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Eintrachtspieler Paciência : „Ich bin jetzt wichtiger für die Mannschaft“

  • -Aktualisiert am

Alle Konzentration gilt dem Ball: Aber Goncalo Paciencia versucht die Dinge positiv zu sehen. Bild: Imago

Im Interview erzählt Eintracht-Stürmer Gonçalo Paciência über Literatur, Politik, die Scheinwelt Fußball und seine Chance, Nationalspieler zu werden. Trotz des Ruhms sieht er viele Gründe demütig zu bleiben.

          5 Min.

          Sie lesen gerne Bücher. Werden Sie die Buchmesse besuchen, die in der kommenden Woche in Frankfurt beginnt?

          Davon weiß ich noch gar nichts.

          Die Buchmesse ist eine Institution in Frankfurt, sie ist von internationaler Bedeutung und findet auf dem Gelände der Messe statt.

          Die Messe kenne ich. Ich war dort auf der Internationalen Automobil-Ausstellung. Mein Vater hat sie mir empfohlen.

          Zurück zur Literatur. Sie interessieren sich zum Beispiel für Gedichte. In Ihrer Heimat Portugal gibt es viele große Dichter. Haben Sie schon einmal selbst ein Gedicht verfasst?

          Daran habe ich mich noch nicht versucht. Ich wüsste auch nicht, ob ich dafür genug Talent mitbringe (lacht). Mit Gedichten habe ich mich vor allem nach meiner Schulzeit beschäftigt. Im Moment lese ich Sachbücher und Ratgeber, die sich mit unserer Denkweise beschäftigen und die den Geist sowie die Psyche stärken sollen. Ich glaube, dass mir das in vielerlei Hinsicht weiterhelfen kann. Ich stoße auf Dinge, von denen ich vorher noch nichts gehört habe. Ich picke mir die für mich nützlichen Dinge heraus.

          Zum Beispiel?

          Positiv zu denken ist ein Gewinn und bringt mich weiter. Davor habe ich manchmal zu negativ gedacht. Das hat mich dann von den wesentlichen Dingen ein bisschen abgelenkt. Wer Dingen gegenüber positiv eingestellt ist, dem fallen viele Sachen leichter. Man ist offener in seiner Einstellung und den Dingen mehr zugewandt.

          Was verbinden Sie mit negativem Denken?

          Was den Fußball angeht, ist es nicht gut, sich zu lange mit einer vergebenen Torchance oder einem fehlgeschlagenen Dribbling zu beschäftigen. Solch einen Rückschlag muss man möglichst schnell hinter sich lassen, um bei der nächsten Gelegenheit wieder voll da zu sein und zuschlagen zu können. Auch meine Mitspieler müssen anhand meines Auftretens und meiner Körpersprache spüren, dass mein Selbstvertrauen ungebrochen ist und dass ich dazu bereit bin, voranzugehen. Ich will ein Vorbild für die anderen sein. Es gehört dazu, sich sein Glück auch zu erarbeiten.

          Ihr Mitspieler Makoto Hasebe bezieht aus Büchern seine „Inspiration“, wie er es ausdrückt. Er hat sogar ein Buch geschrieben mit dem Titel: „Die Ordnung der Seele.“ Tauschen Sie sich mit ihm aus?

          In unseren Räumlichkeiten hier in der WM-Arena lese ich nicht, weil meine Mitspieler dann Witze über mich machen, wenn ich ein Buch in der Hand halte. Nein, im Ernst: Es gibt bei uns viele, die gerne ein Buch lesen. Viele Spieler sind heute gebildeter und informierter als früher. Das ist auch wichtig in unserem Beruf. Wir denken den ganzen Tag meistens nur an Fußball. Und da sind noch das Smartphone und die sozialen Medien im Internet. Darauf sind heutzutage viele Menschen fokussiert. Ein Buch oder persönlicher Lesestoff bieten da eine schöne Abwechslung. Ich reflektiere Dinge gerne. Mir ist es wichtig, mit offenen Augen durch das Leben zu gehen und auch auf andere zu achten. So haben mich meine Eltern erzogen. Sie haben mir geholfen, mich im Leben gut zurechtzufinden.

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