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Torsten Frings : Der Gestalter bleibt

  • -Aktualisiert am

Hält den „Lilien“ die Treue: Darmstadt 98 kann langfristig mit Torsten Frings planen. Bild: Jan Huebner

Torsten Frings und sein Trainerteam verlängern ihre Verträge bei Darmstadt 98 vorzeitig bis 2020. Für „Lilien“-Präsident Fritsch ist dies der „Grundstein für Kontinuität“.

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          Die „Lilien“ planen ihre sportliche Zukunft mit Torsten Frings. Der SV Darmstadt 98 und sein Cheftrainer haben ihr Vertrauensverhältnis in eine neue Vertragsform gegossen. Frings und die drei weiteren Mitglieder seines Trainerteams haben, wie der SVD am Dienstagabend bekanntgab, ihre ursprünglich bis Ende Juni 2018 laufenden Kontrakte beim aktuellen Zweitliga-Zweiten vorzeitig bis Ende Juni 2020 verlängert. „Es ist kein Geheimnis, dass mein Trainerteam und ich uns in Darmstadt sehr wohlfühlen“, sagte Frings. „Der Verein, die Fans und die ganze Stadt haben mich vom ersten Tag an mit offenen Armen empfangen – und ich weiß, dass sich auch meine Kollegen mit Stadt und Klub total identifizieren.“ In diesem Sommer hat der 40-Jährige viele langfristige Personalentscheidungen sportlicher Natur getroffen, indem die „Lilien“ mit Neuzugängen lange Vertragslaufzeiten schlossen, aber auch Profis, die schon länger im Klub sind, von vorzeitigen Verlängerungen der bestehenden Arbeitspapiere überzeugten.

          So ist es nur konsequent, dass Frings und seine Mitstreiter den angestoßenen Weg auf lange Sicht begleiten. „Nachdem wir in den vergangenen Monaten bereits innerhalb der Mannschaft den Grundstein für Kontinuität geschaffen haben, freuen wir uns sehr, dass wir nun auch mit der sportlichen Führung langfristig planen können“, sagte Rüdiger Fritsch. Der Vereinspräsident ist voll des Lobes für seinen leitenden Angestellten, der in Darmstadt zu Jahresbeginn seine erste Stelle als Chefcoach antrat. „Die Arbeitsweise, die Außendarstellung und das Selbstverständnis des Trainergespanns passen perfekt zum SV 98“, so Fritsch. Neben Frings sind nun auch Ko-Trainer Björn Müller, Athletiktrainer Kai Peter Schmitz und der schon seit 2013 am Böllenfalltor arbeitende Torwarttrainer Dimo Wache bis Mitte 2020 an den Verein gebunden. „Wir schätzen das Familiäre und das Bodenständige am SV 98, aber auch den Willen, etwas aufzubauen und sich im Profifußball zu etablieren. Diesen Weg mitzugehen und mitzuprägen macht uns allen wahnsinnig Spaß“, sagte Frings.

          Kumpeltyp mit Autorität

          Dass er den eingeschlagenen Weg mitgehen wolle, klingt etwas tiefgestapelt. Denn der einstige Nationalspieler ist nicht Mitläufer, sondern der Gestalter schlechthin beim bestens in die Saison gestarteten SVD und hat bislang eine bemerkenswerte Arbeitsprobe am Böllenfalltor abgegeben. Frings hat zielführende Veränderungen am Kader und der Spielweise bewirkt, ohne die DNA des für ehrliche Maloche stehenden Klubs anzutasten – woran sein Vorgänger Norbert Meier noch krachend gescheitert war. Angetreten in aussichtsloser Lage im Abstiegskampf im Januar, schien auch der gebürtige Würselener zunächst keine wesentlichen Verbesserungen in der Bundesliga-Rückrunde bewirken zu können. Doch seine Authentizität, Willenskraft und Geradlinigkeit im Wirken nach außen und in der Kabine verschafften ihm einen großen Kredit bei Spielern, Vereinsführung und Fans. Zumal er, als Spieler am Aachener Tivoli sozialisiert, sich, ohne jemals zu murren, mit den speziellen Arbeitsbedingungen rund ums Böllenfalltor arrangierte.

          Die Spieler beschreiben Frings als Kumpeltyp mit Autorität, der es versteht, je nach Bedarf ein angenehmes Wohlfühlklima und eine kernige Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Eine starke Fringssche Leistung war, in der Schlussphase der Erstligasaison dank verbesserter Spielkultur mit reihenweise guten Auftritten eine neue, anhaltende Begeisterung für den SVD in Stadt und Umland zu schaffen. Und parallel dazu im laufenden Erstligabetrieb die neue Zweitligaspielzeit vorzubereiten, indem er auf Profis baute, die auch in der zweiten Liga den Grundstock bilden. Dazu gelang es ihm, seinen Gestaltungsfreiraum – einen Sportdirektor beschäftigen die „Lilien“ nicht mehr – für Transfers der Marke Kevin Großkreutz oder Hamit Altintop zu nutzen. Der Stimmung beim „Fanabend“ am Dienstag, an dem sich Frings und sein Assistent Müller in der „Lilienschänke“ den Fragen von Anhängern stellten, war die Bekanntgabe der Fringsschen Vertragsverlängerung jedenfalls nicht abträglich.

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