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Frauenfußball in Frankfurt : Die Bühne ist bereitet

  • -Aktualisiert am

Frauenfußball in Frankfurt: Eine neue Ära beginnt. Bild: dpa

Die Fußballfrauen der Eintracht dürfen gleich zu Beginn in der großen Arena aufspielen. Auch wenn noch die Zuschauerkulisse fehlt, könnte diese Entscheidung Signalwirkung haben.

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          Es war ein hübsches Willkommensgeschenk für die neue erstklassige Eintracht-Sparte. Zum Auftakt gleich die größte Bühne, die der Klub zu bieten hat, bespielen zu dürfen: die Arena am Stadtwald. Das hatte für die Spielerinnen großen Erlebniswert. Und für die Konkurrenz Signalwirkung? Dass bei der Eintracht in Sachen Frauenfußball fortan groß gedacht wird? Es muss sich noch zeigen, wie ernsthaft und mit wie viel (finanzieller) Power die Eintracht im Frauenfußball wirklich zu Werke geht. Bislang ging es vorwiegend um die Abwicklung der Fusion, die handwerklichen Bemühungen, den kleinen FFC-Betrieb mit seinen Mitarbeitern, seiner Kultur und seinen Gepflogenheiten zu integrieren in das Unternehmen Eintracht.

          Doch wie groß wird der Schub ausfallen, und wie weit wird er tragen? Nutzt die SGE ihre enorme Reichweite und Popularität in der Region, um den Bundesliga-Frauen mehr als nur neue Heimstatt zu sein und Starthilfe zu gewähren? Zumal unter den Bedingungen der Pandemie und vor dem Hintergrund, dass sich hierzulande alle Lizenzvereine äußerst schwertun, Synergien zwischen Männer- und Frauenteam zu nutzen.

          Erste ermutigende Schritte

          Die ersten Neuzugänge für die Mannschaft, die Aufstockung des Trainerstabs sowie die Professionalisierung der Trainingsbedingungen sind erste ermutigende Schritte für die Frauen. Nur, echte Neugierde zu wecken und neues Publikum zu erschließen unter der Eintracht-Anhängerschaft ist mit geschlossenen Stadiontoren unmöglich. Dieses Momentum zum Start – mit einem günstigen Ligabeginn eine Woche vor dem Pflichtspielauftakt der Männer – ist coronabedingt verpufft.

          Siegfried Dietrich, einst FFC-Manager und nun Eintracht-Sportdirektor, glaubt, dass das Heimspiel gegen Werder Bremen (5:1) am Sonntag gleich für einen Frankfurter Bundesliga-Zuschauerrekord gesorgt hätte. Dieser liegt bei 5800 Zuschauern. Ein Indiz wahlweise dafür, wie weit der Frauenfußball zurückliegt oder wie viel Potential brachliegt. Letztmalig in der Arena aktiv waren die FFC-Spielerinnen übrigens im Mai 2008. Das gewonnene Europapokalfinale gegen den schwedischen Topklub Umea IK verfolgten damals 27.600 Besucher, was damals einen Frauenfußball-Zuschauerrekord bedeutete.

          Der Weg zurück in solche Sphären ist weit und auch im Frauenfußball längst nicht mit Geld allein zu bewerkstelligen. Der Eintracht gleich die Rettung des im europäischen Vergleich zunehmend abbauenden deutschen Frauenfußballs aufzubürden wäre vermessen. Doch das Ziel, sich in der Premierensaison über den neugeschaffenen dritten Champions-League-Rang der Bundesliga gleich einen internationalen Startplatz zu sichern, ist verlockend und scheint realistisch. So hätte die Eintracht – auch wenn sich die Männer nun erst mal eine Auszeit vom Europapokal nehmen sollten – dennoch internationalen Fußball im Angebot. Dann bei entsprechendem Vorankommen möglicherweise wieder in der Arena. Die wäre ja unter der Woche frei.

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          Unser Autor: Martin Benninghoff

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