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Eintracht-Profi Johannsdottir : Frankfurterinnen mit frischer Kraft

  • -Aktualisiert am

Verstärkung für die Eintracht-Frauen: Alexandra Johannsdottir Bild: Picture-Alliance

Bisher blieb das Eintracht-Frauenfußballprojekt hinter den Erwartungen zurück. Mit der torgefährlichen Isländerin Alexandra Johannsdottir holen sich die Frankfurterinnen nun die notwendige Verstärkung.

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          Genug pausiert, genug Kraft getankt, um das durchwachsene erste Halbjahr als Frankfurter Eintracht hinter sich zu lassen. Niko Arnautis will jenen Tatendrang, den er für sich aus dem unbefriedigenden siebten Tabellenplatz ableitet, auf seine Spielerinnen übertragen. Den guten körperlichen Zustand, in dem der Cheftrainer das Team nach dreiwöchiger Trainingspause am Sonntag vergangener Woche angetroffen hat, wertete Arnautis als ermutigendes Zeichen. Bei der umfassenden Leistungsdiagnostik seien bei den meisten Spielerinnen bessere Werte herausgekommen als zu Saisonbeginn.

          Vor dem Start ins neue Spieljahr hat sich der Frauenfußball-Vorgängerbetrieb 1. FFC Frankfurt stets in südliche Gefilde aufgemacht. Nun heißt es Allersee statt Mittelmeer – und es wirkt, als ob die Verantwortlichen das Beste aus der Pandemie-Lage gemacht haben. Von diesem Mittwoch an beziehen die Eintracht-Frauen ein viertägiges Trainingslager in Wolfsburg. Inklusive zweier Testspiele – an diesem Mittwoch (18.00 Uhr) und am Samstag (13.00 Uhr) – gegen den heimischen aktuellen Double-Sieger VfL. „Danach wissen wir, wo wir aktuell stehen und an welchen Feinheiten wir anschließend noch arbeiten müssen“, sagt Trainer Arnautis.

          Wunsch nach Weiterentwicklung

          Obendrein wird der Fußballlehrer sich ein Bild vom Leistungsvermögen der am Dienstag bis Mitte 2023 verpflichteten Alexandra Johannsdottir machen können. Die zehnmalige isländische Nationalspielerin stößt von Landesmeister Breiðablik Kópavogur zur SGE. Die torgefährliche, 20 Jahre alte Mittelfeldspielerin hat schon eine Wohngemeinschaft mit zwei Teamkolleginnen am Main bezogen und soll in Wolfsburg nun in die Mannschaft integriert werden. Dort also, wo ihre Landsfrau Sara Björk Gunnarsdottir bis zum vergangenen Sommer vier Jahre lang erfolgreich gespielt hatte und nun ihrer talentierten Nationalmannschaftskollegin dringend zum Wechsel nach Frankfurt und in die Bundesliga riet. „Für mich ist der Wechsel eine tolle Möglichkeit, mich weiterzuentwickeln“, sagte Alexandra Johannsdottir.

          Weiterentwicklung ist bei den Eintracht-Frauen ein bei jeder Gelegenheit im Mund geführtes Wort. Nur während der jungen Isländerin dafür noch Anlaufzeit zugestanden wird, muss der SGE-Betrieb in den kommenden Wochen schon liefern. 14 Punkte aus den ersten elf Bundesligapartien sind eine weit schwächere Bilanz, als vor Beginn des Eintracht-Frauenfußballprojekts erwartet worden ist. Als die Mannschaft sich eine Herbstkrise mit reihenweise unerwarteten wie unnötigen Punktverlusten leistete, waren die Verantwortlichen dazu übergegangen, Champions-League-Ambitionen als eine überhöhte, nur von außen herangetragene Zielsetzung zu bezeichnen. Zum Schutz der Spielerinnen.

          Dabei übersahen Trainer Arnautis und Sportdirektor Siegfried Dietrich geflissentlich, dass sie zuvor die Rückkehr nach Europa selbst als Nahziel formuliert hatten. Was das Leistungsvermögen der Mannschaft rechtfertigt, da erstmals Liga-Rang drei für den Startplatz in der Königsklasse genügt.

          „Maximal motiviert“

          Dieser Platz liegt jedoch vor Beginn des neuen Spieljahres am 7.Februar beim Abstiegskandidaten MSV Duisburg acht Punkte entfernt. „Ich sehe das Zahlenwerk als Momentaufnahme. Wir erschrecken nicht davor, sondern werden maximal motiviert sein, die Rückrunde auch vom Tabellenplatz her erfolgreicher zu gestalten“, sagt Dietrich. „Wir haben das Potential dazu.“ Womöglich bleibt als Trostpflaster ein starkes Resultat im DFB-Pokal. Das Los bescherte den Frankfurterinnen im Viertelfinale Mitte März den Zweitligaklub Andernach.

          Die brasilianische Außenverteidigerin Leticia Santos steht nach Kreuzbandriss ebenso wieder voll im Training wie Mittelfeldkraft Sandrine Mauro nach Innenbandteilabriss. Saskia Matheis, die unter einer komplizierten Fußverletzung litt, wird mit einem dosierten Programm wieder herangeführt. Verena Aschauer hat sich einer Fuß-Operation unterzogen und fällt noch aus.

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