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Eintracht in der Krise : Für Panik bleibt noch genug Zeit

  • -Aktualisiert am

Sollte nun die Tiefe seines Kaders nutzen: Frankfurt-Trainer Adi Hütter Bild: dpa

Im Trainingslager in Florida wird nicht mehr die neue Eintracht zur Schau gestellt. Stattdessen werden alte Wunden geleckt. Dabei sollten die Frankfurter aber einen großen Fehler dringend vermeiden.

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          Es ist ruhiger geworden um die Frankfurter Eintracht in Florida. Im vergangenen Jahr erregte der hessische Klub einiges Aufsehen im Wintertrainingslager nach der spektakulären Stampede der Büffelherde durch Europa und die Fußball-Bundesliga. Die Amerikaner waren neugierig auf die Jungs aus Old Germany vor deren Freundschaftsspielen um den Florida Cup. Und die Eintracht nahm, begleitet von Fernsehteams aus der Heimat, ihren Auftrag als Werbebotschafter des deutschen Fußballs ernst, was sich in verschiedenen PR-Terminen ausdrückte.

          Diesmal ist eine Konzentration auf das Wesentliche bei den Frankfurtern spürbar, die begleitet wird von einem nunmehr milden Interesse der einheimischen Medien sowie der Abwesenheit deutscher Fernsehkameras. In Florida wird nicht mehr die neue Eintracht zur Schau gestellt, sondern es werden alte Wunden geleckt, auf dass sie bis zum Rückrundenstart heilen.

          An Potential mangelt es nicht

          Die Frankfurter Fußballprofis bedürfen keiner starken Medikation oder gar einer Rosskur, um wieder auf die Beine zu kommen. Nur ein wenig Entspannung und Ruhe und ein planvolles Aufpäppeln. Sportvorstand Fredi Bobic hat gut daran getan, dem vorhandenen Kader sein Vertrauen auszusprechen, Neuverpflichtungen erst einmal zurückzustellen. Die Spieler haben bei den Siegen gegen den FC Bayern und Bayer Leverkusen bewiesen, dass es ihnen nicht an Potential mangelt. Solange sie bei Kräften sind. Es ist an Trainer Adi Hütter, die Tiefe des Kaders auch zu nutzen und einen neuerlichen Raubbau zu vermeiden.

          Neuverpflichtungen müssen keine Verstärkung bedeuten und können für Unruhe sorgen. Das gilt gerade für einen Kandidaten wie Ante Rebic. Der Kroate hat sich in den letzten Wochen seines Frankfurter Wirkens innerhalb der Mannschaft viele Sympathien verscherzt. Zudem muss man schon das Langzeitgedächtnis bemühen, um sich konstant guter Leistungen des Angreifers im Eintracht-Dress zu erinnern.

          Es wäre ein Fehler, nun in Aktionismus zu verfallen. Nichts Dramatischeres ist geschehen, nur dass die Eintracht in den letzten Wochen des Jahres 2019 dem Belastungsstress zum Opfer gefallen ist und ihr Höhenflug endete. Wenn sie sich nicht selbst unter den Erwartungsdruck setzt, unbedingt wieder ganz schnell in lichte Höhen aufzusteigen, sondern einfach eine Phase der Konsolidierung akzeptiert, dann wird sie die Saison ordentlich zu Ende bringen. Die harten Fakten sprechen dagegen, dass die Frankfurter in den Abstiegsstrudel geraten werden – dazu ist die Substanz im Vergleich zur Konkurrenz zu groß, die Rückkehr von Torwart Kevin Trapp und Mannschaftskapitän David Abraham wird zusätzlich für mehr Sicherheit im Team sorgen.

          Doch wer kann schon Garantien abgeben, eingedenk der Tatsache, dass Borussia Dortmund unter Trainer Jürgen Klopp einmal nach 19 Spieltagen auf dem letzten Tabellenplatz stand? Aber auch nach einem gründlich verpatzten Rückrundenstart wäre immer noch Zeit, in Panik zu verfallen. Das Transferfenster schließt sich erst am 31. Januar.

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