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Trainer der Eintracht-Frauen : „Es gibt keinen Zeitpunkt X“

  • -Aktualisiert am

„Grundsätzlich Optimist“: Trainer Niko Arnautis Bild: Huebner

Trainer Niko Arnautis lässt den Frauen von Eintracht Frankfurt Zeit, um sich zu entwickeln. Trotzdem ist er zuversichtlich, wenn er auf das Bundesliga-Topspiel gegen den FC Bayern München blickt.

          2 Min.

          Wäre Niko Arnautis nicht Fußballtrainer, sondern Gärtner, er wäre sehr geduldig. Wer mit ihm über die Zukunft der Eintracht-Frauen spricht, der hört häufig die Worte „Reife“, „Entwicklung“ oder „Wachstum“. Mehr als ein Jahr ist es her, dass der 1. FFC Frankfurt und die Eintracht fusionierten.

          Kim Maurus
          Volontärin.

          Die vergangene Bundesliga-Saison galt als Findungsphase. Was das Spielniveau angeht, ist diese Zeit für Niko Arnautis noch lange nicht vorbei. „Wir sind unseren Weg kontinuierlich gegangen“, sagt er über die vergangenen Monate. Mit der Ernte seiner Arbeit hat er es nicht eilig. „Wir wollen gemeinsam wachsen, aber es gibt keinen Zeitpunkt X, bis zu dem etwas Bestimmtes passiert sein muss.“

          Der Saisonstart der Eintracht-Frauen zeigt, dass seine Bäume schon so manche Frucht tragen. Von bislang fünf Spielen hat die Mannschaft vier gewonnen, davon zweimal auswärts. „In Freiburg und Essen sind wir sehr reif aufgetreten“, sagt Arnautis. Nur die Niederlage gegen die TSG Hoffenheim wurmt den Trainer: „Da waren wir über weite Strecken die bessere Mannschaft.“

          Wie weit die Eintracht wirklich ist, wird sich an diesem Sonntag (16.00 Uhr bei MagentaSport) zeigen, wenn der Tabellenführer FC Bayern auf dem Rasen des Stadions am Brentanobad steht. „Natürlich wird das nicht einfach. Aber wenn wir einen Sahnetag erwischen, dann haben wir auf jeden Fall eine Chance“, sagt Arnautis. Man wolle sich den Bayern mit einer gewissen Aggressivität stellen. „Wir können mit breiten Schultern in die Partie gehen.“ Der Eintracht gehe es darum, den Verein und seine Werte auch auf dem Platz zu verkörpern. „Das ist uns bislang immer gelungen, auch wenn wir nicht jedes Spiel gewonnen haben.“

          „Wir entwickeln uns aus dem Inneren“

          Die Bilanz der Eintracht-Frauen in Topspielen wie gegen Bayern, Wolfsburg oder Hoffenheim lässt bislang zu wünschen übrig. Gegen München gelang ihnen in der vergangenen Saison kein einziger Punkt. „Die Bayern sind über Standardsituationen sehr, sehr effektiv und stark, aber auch, wenn sie Räume bekommen. Mit einem spielstarken zentralen Mittelfeld und ihrem Tempo über außen sind sie überall stark“, sagt Arnautis.

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          Den Münchnerinnen mangele es nicht an Erfahrenheit. „Wir haben im Gegensatz zu den Bayern viele aufstrebende Spielerinnen, die sich noch entwickeln.“ Man dürfe nicht verkennen, dass die Eintracht-Frauen nur drei neue Spielerinnen für diese Saison verpflichtet hätten. „Wir entwickeln uns aus dem Inneren, das macht uns umso stolzer.“

          Auch infrastrukturell wollen sich die Eintracht-Frauen weiterentwickeln. Die Trainingsplätze etwa sollen gemeinsam mit der Stadt erneuert werden; das neue Proficamp der Männer kommt auch den Frauen zugute. „Ein Verein wie Eintracht Frankfurt verfügt ja über alles, von der Führung über beispielsweise die medizinische Behandlung bis zum Ticketing“, sagt Arnautis. Das gebe der Mannschaft die Möglichkeit, sich jährlich nach vorne zu bewegen und in Ruhe zu wachsen.

          Es mag widersprüchlich sein, dass Arnautis trotz des Abstands zu den Bayern über die anstehende Begegnung sagt: „Dass wir das als Topspiel bezeichnen, liegt auch an uns, das sind auch wir.“ Vielleicht schwingt dabei aber auch das Selbstbewusstsein eines Gärtners mit, dessen Ernte noch nicht reif ist, der aber zuversichtlich auf mehr Sonne hofft. „Ich bin grundsätzlich Optimist“, sagt Arnautis. Egal, ob es um das Spiel gegen die Bayern oder die kommenden Jahre geht.

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