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Jovic und Abraham : Große Oper bei der Eintracht

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Willkommen zurück: Luka Jovic führt sich bei der Eintracht nahezu perfekt ein. Bild: Reuters

An einem außergewöhnlichen Fußballabend fehlen Eintracht Frankfurt die Zuschauer besonders. Doch auch im Corona-Modus ist das Spiel gegen Schalke ein Versprechen für die Zukunft. Nicht nur wegen Luka Jovic.

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          Es gibt Wichtigeres als Fußball in Corona-Zeiten. Nicht einmal die weltfremdesten Profis wagen es noch öffentlich zu jammern, dass sie ihrer Arbeit ohne Zuschauer nachgehen müssen. Sie sind froh, noch arbeiten zu dürfen. Aber am Sonntag durfte man sich eine wehmütige Erwähnung erlauben, wie stimmungsvoll doch der Abend in der ausverkauftem Frankfurter WM-Arena verlaufen wäre ohne Corona, mit Fans: Abrahams Abschied und Jovics Rückkehr hätten ganz besondere Emotionen und Schwingungen im Stadion ausgelöst.

          Als der 23 Jahre alte Serbe zehn Minuten nach seiner Einwechslung den Ball zum 2:1- ins Netz donnerte, wäre wahrscheinlich das Dach der Arena vor Begeisterung auf den Tribünen ins Vibrieren geraten. Und als Jovic in der Nachspielzeit den 3:1-Endstand herstellte, wäre das Dach wahrscheinlich abgehoben. Vielleicht hätte Hinteregger schon in der ersten Halbzeit – durch erregtes Brüllen der Massen animiert – seinen Dämmerzustand beendet und Hoppe den Weg zum Ausgleichstor versperrt.

          Aber auch im Corona-Modus war dieser Abend ein Versprechen für die Zukunft. Mit Abraham verlässt zwar eine Verteidigungs-Institution die Eintracht, doch sportlich wird der Verlust des 34 Jahre alten Argentiniers sicher kompensiert werden können. Entweder durch Tuta, und falls der 21 Jahre alte Brasilianer sein schon nachgewiesenes Talent in der Rückrunde nicht zur Geltung bringen kann, dann durch eine Verstärkung auf dem Transfermarkt.

          Die Wirkung, die Abraham neben dem Spielfeld entfaltete, wird schwieriger zu ersetzen sein. Mit seiner positiven, emphatischen Art und seinem dabei hoch professioneller Berufsauffassung und seinem Siegeswillen war Abraham ein großes Vorbild. Noch hat die Eintracht einige Profis seines Kalibers, aber sie werden weniger. Bei denn Neuverpflichtungen sollte sie weiter eine Hauptaugenmerk auf den Charakter der Spieler legen.

          An spielerischem Potential gibt es keinen zusätzlichen Bedarf. Mit Younes, Kamada, Barkok, Kostic, Silva und nun auch noch Jovic und den erstmals über einen längeren Zeitraum eingesetzten Hrustic verfügt die Eintracht über ein großes Ausmaß an Offensivkraft. Falls Trainer Hütter es schafft, dieses Orchester zu synchronisieren und in Harmonie zu dirigieren, können sich die Fans auf stimmungsvolle Stücke des Frankfurter Fußballs freuen.

          Mit dem 3:1 rücken die Frankfurter auf Platz sieben vor. Nur noch durch ein Tor von den Wolfsburgern entfernt, die auf dem sechsten Platz stehen, der für die Europa League reichen wird. Aber da muss noch nicht Schluss sein. Das Momentum spricht für die Eintracht – und Jovic. „Seine Verpflichtung ist ein Signal“, hatte Hütter bei dessen Verpflichtung gesagt. Schon nach seiner ersten halben Stunde am Ball kann man dem Österreicher nur zustimmen. In ihr erzielte Jovic genau so viele Punktspieltore wie in anderthalb Jahren bei Real Madrid.

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