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Im Gespräch: Eintracht-Profi Patrick Ochs : „Von Mesut Özil kann ich mir vieles abschauen“

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Schon, aber mehr Druck tut immer gut. Aber ich spüre eigentlich keine höhere Erwartungshaltung. Ich glaube, ich glänze mit meinen Vorlagen. Aber es ist auch klar, dass ich an meiner Torquote arbeiten muss. Das ist ein Defizit von mir. In dieser Saison habe ich mir vorgenommen, häufiger in die freien Räume zu gehen und den Abschluss zu suchen. Von Mesut Özil zum Beispiel kann ich mir diesbezüglich vieles abschauen.

Haben Sie von Ihrer physischen Stärke, von Ihrer Fitness und Schnelligkeit im Sommerurlaub nichts verloren?

Nein, nicht wirklich. Ich habe auch im Urlaub trainiert. Die ersten drei Wochen habe ich eine kleine Verletzung auskuriert, dann aber wieder mit dem Ball gearbeitet. Ich glaube, ich gehe topfit in die Saisonvorbereitung.

Trainiert man im Urlaub freiwillig oder nach Anordnung des Trainers?

Wir haben einen Trainingsplan bekommen. Das ist auch gut so, denn dann kann man sich orientieren. Aber ich hätte auch freiwillig trainiert.

Trainieren Sie heute anders, eben weil Sie auf einer neuen Position spielen?

Ich muss ein paar Extraschichten einlegen, den Torabschluss üben, in mehr Eins-zu-eins-Situationen gehen. In der vergangenen Saison hatte ich mehrere Szenen, in denen ich eigentlich das Tor machen musste. Da muss ich noch viel ruhiger und abgeklärter werden, und das trainiere ich jetzt häufiger.

Andere Spieler auf Ihrer Position beherrschen es, von rechts in die Mitte zu ziehen und von dort mit links den Abschluss zu suchen. Können Sie das auch?

Rechts ist ganz klar mein stärkerer Fuß. Aber ich denke, dass ich auch mit links zum Abschluss oder zur Flanke kommen kann. Das ist ein Lernprozess. So wie meine Flanken mit der Zeit besser geworden sind, werden auch meine Torschüsse besser werden.

Holen Sie sich noch Rat von Ihrem väterlichen Freund Hermann Gerland?

Nein, nicht mehr. Wenn wir uns sehen, dann freuen wir uns darüber und reden kurz. Aber Tipps gibt er mir nicht mehr.

Gerland hat viele junge Spieler ausgebildet, besonders bei den Bayern. So auch die Nationalspieler Philipp Lahm und Thomas Müller. Gibt es eine Gerland-Schule, und, wenn ja, was macht sie aus?

Hermann Gerland lehrt erst einmal die harte Schule des Fußballs. Am Anfang hat er mich viel angeschrien. Er wollte damit einfach schauen, wie ich als Kerl gebaut war, ob ich den Profifußball durchstehen kann oder nicht. Viele scheitern auch an seiner rauhen Gangart. Bei ihm lernt man erst einmal das Laufen und Kämpfen und dann erst das Spielerische. Wenn er dann merkt, dass man wirklich will und das Zeug dazu hat, dann fördert er einen.

Haben Sie solche Sachen wie schreiende und tobende Trainer immer schon gut weggesteckt, oder war es manchmal auch schwer?

Am Anfang war es schon sehr schwer. Da habe ich auch manchmal Angst vor ihm gehabt. Aber als ich ihn als Typ richtig kennengelernt habe, so, wie er wirklich ist – außen hart, aber innen ein weicher Kern –, da kam ich schon sehr gut mit ihm aus. Und heute ist es schon eher wie eine kleine Freundschaft.

Die Saisonvorbereitung mit der Eintracht beginnt am 5. Juli. Die Mannschaft hat sich mit Theofanis Gekas und Georgios Tzavellas verstärkt. Müssen noch mehr neue Spieler dazukommen, und was kann die Mannschaft in dieser Saison erreichen?

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