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Charly Körbel im Gespräch : „Ich würde keinen Superstar holen“

  • -Aktualisiert am

Der ehemalige Eintracht-Vorstopper Karl-Heinz Körbel Bild: dpa

Als Spieler gewann Karl-Heinz Körbel mit Frankfurt den Uefa-Pokal. Im Interview spricht er über die Leistungsdelle der Eintracht und erklärt, warum es gegen Arsenal leichter wird als gegen Wolfsburg.

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          Drei Pflichtspielniederlagen nacheinander für die Eintracht: Machen Sie sich jetzt Sorgen?

          Ehrlich gesagt: Das musste ja irgendwann mal kommen. Alles ging so steil nach oben und war positiv. Wir hatten das totale Hoch. Viele haben deshalb wahrscheinlich schon gedacht, dass die Eintracht kein Spiel mehr verlieren kann. Nur: Im vergangenen Jahr haben wir uns in bestimmten Phasen auch durchgemogelt.

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          Und heute?

          Mehr ist im Moment nicht drin. Wir tun uns ein bisschen schwerer. Vielleicht sind wir nicht mehr so spritzig, die geistige Frische scheint etwas zu fehlen. Aber so schlecht ist es ja auch nicht. Immerhin haben wir Bayern München 5:1 geschlagen. Ich habe vorher schon gesagt, dass es – überspitzt formuliert – gegen die Bayern leichter zu gewinnen sein wird als gegen Wolfsburg. Die Wolfsburger haben uns nicht so viele Lücken wie die Bayern gegeben. Gegen die war es viel, viel einfacher. Nein, ich mache mir keine Sorgen. Wir sind gut aufgestellt. Aber das ist jetzt eine neue Lernphase für alle Beteiligten, auch mit Rückschlägen umzugehen.

          War der Erfolg über die Bayern womöglich Gift?

          Nein. Ich habe mit vielen Spielern gesprochen. Keiner von ihnen ist überheblich. Sie wissen sich sehr wohl einzuschätzen. Alle bemühen sich ja, nur an Punkten ist dabei zuletzt nichts herausgekommen. Von meinen 600 Spielen in meiner Karriere waren 300 auch von dieser Art. Und eines darf auch keiner vergessen: Bis zur Winterpause werden wir 31 Pflichtspiele absolviert haben in dieser Saison. Dieses Programm ist schon Wahnsinn. Der Fußball ist mittlerweile zu einer Maschinerie geworden. Von Woche zu Woche werden Höchstleistungen und Höchsttempo von allen Akteuren verlangt. Und dann kommen noch die verletzten und gesperrten Spieler dazu. Unter diesen Umständen macht es die Mannschaft für mich wirklich gut. Die Eintracht hat einen breit aufgestellten Kader. Das Team wird wieder in die Spur zurückkommen.

          Beim 0:2 gegen Wolfsburg konnten Erik Durm und Mijat Gacinovic nicht überzeugen. Wird aktuell zu wenig Druck aus der zweiten Reihe auf die etablierten Spieler ausgeübt?

          Aber die ganze Zeit hat es doch funktioniert. Und Mijat Gacinovic, der lange nicht gespielt hat, muss man auch mal eine Chance geben. Gegen die großen und kräftigen Wolfsburger Spieler wollte Trainer Adi Hütter mit Gacinovic vermutlich einen beweglichen und quirligen Spieler reinbringen. Das Problem ist doch, dass du heutzutage kein richtiges Aufbautraining mehr machen kannst, dafür ist gar nicht die Zeit da, wie das früher noch der Fall war. In der Bundesliga spielst du bis zum 22. Dezember und Anfang Januar geht es schon wieder ins Trainingslager. Außerdem gibt es kaum Testspiele. Ja, wie soll Gacinovic denn Spielpraxis sammeln? Er muss durch diese Spiele wieder in seinen Rhythmus kommen. Und gegen Wolfsburg haben sich alle Spieler schwer getan. Stürmer Bas Dost ist zwar da, aber er macht mir auch ein bisschen einen müden Eindruck. In der Vorsaison war mit Luka Jovic, Ante Rebic und Sébastien Haller immer einer da, der ein Tor erzielt hat. Trotz der großen Belastung hat das der Mannschaft dann eine gewisse Leichtigkeit gegeben, denn es kam die zweite Luft. Momentan tun wir uns in dieser Hinsicht bedeutend schwerer.

          Wie sehr fehlen Jovic, Rebic und Haller der Eintracht?

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