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Eintracht Frankfurt gegen AfD : Nie sind alle „so“

  • -Aktualisiert am

„Es kann niemand bei uns Mitglied sein, der die AfD wählt“: Peter Fischer. Bild: dpa

Es gibt viele gute Gründe, der AfD zu widersprechen. Peter Fischers Weg des Generalverdachts ist nicht der richtige. Eintracht Frankfurt sollte nicht Mitgliedern hinter die Stirn, sondern Hooligans in die Taschen schauen. Ein Kommentar.

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          Sachgrundlose Empörung sollte in Fußballstadien zur Pflicht gemacht werden. Wer nicht in der Lage ist, gegen jede Evidenz mit überschnappender Stimme zu schreien: „Das ist doch Elfmeter, du Blinder!“, während die Augen schier aus den Höhlen treten, hat in einem Stadion nichts zu suchen. Wer fünf Minuten später nicht wieder der friedlichste Mensch ist, ebenfalls nicht.

          Auch der Präsident eines Bundesligavereins darf sich, solange der Ball rollt, durchaus einmal aufführen wie Rumpelstilzchen. Allerdings darf man von Funktionären, die ein Wahlamt bekleiden, verlangen, dass sie in der Kühle ihrer Vorstandsbüros ihre Gedanken sortiert bekommen. Das gelang Peter Fischer, Präsident von Eintracht Frankfurt, nicht, als er sagte: „Es kann niemand bei uns Mitglied sein, der die AfD wählt.“

          Das ist ein Satz über alle AfD-Wähler. Gedanklich taugt er so viel wie die Aussage „Wer Pole ist, stiehlt Autos“ oder die Behauptung „Wer Eintracht-Fan ist, verprügelt Darmstadt-Anhänger“. Ja, die AfD hat unter ihren Repräsentanten, unter ihren Mitgliedern und unter ihren Wählern schlimme Hetzer, die man nicht mit der Feuerzange anfassen möchte. Und es gibt Repräsentanten, Mitglieder und Wähler der AfD, die sich Gedanken machen und auf Argumente Wert legen. Für Fischer jedoch ist das umstandslos „braune Brut“, wie er bei anderer Gelegenheit sagte. Damit schafft er eine Atmosphäre des Generalverdachts.

          Pauschale Zuschreibungen gehen freilich immer ins Leere. Der Satz „Die sind alle so“ stimmt nie. Und selbst wenn: Es ist hierzulande nicht verboten, krude, dumme und durch Fakten nicht gedeckte Ansichten zu haben.

          Gewiss, jeder Verein hat das Recht, sich seine Mitglieder auszusuchen, doch es ist nicht zu viel verlangt, dass Aufnahmekriterien und deren Überprüfbarkeit bestimmten Mindestanforderungen an Plausibilität genügen. Es reicht, sich das Bewerbungsverfahren vorzustellen, um zu begreifen, wie absurd Fischers Vorhaben ist. Soll, wer die Aufnahme bei Eintracht Frankfurt beantragt, ein Handy-Foto seines letzten Wahlzettels vorlegen? Oder ist eine kleine Gesinnungsprüfung gefällig: „Möchten Sie den Eintracht-Spieler Kevin Prince Boateng zum Nachbarn haben?“ Gruselig.

          Es gibt viele gute Gründe, der AfD zu widersprechen. Mit leerlaufender Empörung und schlichten Reflexen kommt man ihr freilich nicht bei. Es wäre klüger, wenn die Eintracht nicht Beitrittswilligen hinter die Stirn, sondern den vereinsbekannten Hooligans genauer in die Taschen zu schauen versuchte. Damit wäre für den Frankfurter Fußball schon viel gewonnen.

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