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Aus FFC wird Eintracht : Als neue Frankfurter Marke zurück nach oben

  • -Aktualisiert am

Der DFB ist froh

Die Fusion soll den Frankfurter Frauenfußball sportlich flott wieder aufpäppeln. Das Nahziel: wieder international zu spielen. Das mittelfristige Ziel: den Wolfsburgern und Bayern die nunmehr jahrelange Vorherrschaft abspenstig zu machen. Noch, so ist aus der Branche zu hören, konkurrieren die Hessen nicht mit den großen zwei auf dem Transfermarkt um neue Spielerinnen. Der Kurs der Eintracht, mit dem Knowhow, dem Netzwerk und der jungen, talentierten FFC-Mannschaft eine kraftvolle, neue Marke zu schaffen, wird allgemein begrüßt. „Ich bin mir sicher, dass die Eintracht und der FFC unter einem Dach Großes schaffen werden“, sagt Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg.

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Fritz Keller, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), spricht von einem „Vorzeigemodell“, von dem er hofft, „dass weitere Klubs folgen und dadurch den Frauenfußball sportlich, wirtschaftlich und gesellschaftlich voranbringen“. Zwar scheint sich derzeit sogar bei der bislang frauenfußballlosen Dortmunder Borussia etwas zu regen, doch es gibt auch etliche Negativbeispiele in der jüngeren Vergangenheit. Wie den Hamburger SV, der sein Team angeblich aus Kostengründen aus der Bundesliga abmeldete. Oder Borussia Mönchengladbach, das in der vergangenen Saison mit der Bilanz von einem Punkt und 7:110 Toren abstieg. Da kommt das ambitionierte Eintracht-Engagement gerade recht, um den schleichenden Bedeutungsverlust der Bundesliga im internationalen Vergleich, der auch an dem zuletzt schwachen Turnier-Abschneiden der Nationalmannschaft abzulesen ist, zu bremsen.

„Mir geht es darum, dass der Frauenfußball irgendwann in der Wahrnehmung noch viel selbstverständlicher ist. Die Qualität auf dem Rasen ist deutlich gewachsen. Wir müssen jetzt schauen, dass wir die Professionalisierung im Umfeld weiter vorantreiben“, sagt Dietrich, der auch bei der Eintracht in führender Position weitermachen wird und unlängst als DFB-Ausschussvorsitzender Frauenfußball in der Corona-Krise die Liga einte und zum Weiterspielen animierte. Es war wieder mal so wie einst, als die Fäden im deutschen Frauenfußball in Dietrichs Büro in Frankfurt-Heddernheim zusammenliefen.

Als der FFC noch eine Vormacht war, hatte er den anderen Vereinen von dort aus Crashkurse in Sachen Vermarktung gegeben und das Abc der PR vermittelt. Fürchten brauchte er sie lange nicht aufgrund von Topspielerinnen wie Birgit Prinz, Steffi Jones oder Nia Künzer in den FFC-Reihen. Ein Meilenstein war das siegreich gestaltete Europapokal-Finale 2008 gegen den schwedischen Klub Umea IK, als Dietrich alle Warnungen, der Frauenfußball sei dafür noch lange nicht reif, ignorierte, das Rückspiel in Eigenregie in der Frankfurter WM-Arena organisierte und 27640 Zuschauer einen neuen Europarekord bedeuteten.

Dietrich war der FFC, und der FFC war Dietrich. Sein Modell, die Geschicke des Klubs als Investor, Manager, Marketingmann und Pressesprecher in Personalunion zu leiten, war so speziell, dass er sein sportliches Lebenswerk wohl kaum geordnet in andere Hände hätte übergeben können. Nun wirkt das Dach der Eintracht wie ein sicherer Hafen für sein „FFC-Baby“, wie Dietrich manchmal sagt.

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