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Im Gespräch: Eintracht-Profi Patrick Ochs : „Von Mesut Özil kann ich mir vieles abschauen“

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Kämpfernatur: Ochs gewohnt einsatzfreudig im Duell mit dem Mainzer Zsolt Löw. Bild: Wonge Bergmann

Der Führungsspieler der Frankfurter über die WM in Südafrika, die Aussicht, der neue Kapitän seines Teams zu werden – und über neue Anforderungen nach seinem Wechsel in die Offensive.

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          Kann eine Fußball-WM für einen erfahrenen Bundesligaprofi eine Motivation sein?

          Ja, natürlich. Wenn man die Spiele sieht und die Freude, mit der die Fans dabei sind, freut man sich, wieder selbst auf dem Platz zu stehen, um auch in Frankfurt die Fans zu begeistern. Außerdem kann ich ohne Fußball gar nicht leben.

          Ist das ein Appell an die Eintracht-Fans, zum ersten Heimspiel jede Menge Vuvuzelas mit ins Stadion zu bringen?

          Nein, das ist ja das Einzige, was wirklich nervt bei der WM. Die Fangesänge gefallen mir besser. Aber jedes Land hat seine eigenen Sitten, und die Vuvuzelas sind in Südafrika zurzeit eben sehr gefragt.

          Bei jeder WM der vergangenen Jahre wurde die Frage gestellt, ob es neue Entwicklungen im Fußball gibt. Haben Sie schon etwas entdeckt?

          Bei der Taktik ist auffällig, dass die meisten Teams mit nur einer echten Spitze spielen und mit einem offensiven Dreier-Mittelfeld dahinter. Es ist auch auffällig, dass viele der Mannschaften, die ausgeschieden sind, sehr kräftige Spieler in ihren Reihen hatten. Ich glaube, dass die Entwicklung wieder dahin geht, dass die Spieler drahtiger und geschmeidiger sind und keine muskelbepackten Kraftbolzen. Und dann ist da natürlich der Ball, Jabulani, der offenbar etwas Besonderes hat. Darauf bin ich schon gespannt, denn in der neuen Saison spielen ja auch alle Bundesligamannschaften mit diesem Ball.

          Sie sind vom rechten Verteidiger in der Viererabwehrkette zu einem offensiven Mittelfeldspieler geworden. Auf welche Position und auf Spieler achten Sie bei der WM mehr?

          Natürlich achte ich verstärkt auf Szenen, in denen Spieler auf der rechten Seite in Aktion sind. Wie sie diese oder jene Situation lösen. Aber sonst verfolge ich eher das gesamte Spielgeschehen.

          Früher waren Sie hinten rechts eine Art Philipp Lahm der Eintracht, heute spielen Sie, wieder gemessen an den Bayern, auf der Position von Arjen Robben – ist das nicht verwirrend für Sie?

          Dieser Wechsel war für mich nicht gravierend. Es macht mir im Gegenteil eher Spaß. Vorne kann man viel besser auf sich aufmerksam machen. Hinten macht man seinen Job und fällt meist nicht sonderlich auf. Ich bin kein Lahm und schon gar kein Robben. Ich bin irgendetwas in der Mitte. Ich versuche hinten mit auszuhelfen und vorne meine Akzente zu setzen. Viele Tore schieße ich ja nicht. Daran muss ich noch arbeiten.

          Warum hat es so lange gedauert, bis Sie die Position gefunden haben, die Sie jetzt spielen?

          Unter Friedhelm Funkel habe ich das schon vor ein paar Jahren mal versucht und nicht gut gespielt. Deshalb war das wieder vom Tisch. In der vergangenen Saison habe ich dann wieder mal rechts im Mittelfeld gespielt, und da hat es super geklappt. Danach habe ich noch weitere Spiele ganz gut auf dieser Position ausgesehen und war erst einmal gesetzt. Es kommt manchmal einfach auf die aktuelle Situation an.

          Ist der Druck für Sie auf der neuen Position größer, weil Sie daran gemessen werden, dass andere Spieler, Robben eben oder bei der Nationalmannschaft Thomas Müller, von hier aus jede Menge Tore schießen – Sie aber nicht?

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