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Kaderplanung der Eintracht : „Wir haben keine Baustellen“

  • -Aktualisiert am

Saisonziel Europa League? Eintracht Frankfurts Sportvorstand Bruno Hübner gibt sich zurückhaltend. Bild: Reuters

Der Verbleib von Martin Hinteregger bei der Eintracht scheint sicher. Auch Kostic gefällt es in Frankfurt. Und doch ist sein Verbleib nicht sicher. Und auch hinter einem weiteren Spiele steht ein Fragezeichen.

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          Die Zeit bis zum Saisonstart tickt langsam herunter, aber allzu viel geschieht gut anderthalb Wochen vor dem Spiel der ersten DFB-Hauptrunde nicht. „Es ist mühselig“, sagt Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner und meint damit den Transfermarkt. Der 59 Jahre alte ehemalige Torjäger schaute sich am Dienstag die Einheit zum Beginn der Trainingswoche für die Profis an und berichtete vom Stand der Dinge. Gut gelaunt, entspannt, zu einem Späßchen aufgelegt: „Ich bin vom Büroschlaf aufgewacht.“ Ganz so untätig sind er und die anderen Verantwortlichen des hessischen Fußball-Traditionsklubs natürlich nicht, denn es muss ständig Kontakt gehalten werden, um keine Entwicklung zu verpassen.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Hübner bestätigte, dass im Moment keine weiteren Veränderungen am Kader geplant sind. „Wenn kein Spieler herausgekauft wird, brauchen wir keinen neuen. Wir haben keine Baustellen.“ So optimistisch wie einige Spieler, die vom Ziel Europa-League-Platz sprachen, will sich Hübner allerdings nicht äußern: „Dazu habe ich zu viel Respekt vor der Bundesliga. Da kann immer was geschehen, Verletzungspech, fehlendes Spielglück.“ Er bestätigt immerhin, dass es keinen Grund zum Pessimismus gebe. Optimistisch macht ihn, dass ohne Europapokal-Aufgaben die Eintracht viel weniger Spiele zu bestreiten hat: „Adi Hütter wird seine Fähigkeiten nutzen und die Mannschaft sehr gut auf die Meisterschaftsspiele vorbereiten.“

          Davon, dass die Personallage so konstant bleiben wird, bis das Transferfenster am 5. Oktober schließt, geht Hübner jedoch nicht aus. Am sichersten scheint der Verbleib von Martin Hinteregger zu sein. Der österreichische Nationalspieler hat in Frankfurt sein Glück gefunden, wozu auch eine Lebenspartnerin gehört – er will unbedingt bleiben. „Er ist zu gut, als dass er keine Anfragen bekäme, aber er hat in der Vergangenheit alle abgelehnt“, sagt Hübner. Hinteregger ist kein gewöhnlicher Profi. Geld, Ruhm und Prestige sind ihm nicht das Allerwichtigste. Dass sich die Branche fast ausschließlich nach diesen Kriterien ausrichtet, ist dem Naturburschen ein Greuel. Dem daraus resultierenden Druck will er sich so weit wie möglich entziehen, für ihn hat der Wohlfühlfaktor große Bedeutung.

          Bleiben auch Kostic und Kamada?

          Und der ist am Main für ihn riesengroß. Die Zuneigung, die er in Frankfurt durch den Verein, Trainer und die Fans erfahren hat, wird er wohl schwerlich irgendwo anders noch einmal erfahren. Wie er nach seinem verschossenen Elfmeter im Europa-League-Halbfinale gegen den FC Chelsea getröstet und aufgefangen wurde, ist ihm unvergesslich. „Martin sieht die kommende Saison und seine weitere Zukunft bei uns“, sagt Hübner. Im Moment sieht es sogar danach aus, als könnte noch nicht einmal ein unmoralisch hohes Angebot daran etwas ändern. 20 Millionen Euro sollen der Eintracht vor einiger Zeit für ihn offeriert worden sein.

          Für diese Summe würde die Eintracht Filip Kostic nur ungern ziehen lassen. Aber im Moment liegt noch nicht einmal diese Summe von einem Interessenten auf dem Tisch. Wobei der Eintracht-Sportdirektor davon ausgeht, dass sich dies bis Oktober noch ändern wird. „Viele Vereine warten einfach ab, wie sich der Markt entwickelt, ob noch jemand in Not gerät.“ Auch die Eintracht ist wegen des kalkulierten Einnahmeverlustes durch Corona von 60 bis 80 Millionen Euro nicht auf Rosen gebettet. Zudem wird Kostic am 1. November 28 Jahre alt, im nächsten Jahr wird für ihn wohl kaum mehr eine so hohe Ablöse erzielt werden können wie jetzt. Das alles bedeutet jedoch nicht, dass Kostic unbedingt verkauft werden soll oder muss. „Filip fühlt sich ausgesprochen wohl in Frankfurt, wenn kein Verein kommt, der ihm entspricht, kann es gut sein, dass er bei uns bleibt.“

          Der dritte Wechselkandidat ist Daichi Kamada. Falls der Japaner seinen im kommenden Sommer auslaufenden Vertrag nicht demnächst verlängern sollte, wäre es sinnvoll, ihn noch in dieser Transferperiode zu veräußern – damit die Eintracht noch eine Ablöse generieren kann. „Er hat bei uns eine Entwicklung gemacht, und es wäre nicht sinnvoll, diese Entwicklung zu unterbrechen.“ Hübner meint damit, dass der offensive Mittelfeldspieler das Vertrauen und den Rückhalt des Trainers genieße: „Daichi hat auch nicht nur gute Spiele für uns gemacht, aber Adi Hütter baut auf ihn.“ Und Kamada könne nicht sicher sein, dass das überall so sein werde. Der Spieler und sein deutscher Berater Thomas Kroth würden das auch so sehen. Aber Kamada werde auch noch von einem Landsmann vertreten, so Hübner. „Der ist nicht so nah dran, aber ich bin dennoch optimistisch, dass Kamada bleibt. Nur noch Nuancen fehlen zur Vertragsunterschrift.“

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