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Spektakel in Gladbach : Eintracht-Pleite beim wieder neuen Tabellenführer

  • -Aktualisiert am

In Mönchengladbach unterlegen: Eintracht Frankfurt um Kapitän David Abraham Bild: EPA

Mit dem beeindruckenden Sieg gegen Frankfurt steht die Borussia wieder an der Ligaspitze. Die Eintracht indes ärgert sich über Unkonzentriertheiten und vier entscheidende Fehler. Das Aufbäumen kommt zu spät.

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          Die Ansprüche wachsen rasant unter den Fans von Borussia Mönchengladbach dort oben auf Rang eins der Bundesliga. Als der Klub vor drei Wochen die Führung im nationalen Ligawettbewerb übernahm, brüllten die Fans im Borussia-Park noch voller Emotionen „Spitzenreiter, Spitzenreiter“, nach dem aufregenden 4:2 gegen Eintracht Frankfurt sangen sie nun noch berauschter: „Wir holen die Meisterschaft und den Uefa-Cup.“ Zum ersten mal seit dem jüngsten Bundesligatitel 1977 stehen die Gladbacher nun drei Spieltage am Stück auf Rang eins.

          Bundesliga

          Das sei „super“, sagte Mittelfeldspieler Denis Zakaria behauptete aber umgehend: „Wir denken nicht viel an den ersten Platz, wir arbeiten weiter.“ Doch die Stabilität dieses Teams ist beeindruckend, beflügelt vom Erfolg geht der Plan von Trainer Marco Rose immer besser auf. Der Trainer zählt ja zur Schule der Balleroberer, die von den Klubs aus dem RB-Imperium geprägt ist, legt aber viel Wert auf ein paar eigene Merkmale. Jenseits der aggressiven Jagd nach Umschaltmomenten will er auch Phasen mit eigenem Ballbesitz und kreative Lösungen gegen tief stehende Gegner sehen. An diesem Sonntagabend agierte die Borussia in vielen Phasen tatsächlich wie ein Spitzenteam, das beide Stilelemente beherrscht. Nicht im Rausch eines Tabellenführers über sich hinaus wachsend, sondern strukturiert, planvoll mit viel Qualität auf dem Platz und vor allem mit Wucht und Kraft. „Wir entwickeln immer mehr Power, auch in den engen Momenten“, sagte Stefan Lainer.

          Es gab Phasen mit ruhigem und geduldigen Ballbesitzfußball und dem erkennbaren Vorsatz, in den richtigen Momenten durch Vertikalpässe in die gefährliche Zone vor das Frankfurter Tor zu kommen. Marcus Thuram, Breel Embolo und Patrick Herrmann wirkten beweglich und mutig, der Ball lief gut, wobei die Borussia ihre besten Chancen am Ende doch eher nach schnellen Gegenangriffen oder Standardsituationen hatte. Früh im Spiel köpfte Tony Jantschke aus günstiger Position über das Tor (7.), bevor Thuram nach einem weiteren Eckstoß gefährlich abschloss, doch Frankfurts Gelson Fernandes rettete auf der Linie (21.).

          Die längst verdiente Führung gelang ihnen dann nach einem sehenswerten Konter. In Folge einer Balleroberung der Gladbacher tief in der eigenen Hälfte und einem Doppelpass mit Laszlo Benes tauchte Embolo auf dem rechten Flügel auf, spielte einen perfekten Querpass auf Thuram, der am langen Pfosten aus sechs Metern zum 1:0 traf (28.). Doch schon kurze Zeit später musste Trainer Rose sein starkes Angriffstrio auseinander nehmen. Embolo verließ das Feld mit einer Muskelblessur, Lars Stindl, der schon in Dortmund und in Rom erste Spielminuten nach seinem Schienbeinbruch sammeln konnte, gab ein starkes Comeback vor heimischer Kulisse (35.). Und so passte das 2:0 kurz vor der Pause zum Spielverlauf.

          Konnte die Niederlage nicht abwenden: Eintracht-Keeper Frederik Rönnow, im Hintergrund die siegreichen Mönchengladbacher

          Diesmal eroberten die Gladbacher den Ball durch ihr Pressing weit in der Frankfurter Hälfte, und Danny da Costa, der schon vor dem 1:0 etwas schläfrig agiert hatte, unterlief eine Flanke von Herrmann. Der erste Versuch von Thuram im Zentrum wurde noch abgeblockt, Oscar Wendts Nachschuss landete dann aber im Tor der Eintracht (45.).

          Dennoch wurde es nach der Pause noch einmal eng, als die Frankfurter zunächst auf 2:1 verkürzten (da Costa, 59.) und auch nach dem 3:1, das Nico Elvedi im Anschluss an einen Freistoß köpfte (75.) in der Partie blieben. Hinteregger traf zum 3:2 (79.). Allerdings hatten die Gladbacher wieder eine Antwort, weil Zakaria nach starker Vorarbeit Stindls das vierte Gladbacher Tor gelungen war.

          Sportdirektor Max Eberl lobte die „große Moral“ und eine „sehr gute Leistung“ des Teams, die Mannschaft nehme „momentan in jedem Spiel den Schwung mit“. „Tabellenführer ist man nie völlig unverdient“, erklärte Eberl, und Zakaria verriet irgendwann doch, dass er manchmal von einem Wunder träumt: „Bayern und Dortmund sind Favorit“, sagte der Schweizer, „aber wir sind da, wir haben eine gute Mannschaft.“

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