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Eintracht Frankfurt : Bestens vorbereitet

  • -Aktualisiert am

Vom Wackelkandidaten zum Stammspieler: Daichi Kamada überzeugt bei der Eintracht und im Nationalteam. Bild: Heiko Rhode

Wenn die Eintracht gegen Leverkusen antritt, wird das Team in ganz anderer Verfassung sein als bei der Partie vor einem halben Jahr – auch dank Hütters Trainingssteuerung.

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          Frankfurt. Trainingssteuerung ist sein Steckenpferd. Das hat Adi Hütter in seinem jüngsten großen Interview mit der F.A.Z. offenbart. Und da die Belastungen für die einzelnen Spieler der Frankfurter Eintracht sehr unterschiedlich sind, lässt der österreichische Trainer in verschiedenen Gruppen trainieren, manchmal auch individuell, je nachdem, was die Profis seiner Einschätzung nach benötigen, um ihre Form zu halten oder aufzubauen. Kürzlich übten Jonathan de Guzman und Sahverdi Cetin gemeinsam mit einem Ball, Bas Dost, Sebastian Rode, Gelson Fernandez und Martin Hinteregger taten im Lizenzspielertrakt etwas für Kondition, Koordination und Sprungkraft, während elf Profis als größte Gruppe sich taktisch auf das Bundesligaspiel am Freitag gegen Bayer Leverkusen vorbereiteten.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          In verschiedenen Übungsformen wurden Passsicherheit, Umschaltverhalten und Gegenpressing einstudiert. Dabei kam es Trainerassistent Armin Reutershahn, der die Sequenz leitete, vor allem auf das Schwarmverhalten an: „Geschlossen auf den Ball“, rief der 59 Jahre alte Rheinländer mehrmals über den Platz. Ein sinnvoller Hinweis, denn Leverkusen zählt zu den spielstärksten Bundesligateams, mit überdurchschnittlich hohem individuellem Können der Profis. Von einem auf sie zustürzenden Gegenspieler lassen sie sich kaum nervös machen, schon gar nicht, wenn der Nebenmann frei steht. Vor einem halben Jahr ging der Versuch, die Leverkusener Kombinationsmaschinerie zu stoppen, gründlich schief.

          Ausgelaugt von den Europa-League-Duellen, verlor die Eintracht 1:6. Damals hatte Hütter versucht, mit einer außergewöhnlich defensiven Grundordnung der Werkself beizukommen, was gründlich scheiterte. „Es bedeutet nicht, dass man besser verteidigt, wenn man mit vielen Verteidigern spielt“, hatte der Österreicher gesagt. Diesmal trifft die Eintracht in einer besseren Verfassung auf Bayer. In der Länderspielpause konnten Profis wie Hasebe, Toure, da Costa, Durm, Paciencia, Kohr, Dost, Rode, Abraham, Fernandes und Torro in Ruhe an ihrer Form arbeiten. Und auch die Belastungen der auf Reisen befindlichen Nationalspieler waren nicht übermäßig hoch. Kostic und Gacinovic teilten sich mit Serbien am Montag einen Einsatz, Sow und Silva saßen für die Schweiz und Portugal vor allem auf der Bank, Hintereggers Einsatz für Österreich erfolgte schon am Sonntag. Seine Ehrung als bester Fußball-Legionär seines Landes war nicht besonders anstrengend. Auf dieser Veranstaltung erhielt auch Adi Hütter einen Preis.

          Lediglich Daichi Kamada erfuhr nach Dauerbelastungen mit der Eintracht auch international Strapazen. Der offensive Mittelfeldspieler trat noch mit Japan in Tadschikistan an, nachdem er zuvor gegen die Mongolei sein erstes Länderspieltor erzielt hatte. Wieder stand der 23 Jahre alte Spieler in der Startelf und trug zum 3:0 seiner Mannschaft bei, die nun ihre Gruppe in der WM-Qualifikation anführt.

          Kamadas Rolle in der Nationalmannschaft ist so schnell gewachsen wie die bei der Eintracht – vom talentierten Wackelkandidaten zur etablierten Stammkraft. Entwickelt der vielseitige Offensivspieler noch mehr Torgefahr, hat er das Potential zum Führungsspieler. Gegen Leverkusen wird ihm Hütter vermutlich eine Pause gönnen, denn im Vergleich zur Vorsaison ist der Eintracht-Kader sehr ausgeglichen besetzt. Sow oder Gacinovic könnten die Rolle hinter den Spitzen übernehmen. Ohnehin dürfte jetzt die Zeit der Rotation anbrechen. Bis zur nächsten Länderspielpause haben die Frankfurter sieben Partien in 24 Tagen zu bestreiten. Die Prognose ist nicht sonderlich gewagt, dass kaum ein Frankfurter Feldspieler die gesamte Spielzeit auf dem Rasen stehen wird.

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