „das könnte ein Problem werden“.

          Kyrgiakos mit Schmerzen in der Bauchgegend

          Und deshalb ist bei der Eintracht zur Zeit auch kein Zweikampf ein normaler Zweikampf. Michael Thurk musste nach seiner Begegnung mit Preuß behandelt werden und stapfte kurz darauf missmutig mit einem dicken Verband ums Schienbein vom Platz. Eine Prellung hat sich der Stürmer zugezogen, nicht schlimm und wahrscheinlich auch nicht folgenschwer. Und doch wird das Verletzungspech allmählich zur Belastung. Denn über die schon bekannten Ausfälle von Ochs, Chris und Aleksandar Vasoski hinaus musste nun auch Sotirios Kyrgiakos eine Pause einlegen.

          Chris (rechts), hier noch ganz munter, leidet seit neuestem an einer Knieverletzung
          Chris (rechts), hier noch ganz munter, leidet seit neuestem an einer Knieverletzung : Bild: ddp

          Der griechische Nationalspieler wurde vom Leiter der Lizenzspielerabteilung, Rainer Falkenhain, in ein Krankenhaus nach Meppen chauffiert. Dort unterzog sich Kyrgiakos einer Kernspintomographie, um den Schmerzen in der Bauchgegend auf den Grund zu gehen. Der Befund sei nach Auffassung des Kollegen unauffällig gewesen, sagte Mannschaftsarzt Dr. Christoph Seeger, eine schwere Verletzung wurde nicht festgestellt. Kyrgiakos leidet offenbar an einer Bauchmuskelzerrung und muss einige Tage pausieren.

          Seeger hatte das Trainingslager am Sonntagabend verlassen, um Montag zu Hause nach dem Rechten zu sehen. Chris, der sich eine Knieverletzung zugezogen hatte, wurde noch einmal einer genauen Untersuchung unterzogen. Die Diagnose war nicht erfreulich, die Knieverletzung ist noch schlimmer als ohnehin schon befürchtet. Es steht nun fest, dass Chris einen Anriss des Innenbandes davongetragen hat. Der Spieler muss nicht operiert werden, muss aber für sechs Wochen eine stabilisierende Schiene tragen.

          Mehdi Mahdavikia kommt zurück

          Vasoski nach seinem Nasenbeinbruch und Kyrgiakos werden also bald ebenso in den Kreis der Mannschaft zurückkehren können wie Ochs, der wegen eines Muskelfaserrisses nur zuschauen kann. Chris aber wird länger ausfallen. Und so stellt sich weiter die Frage, ob die Eintracht kurzfristig noch einmal auf dem Transfermarkt tätig werden soll oder nicht. Trainer Funkel ließ sich nicht in die Karten schauen und sagte nur: „Schaun mer mal.“ Sicher sei lediglich, „dass wir nicht in Panik verfallen“.

          Die in Anbetracht der vielen Verletzten womöglich nur gespielte Gelassenheit wird unterstützt durch die in Kürze erwartete Rückkehr von Mehdi Mahdavikia. Nach dem Ausscheiden der iranischen Nationalmannschaft bei der Asien-Meisterschaft wird dieser in den nächsten Tagen zurückerwartet. Gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen will Funkel das Für und Wider einer Neuverpflichtung abwägen, „und dann werden wir hoffentlich die richtige Entscheidung treffen“.

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