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Rausschmiss von Eintracht-Fans : „Ich kam mir vor wie ein Krimineller“

Schwarzweißer Block: Vereinsfarbe bekennen durften die Frankfurter Fans nur in ihrer eigenen Kurve. Bild: Daniel Schleidt

Die Reise der Eintracht-Fans nach London endete nicht nur mit einer Niederlage. Viele Frankfurter wurden sogar vor Spielschluss aus dem Stadion abgeführt. Und das trotz legalen Kartenkaufs.

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          Am Ende ließen viele Frankfurter ihre Masken fallen. Das Stadion an der Stamford Bridge war schon weitgehend leer, weil sich die erfolgsverwöhnten Sieger längst auf den Heimweg gemacht hatten und nur die traurigen Verlierer zurückblieben. Der letzte Elfmeter-Schuss war weniger als fünf Minuten vorüber, Chelsea wie erwartet ins Finale der Europa League eingezogen und Frankfurt ausgeschieden, da wurde plötzlich deutlich, dass weit mehr Eintracht-Fans im Stadion an der Stamford Bridge waren als gemeinhin bekannt – und auch mehr, als offiziell erlaubt waren. Als die Mannschaft und das Trainerteam der Eintracht sich nach den 120 Spielminuten und nach einem dramatischen Elfmeterschießen Arm in Arm aufreihten, standen nicht nur in der den Frankfurter Anhängern vorbehaltenen Gästekurve die Fans auf, um ihr Team für diese Europa-Reise zu feiern; auch auf anderen Tribünen, die ausdrücklich Chelsea-Fans vorbehalten waren, applaudierten Frankfurter in Zivilkleidung als Dank für eine kämpferische Vorstellung des Teams beim Gegner aus der britischen Millionen-Metropole.

          Daniel Schleidt
          Stellvertretender Koordinator der Wirtschaftsredaktion in der Rhein-Main-Zeitung.

          Es war der Moment der Offenbarung: Nicht 2200 Frankfurter Fans, die über das offizielle Auswärts-Kontingent der Uefa Tickets erhalten hatten, waren in der Arena, sondern eher etwa 6000. Mindestens. Denn schon während der Partie wurden Hunderte Frankfurter aus diesen „Home Supporters Areas“ von Stewards abgeführt, nachdem sie von einheimischen Anhängern als ausländische Besucher angezeigt worden waren. Klaus Beine kann sich am Tag danach immer noch nicht einkriegen, wie er sagt. Gerade ist er wieder in Frankfurt gelandet nach einer Reise, die er ganz sicher nicht vergessen wird. Denn der Ausflug nach London, als Erfüllung eines Traums geplant, endete für ihn in einem mittleren Desaster. Der Frankfurter Rechtsanwalt hatte sich über einen Geschäftskontakt, den Mitarbeiter einer britischen Bank, über deren Zentrale in London sechs Karten für das Spiel gekauft. „Nichts Besonderes, 30 Pfund pro Karte“, berichtet er.

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