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2:2 gegen Hertha BSC : Ein mitreißender Kraftakt der Eintracht

Sebastian Rode (Mitte) gleicht für Frankfurt noch kurz vor dem Ende aus. Bild: WITTERS

Die Berliner unter Jürgen Klinsmann sind in Frankfurt effektiv und gehen mit 2:0 in Führung. Doch die Eintracht kämpft sich zurück in die Partie, gleicht kurz vor Ende noch aus – und ist dennoch enttäuscht.

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          Die Negativserie ist gestoppt. Dank eines mitreißenden Kraftaktes hat sich die Frankfurter Eintracht, nach den Gegentoren von Dodi Lukébakio (30. Minute) und Marko Grujic (63.) schon 0:2 in Rückstand liegend, doch noch ein Unentschieden gegen Hertha BSC erkämpft. Die Mannschaft von Trainer Adi Hütter, für die am Freitagabend vor 50.000 Zuschauern Martin Hinteregger (65.) und Sebastian Rode (86.) die umjubelten Tore zum 2:2 erzielten, verhinderte damit die vierte Bundesliga-Niederlage in Serie. Mit jetzt 18 Punkten bleibt die Eintracht Zehnter. Die Berliner sind mit zwölf Zählern weiter auf Relegationsplatz 16. „Mit etwas mehr Glück nehmen wir drei Punkte mit, so ist es einer, und der ist im Moment enorm wichtig für uns“, sagte Hertha-Stürmer Davie Selke bei DAZN.

          Bundesliga

          Vier nach Tage nach der 1:2-Niederlage bei Mainz 05 bekamen die Zuschauer eine andere Eintracht-Mannschaft zu sehen. Dies lag vor allem daran, weil Trainer Hütter Mittelfeldmann Rode und Verteidiger Evan Ndicka auf der Bank ließ – und Abwehrstratege Makoto Hasebe, Abräumer Gelson Fernandes und Stürmer André Silva in die Startelf beorderte. Neue Profis, neuer Schwung? Der erste nennenswerte Angriff der Eintracht ließ eine knappe Viertelstunde auf sich warten. Daichi Kamadas Schüsschen verpuffte wirkungslos. In der 20. Minute tauchte die aktivere und agilere Mannschaft abermals vor dem Berliner Tor auf, traf es aber nicht. Nach einer von Filip Kostic getretenen Ecke scheiterte der aufgerückte Rechtsverteidiger Almamy Touré mit einem Kopfball an Hertha-Keeper Thomas Kraft. Auch Hinteregger, mit bislang vier Saisontoren der gefährlichste Verteidiger der Liga, versuchte sein Glück. Wieder parierte Kraft (28.).

          Ein Tor für die Eintracht wäre verdient gewesen, doch es fiel auf der anderen Seite. Ein Angriff, ein Schuss, ein Treffer wie aus dem Nichts. Mit der ersten Aktion überhaupt kam die Hertha durch Lukébakio zum überraschenden 1:0 (30.). Die Antwort der Eintracht? Sie machte auf ihrem offensiv eingeschlagenen Weg munter weiter, und in der 38. Minute bildete sich um Kamada eine riesige Traube. Der Japaner nahm die Glückwünsche der Kollegen entgegen, weil auch er glaubte, mit seinem Abschluss nach feiner Kostic-Vorarbeit den Ausgleich erzielt zu haben. Doch nach Intervention des Videoassistenten nahm der unsichere Schiedsrichter Christian Dingert den Treffer zum 1:1 zurück (38.). Eine richtige Entscheidung, denn in der Entstehung hatte Kostic den Berliner Niklas Stark zu Boden gerissen.

          Die erste Auswechslung des Spiels erfolgte vier Minuten nach dem Seitenwechsel – und sie war aus Sicht der Hertha notwendig. Der zuvor schon mehrmals durch Fouls negativ aufgefallene Ondrej Duda, der kurz vor einem möglichen Platzverweis stand, wurde vom Berliner Trainer Klinsmann aus der Partie genommen (49.). Auch Hütter handelte. Der Eintracht-Coach brachte Rode für Fernandes (62.) und versprach sich davon mehr Impulse für die Offensive. Doch es kam zunächst ganz anders. Denn wieder schoss die Hertha ein Tor, und wieder deutete vorher nichts auf diesen Treffer hin, für den Grujic verantwortlich zeichnete (63.). 0:2 aus Eintracht-Sicht. Was konnte da noch passieren? Zunächst dies: Nur zwei Minuten nach dem 0:2 verkürzte die Hütter-Elf auf 1:2. Torschütze: Hinteregger.

          Wieder war der Österreicher nach einer Ecke erfolgreich, diesmal mit dem Kopf. Und in der 71. Minute war der Jubel in der Arena besonders groß, denn der Ball lag zum zweiten Mal im Berliner Tor. Doch weil Goncalo Paciencia mit unfairen Mitteln nachgeholfen haben soll und dafür die Gelbe Karte erhielt, fand die zuvor von Rode ins Tor getretene Bogenlampe keine Anerkennung. Stichwort Rode: Der nimmermüde Kämpfer der Eintracht war es, der trotzdem noch für große Gefühle sorgte. In der 86. Minute erzielte er das Tor zum 2:2 – unbedrängt, regelkonform, vielumjubelt. Und weiter stimulierend, denn die überlegene und zielstrebig auf das Berliner Tor stürmende Eintracht wollte jetzt unbedingt den Sieg. Doch ein weiterer Schuss ins Glück wollte ihr nicht mehr gelingen. „Wir müssen heute enttäuscht sein. Wir haben sehr viele Chancen herausgespielt“, sagte Rode. „Es sind zwei verlorene Punkte. Das tut richtig weh.“

          Insgesamt also ein kaum zufriedenstellender Nikolaustag für die Eintracht. Denn schon vor dem schwer erkämpften Remis gegen die Hertha gab es negative Nachrichten. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes hatte den Klub mit einer Geldstrafe in Höhe von 18.300 Euro belegt, was die Eintracht sofort akzeptierte. Unmittelbar vor Beginn der Bundesliga-Partie bei Union Berlin am 27. September hatten vermeintliche Frankfurter Fans mindestens elf Bengalische Feuer gezündet, wodurch sich der Anpfiff verzögerte. Zu Beginn der zweiten Halbzeit wurden vier weitere Fackeln entflammt. Zuletzt hatten Eintracht-Chaoten am Montag in Mainz ebenfalls Pyrotechnik gezündet. Der Anpfiff verzögerte sich um zehn Minuten. Das Strafmaß steht noch aus.

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