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Im Gespräch: Eintracht-Stürmer Amanatidis : „Mehr als Platz neun ist ganz schwierig“

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„Dazu sage ich nichts, das ist nicht mein Bereich”: Ioannis Amanatidis zur Frage, ob Lincoln der Eintracht helfen könnte Bild: Hagmann; Roger

Seine Kollegen müssen noch das 0:4 in Leverkusen aus den Knochen schütteln - Ioannis Amanatidis erholt sich derweil von seiner Operation. Im Interview äußert sich der beste Stürmer der Frankfurter Eintracht über den abermaligen Eingriff am Knie, seine Zukunft – und die des Vereins.

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          Seine Kollegen müssen noch das 0:4 in Leverkusen aus den Knochen schütteln - Ioannis Amanatidis erholt sich derweil von seiner Operation. Im Interview äußert sich der beste Stürmer der Frankfurter Eintracht über den abermaligen Eingriff am Knie, seine Zukunft - und die des Vereins.

          Welche Gedanken bewegen Sie jetzt, da Sie zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres am rechten Knie operiert werden mussten?

          Der Eingriff war unvermeidlich, es musste gemacht werden. Nachdem alle Ärzte, die sich mit diesem Thema beschäftigt haben, zur gleichen Diagnose gekommen sind, gab es für mich keine offenen Fragen mehr. Ich richte mich nach den Ärzten, denn ich will ja noch einige Jahre Fußball spielen. Und ich weiß, dass ich in guten Händen bin.

          Was ist passiert mit Ihrem Knie, nachdem die Operation im vergangenen Jahr ja zunächst zu guten Ergebnissen geführt hatte?

          Am Ende der letzten Saison und zu Beginn dieser Saison habe ich mich gut gefühlt, ich hatte keine Probleme. Der Knorpelschaden schien behoben, das Knie stabil. Doch vor ein paar Wochen sind die Probleme zurückgekehrt. Die Ärzte haben festgestellt, dass ungefähr zwischen einem Viertel und der Hälfte des neuen Knorpels etwas locker ist und dies die Beschwerden verursacht. Die Frage nach so einer Operation wird sein, wie viel Knorpel genau nicht in Ordnung ist. Ich habe die Hoffnung, dass es nicht so viel ist.

          Das hört sich an, als seien Sie inzwischen ein Fachmann für Knieoperationen.

          Wenn man selbst betroffen ist, beschäftigt man sich damit. Ich weiß sehr wohl, was während einer solchen OP im Großen und Ganzen passiert.

          Wie groß sind die Ängste um die Fortsetzung der Karriere?

          Ob sie es glauben oder nicht, ich sehe das sehr entspannt. Ich bin mental stark und lasse mich nicht unterkriegen. Ich weiß, dass diese Einstellung die Grundvoraussetzung dafür ist, wieder völlig gesund zu werden. Ich darf mich einfach nicht unterkriegen lassen. Ich bekomme keinen Knacks. Ich werde wieder aufstehen und Fußball spielen. Ich bin schwer getroffen worden im letzten Jahr, aber ich weiß, dass auch diese Zeit vorbeigeht.

          Welche Rolle spielt die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Südafrika?

          Natürlich ist eine Weltmeisterschaft für jeden Profifußballer ein Ziel. Ich bin ein Teil der Eintracht, und ich bin ein Teil der griechischen Nationalmannschaft. Wenn ich fit und gesund bin, habe ich das Leistungsvermögen, in beiden Mannschaften zu spielen. Aber derzeit habe ich alle Gedanken an die WM zurückgestellt, zumal ja noch nicht einmal feststeht, ob wir Griechen uns qualifizieren. Ich bin 27 Jahre alt, also in der Mitte meiner sportlichen Karriere. Ich weiß, dass ich mit 28 wieder gesund sein werde und dann noch ein paar Jahre spielen kann. In diesem Wissen werde ich mir Zeit lassen mit der Genesung. Genau wie im letzten Jahr.

          Was glauben Sie, wie die Eintracht reagieren wird, wenn Sie langfristig ausfallen – zumal Trainer Skibbe in seiner Fundamentalkritik nach dem 0:4 in Leverkusen gesagt hat, dass man sich perspektivisch auch darum kümmern müsse, wie Ihre Nachfolge einmal aussehen könnte?

          Das müssen sie Herrn Bruchhagen und den Trainer fragen.

          Würden Sie denn einen neuen Stürmer holen?

          Wir haben Liberopoulos, Meier und Fenin, wir haben Korkmaz und Heller. Und wir haben den einen oder anderen jungen Spieler, der sich vielleicht entwickelt. Aber es ist sicher so, dass neben mir kein anderer mehr länger ausfallen sollte, sonst würde die Mannschaft doch sehr zurückgeworfen. Deshalb wäre es legitim, wenn der Klub einen neuen Stürmer holt.

          Welche Perspektiven hat die Eintracht nach dem wechselhaften Start in die Saison?

          Es ist ganz, ganz schwierig, mehr als den neunten Platz zu erreichen. Man muss nur daran denken, dass vor dem zwölften Spieltag Vereine wie Dortmund und Stuttgart sogar noch hinter uns lagen. Da ist es für Frankfurt sehr schwer, langfristig mitzuhalten, weil diese Vereine größere finanzielle Mittel haben. Wir wollen ja alle weiter nach vorne, aber es ist nun mal ein Kostenfaktor. Und mit den Klubs, die ganz oben stehen wie Bayern, Wolfsburg, Hoffenheim, Leverkusen, Hamburg oder Bremen können wir schon gar nicht konkurrieren, die spielen in einer anderen Liga. Das ist bitter, aber es ist so.

          Trainer Skibbe wollte vor ein paar Wochen unbedingt den Brasilianer Lincoln holen. Würde ein solcher Spieler der Eintracht wirklich weiterhelfen?

          Dazu sage ich nichts, das ist nicht mein Bereich.

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