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Im Gespräch: Michael Skibbe : „Ich will entwickeln – nicht verwalten“

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Noch am Aufbauen: Eintracht-Frankfurt-Trainer Michael Skibbe. Bild: DPA

Der Fußballlehrer bekräftigt seine Kritik an der Frankfurter Vereinspolitik und befürchtet, dass Klubs wie Gladbach und Köln schon bald „an uns vorbeischießen“.

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          Herr Skibbe, reden Sie mit der Fundamentalkritik von Leverkusen Ihre ohnehin schon angeschlagene Mannschaft nicht noch schwächer?

          Nach Niederlagen wie im Pokal gegen die Bayern oder jetzt gegen Leverkusen kann man wohl kaum von Schwachreden sprechen. Zweimal 0:4, eine größere Frustration kann man sich als Trainer nicht vorstellen. Da kann man nichts schwachreden, genau so wie man nichts starkreden kann.

          Unabhängig vom Inhalt – sollten solche Dinge nicht besser intern geklärt werden?

          Heribert Bruchhagen, Bernd Hölzenbein und ich haben in der vergangenen Woche noch zusammengesessen und uns gut ausgetauscht. Wir sind doch alle der Meinung, dass sich etwas bewegen muss, dass wir mit der Eintracht vorwärts kommen wollen.

          Aber keiner geht mit seiner Kritik so weit wie Sie. Und keiner geht so weit in die Öffentlichkeit.

          Ich bin der Trainer, ich bin geholt worden, um Dinge offen anzusprechen, intern oder öffentlich.

          Was genau wollen Sie?

          Es geht um ein Umdenken, um Veränderungen im Verein – nach den letzten beiden 0:4-Niederlagen, aber auch nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre. Es reicht nicht, immer nur zu sagen, dass die anderen besser spielen oder bessere Möglichkeiten haben. Man muss auch etwas dagegen tun. Außerdem müssen wir aufpassen, dass in nächster Zeit nicht noch andere Mannschaften so an uns vorbeischießen, wie das Hoffenheim oder Wolfsburg getan haben. Das könnten zum Beispiel Borussia Mönchengladbach oder der 1. FC Köln sein, die beide ein Riesenpotential haben. Es ist besser, wir führen diese Diskussion jetzt, wo wir relativ sicher im Mittelfeld zu Hause sind, als wenn wir auf Platz siebzehn mit dem Rücken zur Wand stehen.

          Haben Sie nicht gewusst, was auf Sie zukommt, als Sie sich für die Eintracht entschieden haben?

          Doch, das wusste ich. Ich kenne die Historie des Vereins, und ich weiß, dass er sich in der Bundesliga etabliert hat – auf einem bescheidenen Niveau. Ich bin gekommen, um einen Umschwung einzuleiten. Es reicht nämlich nicht, offensiveren Fußball oder mehr Punkte als in der vergangenen Saison zu versprechen. Da gehört schon ein bisschen mehr dazu.

          Was denn zum Beispiel?

          Wir brauchen Veränderungen, und wir müssen diesen Prozess schnell in Gang bringen. Wir müssen uns zum Beispiel perspektivisch Gedanken um unseren Kader machen. 31 Mann sind zu viel, mir wären 22 oder 23 auf einem höheren Niveau lieber, die man dann um junge Spieler ergänzen könnte.

          Reicht Ihnen das aktuelle Niveau nicht aus?

          Wir haben ein ordentliches Niveau, aber wenn wichtige Spieler wie Amanatidis, Chris oder auch Nikolov fehlen, dann brechen drei von nur fünf oder sechs Stützen weg, die wir nicht ersetzen können. Und die Stützen, die wir haben, werden auch nicht jünger. Amanatidis ist ein Spitzenstürmer, aber er hatte eben auch schon einige Verletzungen, und man weiß nicht, was noch kommt. Chris und Spycher können noch ein, zwei Jahre auf einem hohen Niveau spielen, aber auch hier müssen wir uns Gedanken machen, was danach kommt. Ich bin da einfach geprägt von Vereinen, die dauerhaft auf einem höheren Niveau gespielt haben.

          Was würden Sie tun?

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