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Friedhelm Funkel im Interview : „Die Mannschaft hat Großartiges geleistet“

  • Aktualisiert am

Applaudiert seiner Elf: Eintracht-Trainer Funkel Bild: dpa/dpaweb

„Wir sind ein fester Bestandteil der Liga“, sagt Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel nach der Hinrunde. „Ich bin sehr zufrieden.“ Gleichwohl: Seinen Profis hat er nicht nur Urlaub gegeben, sondern auch individuelle Trainingspläne an die Hand.

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          „Ich bin sehr zufrieden, die Mannschaft hat Großartiges geleistet“, sagt Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel nach der Hinrunde. Gleichwohl: Seinen Profis hat er zwei Wochen Urlaub und individuelle Trainingspläne an die Hand gegeben.

          Wie fällt Ihr Fazit nach der Vorrunde aus?

          Ich bin sehr zufrieden, die Mannschaft hat Großartiges geleistet. Die positive Entwicklung ist deutlich zu sehen, nicht nur an den Zahlen. Wir haben mehr Punkte als letztes Jahr, wir haben nur vier Spiele überhaupt verloren, wir haben nie zweimal in Folge verloren, der Abstand zur Abstiegszone ist größer geworden. Diese Zahlen sprechen für die Mannschaft. Für mich als Trainer ist aber auch wichtig, wie wir spielen. Das Team ist deutlich stabiler geworden. Wir sind in der Lage, Ausfälle von wichtigen Spielern mit einer Mannschaftsleistung aufzufangen. Im Moment sind wir ein fester Bestandteil der Liga. All das ist positiv.

          Mit einem gemeinsamen Frühstück haben Sie am Montag das Fußballjahr beendet. Was haben Sie den Spielern mit auf den Weg gegeben?

          Ich habe ihnen gesagt, dass sie zufrieden sein können, es aber keinen Grund gibt, sich auszuruhen. Ich habe darauf hingewiesen, wie gut sie es haben, denn zwei Wochen kompletten Urlaub ist nicht selbstverständlich. Aber Heribert Bruchhagen und ich waren einer Meinung, dass die Jungs die Pause brauchen. Deshalb haben wir auch eine Reise nach China früh abgeblockt. Nun hat jeder einzelne einen auf ihn speziell abgestimmten Trainingsplan für den Urlaub mitbekommen. Jeder muss sieben Laufeinheiten absolvieren, damit wir gleich Anfang des Jahres wieder voll einsteigen können.

          Glauben Sie, auch aus Erfahrung, dass die Spieler diese Vorgaben auch erfüllen?

          Ich denke schon, denn wir werden schnell merken, wenn einer geschlampt hat. Außerdem gibt es ja viele Spieler, die auch eine ganz besondere eigene Motivation haben. Ich meine unsere Nationalspieler, die zur Europameisterschaft wollen. Bei Markus Weissenberger und Christoph Spycher habe ich überhaupt keine Bedenken, sie werden alles tun, um für die gesamte Rückrunde und die EM danach fit zu werden. Bei den südländischen Spielern aus Griechenland ist das manchmal anders. Aber auch da setze ich auf die Eigenverantwortung.

          Nicht alle Spieler waren beim letzten Frühstück dabei?

          Stimmt, die verletzten Spieler haben gefehlt, aber auch Markus Weissenberger, Patrick Ochs und Michael Fink. Sie hatten mich vor zwei Wochen gefragt, ob sie gleich nach dem Duisburg-Spiel in Urlaub dürfen. Das war schwierig für mich. Ich habe dann zugesagt, dass sie nur früher gehen dürfen, wenn wir mindestens 22 Punkte haben. Nach dem Sieg in Duisburg bin ich aus der Nummer nicht mehr rausgekommen und habe Wort gehalten. Ein bisschen schwierig war das schon.

          Gleich nach dem Abpfiff in Duisburg waren Torwart Markus Pröll und Markus Weissenberger heftig aneinandergeraten. Wissen Sie warum?

          Nicht genau. Ich habe auch nicht näher gefragt, weil schon in der Kabine wieder alles in Ordnung war. Es ist ganz offensichtlich um eine Spielszene gegangen, wo Markus mit Markus nicht zufrieden war. Weissenberger war danach gar nicht mehr zu beruhigen, so habe ich ihn gar nicht gekannt. Aber das gehört dazu, wenn es gleich wieder bereinigt wird.

          Mit Mentaltrainer Jörg Löhr wurde als Saisonziel 45 Punkte plus x ausgegeben. Zur Halbzeit ist die Eintracht auf Kurs. Haben Sie noch Kontakt mit Löhr?

          Ja, wir telefonieren ab und zu. Er ist ein Eintracht-Fan geworden. Eine weitere Zusammenarbeit im neuen Jahr ist durchaus möglich.

          Mit welchen der verletzten Spieler rechnen Sie zum Auftakt am 3. Januar?

          Mit Marcel Heller und Alex Meier. Bei Albert Streit, Christoph Preuß und Aleksandar Vasoski wird es länger dauern.

          Stichwort Albert Streit. Schalke will angeblich ein Angebot für einen Wechsel im Winter vorlegen. Wissen Sie davon?

          Nur aus der Zeitung. Aber am Dienstag werden sich Heribert Bruchhagen, Bernd Hölzenbein und ich zusammensetzen und abstimmen, wie es weitergeht. Ich gehe weiter davon aus, dass kein Spieler geht. Und wenn einer geht, dränge ich darauf, einen anderen zu holen.

          Ist der Kroate Rukavina ein Kandidat? Und was ist mit dem Brasilianer Roger?

          Rukavina ist kein Thema. Über Roger machen wir uns Gedanken. Alles was wir auf DVD gesehen und aus Brasilien gehört haben, war deutlich besser als das, was er im Training gezeigt hat. Vielleicht helfen da ein paar weitere Informationen weiter.

          Was ist mit Ihrem eigenen Vertrag?

          Ich denke, wir werden uns irgendwann im Januar zusammensetzen und dann darüber reden, ob Interesse von Seiten des Vereins besteht, die Arbeit fortzusetzen.

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