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Eintracht-Frankfurt-Interview : „Wir wollen mehr!“

Die Eintracht steht in der Liga auf dem dritten Platz und glänzt in der Europa League. Sehen Sie noch Steigerungspotential?

Unsere Performance ist schon sehr gut. Aber wir können uns überall verbessern und in allem steigern. Jeder einzelne kann seine Fehlerquote weiter minimieren. Wir müssen daran arbeiten, dass wir Kontinuität auf hohem Niveau reinbekommen.

Fürs Feintuning gibt es in Englischen Wochen nicht viele Gelegenheiten. Ist dieser Drei-Tages-Wettkampf-Rhythmus mit langen Hotelaufenthalten, Reisen und mitunter Klimawechseln auch für Trainer anstrengend?

Fußball ist für mich nie Stress. Die Herausforderung an das Trainerteam ist in diesen Tagen aber schon eine etwas andere. Es geht darum, die momentan physisch besten Spieler auf den Platz zu bekommen. Immer kann man aber nicht mit der Top-Elf antreten. Denn dann kommt irgendwann ein Leistungsabfall, und man fällt zwischen beiden Stühlen durch. Deswegen geht es gerade auch darum, alle Mann so bei Laune zu halten, dass sie von sich so überzeugt sind, dass sie spielen wollen und es gut können, wenn sie an der Reihe sind.

Wie gefestigt ist die Mannschaft?

Wir haben zehn Spiele in Serie nicht verloren, davon neun gewonnen. Da steckt was dahinter, das hat nicht nur mit Glück zu tun. Aufgrund unserer Leistungen haben wir ein Fundament errichtet, auf dem wir nun etwas aufbauen können. Der Glaube an sich ist bei jedem einzelnen da. Das sieht man, wenn die Spieler entschlossen und geschlossen attackieren. Das war vor drei Monaten in dieser Form nicht der Fall. Nun geht es für uns alle darum, den Prozess weiter zu verfeinern. Stillstand bedeutet Rückschritt. Es ist unsere Aufgabe, nicht zufrieden zu sein.

Nach dem verkorksten Saisonstart lastete früh Druck auf Team und Trainern. Wie schwierig war es, Ruhe zu bewahren?

Wenn wir draußen nicht die Gelassenheit bewahrt hätten, wäre es den Spielern auch nicht möglich gewesen. Wir mussten Ruhe vorleben. Uns war klar, dass wir die Spielidee aus Bern auch bei Eintracht Frankfurt implementieren wollten. Dass es anfänglich nicht so gut geklappt hat, lag daran, dass Spieler verletzt waren, viele kamen angeschlagen von der WM zurück, andere wiederum waren neu in der Bundesliga. Da brauchte man Geduld, auch weil sich das Team an unsere Vorstellungen gewöhnen musste, die sich ja doch sehr von dem unterschieden, was zuvor unter Niko Kovac angesagt war. Die Hoffnung, dass es klappen würde, war bei jedem im Trainerteam stets vorhanden…

…besser wurden die Ergebnisse aber erst, als Hütter taktische Modifikation vornahm, zum Beispiel von der Viererkette abrückte und auf ein 3-5-2 umstellte.

Die Kunst ist es, die Spieler auf den Positionen einzusetzen, auf denen sie das Beste für die Mannschaft erreichen können. Das System muss flexibel bleiben. Nichts ist bei uns in Stein gemeißelt.

Seit Wochen geht es aufwärts. Sagen Sie nun den Spielern, dass sie nicht die Bodenhaftung verlieren dürfen? Oder treiben Sie weiter an?

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