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Neuer Kader der Eintracht : Nicht nur Wucht und Wadenbeißen

  • -Aktualisiert am

Wer von den Kandidaten nun auch immer abspringt oder wer dem Klub noch den Rücken kehrt: Die Eintracht ist vorbereitet und hält Alternativen bereit. Während vor Bobics Zeiten als Sportvorstand mit heißer Nadel genäht wurde, um quasi tagesaktuell den Kader zurechtzuschneidern, besteht nun eine detaillierte Planung. Für jede Position existiert eine Liste von Kandidaten, unterteilt in die Kategorien Stammspieler, Ergänzungsspieler, Talent, mit dem Zusatz kurz-, mittel- und langfristige Perspektive. 16 Scouts beobachten unter der Koordination von Kaderplaner Ben Manga in Europa, Südamerika und Japan, als Letzter stieß der frühere Mönchengladbacher Bundesligaprofi Rudi Gores zum Team. Bevor ein Spieler auf die Liste kommt und Cheftrainer Adi Hütter und seinen Assistenten per Videozusammenschnitt vorgestellt wird, hat Manga ihn im Stadion begutachtet und in aller Regel auch schon Kontakt zu ihm aufgenommen. Früher verließen sie sich in Frankfurt oft auf die Empfehlung von Beratern.

Aufstellung verbessern für Europa

Einige Veränderungen im Frankfurter Bundesliga-Kader stehen schon fest. Hrgota, dessen Vertrag ausläuft, wird keinen neuen erhalten. Auch bei Tawatha, Stendera und Willems sähe es die Eintracht gerne, wenn sie den Verein verließen – die Mittelfeldspieler besitzen jedoch noch einen Kontrakt. Das gilt auch für Falette, der französische Linksverteidiger möchte jedoch die Eintracht verlassen, weil er gerne mehr Einsatzzeiten hätte. Im Tor ergibt sich derzeit folgende Lage: Es ist völlig offen, ob Kevin Trapp vom Leihspieler zum Festangestellten wird. Von seinem Klub Paris St-Germain kommen keine eindeutigen Nachrichten, ob er die deutsche Nummer drei zurückholen will. Dass PSG dem 41 Jahre alten Buffon doch noch ein Vertragsangebot unterbreitete, lässt eher darauf schließen, dass der französische Meister ohne den Deutschen plant, der mehrmals – ohne konkrete Versprechungen abzugeben – seine Verbundenheit mit der Eintracht ausdrückte. Falls Trapp nicht bliebe, suchte die Eintracht wohl eher eine Nummer zwei.

Die Trainer sind mit den Fortschritten des dänischen Nationaltorwarts Rönnow sehr zufrieden. In der Verteidigung besteht am wenigsten Handlungsbedarf. Mit Touré, Ndicka und Tuta stehen drei Begabungen unter Vertrag, mit Hasebe, Abraham und Russ drei Routiniers. Selbst wenn Augsburg den festen Wechsel von Leihspieler Hinteregger (den Verein und Spieler wünschen) nach Frankfurt verhindert, müsste nicht unbedingt ein weiterer Abwehrspieler verpflichtet werden. Im Mittelfeld benötigt die Eintracht einen offensiven Kreativen wie Kruse, einen Ersatz für Rode, ein Backup für da Costa und mindestens ein Backup für Kostic. Im Sturm muss zumindest für Jovic ein Ausgleich gefunden werden, vielleicht auch für Haller und Rebic.

Das ist das Mindeste an Neuverpflichtungen, die die Eintracht tätigen muss, da von den Nachwuchsspielern aus der eigenen Jugend keiner in die Profimannschaft drängt. Sie erhielten die Verträge, um die Quote an deutschen beziehungsweise lokalen Spielern zu erfüllen. Wenn die Frankfurter Europa-Reisenden tatsächlich die Gruppenphase erreichen, wäre es jedoch durchaus sinnvoll, das Aufgebot darüber hinaus zu erweitern und qualitativ zu verbessern. Denn die Belastungen, die daraus entstehen, sind noch höher als in der gerade abgelaufenen Spielzeit. Bis Weihnachten stünden mindestens 30 Pflichtspiele auf dem Programm. Da könnte schon Ende November die Luft ausgehen und nicht erst Ende April.

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