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Erstes öffentliches Training : Was kann die neue Eintracht?

Ende der Sommerpause: Trainer Niko Kovac und die Eintracht rücken wieder in das Licht der Öffentlichkeit. Bild: dpa

Neue Saison, neue Gesichter: Vor dem ersten öffentlichen Training in Dreieich bittet Trainer Niko Kovac für eine realistische Bewertung seines Kaders schon mal um Geduld.

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          Die Vorfreude ist groß, und das Gedränge wird es wohl auch sein. Wer es mit der Eintracht hält, der fährt an diesem Samstag nach Dreieich. Was es dort zu sehen gibt: Frankfurter Fußballprofis, die sich drei Tage nach dem Arbeitsbeginn erstmals in der Öffentlichkeit zeigen. Der Ort für das erste Training der neuen Saison 2017/2018 scheint gut gewählt. Dreieich gilt als eine der Eintracht-Hochburgen, und man darf davon ausgehen, dass der Hahn-Air-Sportpark, die sportliche Heimstätte des Hessenligavereins SC Hessen Dreieich, mit dem die Frankfurter eine Kooperation eingegangen sind, bestens gefüllt sein wird. Eintracht-Trainer Niko Kovac, ein Pünktlichkeitsfanatiker, wird seine Mannschaft von 11 Uhr an in eine neue Zeitrechnung führen.

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Neue Saison, neue Spieler: Die Abläufe zu den vorangegangen Jahren gleichen sich. Was sich ändert, sind die Namen und die Gesichter der Profis, denen die Frankfurter Verantwortlichen zutrauen, dass sie zukünftig eine ähnlich erfolgreiche Saison wie die vergangene spielen können. Elfter in der Bundesliga, Endspielteilnehmer im DFB-Pokalfinale: Der vormalige Tabellensechzehnte Eintracht, nur über die geglückte Relegation dem drohenden Abstieg entgangen, hat alles in allem ein ordentliches Fußballjahr hinter sich gebracht. Für das neue, das in vergleichbaren Bahnen verlaufen soll, ist der für die Zusammenstellung der Mannschaft maßgebliche Sportvorstand Fredi Bobic schon fleißig einkaufen gegangen.

          „Uns erwartet ein schwieriger Auftakt“

          Jüngste Ausbeute ist die Verpflichtung von Daichi Kamada. Der Mittelfeldspieler ist schon der fünfte Japaner, der nach Naohiro Takahara, Takashi Inui, Junichi Inamoto und Makoto Hasebe sein Glück in Frankfurt sucht. Dem Vernehmen nach ist für den 20 Jahre alten Kamada, zuletzt bei Sagan Tosu am Ball gewesen, eine Ablöse von zwei Millionen Euro gezahlt worden. „Wir haben uns viele Spiele von ihm angesehen, er bringt großes Potential mit“, sagt Bobic. „Mit ihm sind wir im offensiven Mittelfeld noch variabler.“ Kamada ist der sechste externe Neuzugang der Eintracht und trifft am Main auf seinen Landsmann Hasebe. „Ich habe mir einen „Kindheitstraum erfüllt“, sagt Kamada.

          In Dreieich wird er an diesem Samstag ebenso dabei sein wie auch die weiteren Zugänge des Sommers, Jan Zimmermann, Danny da Costa, Luka Jovic, Gelson Fernandes und Sébastien Haller. Als erster Nationalspieler wird auch Torwart Lukas Hradecky, der nach dem Ende der vergangenen Saison noch Länderspiele mit Finnland bestritten hat, beim Training erwartet. Fehlen werden Marco Fabián (Confed Cup mit Mexiko), Mijat Gacinovic (U-21-Europameisterschaft mit Serbien) und Aymen Barkok (U-19-EM mit Deutschland). Auch die verletzten Carlos Salcedo, der die Reha nach seiner Schulteroperation in Mexiko absolviert, Omar Mascarell und Alexander Meier werden die Fans in Dreieich nicht zu sehen bekommen.

          Was die neue Eintracht kann, ist eine der spannenden Fragen, die erst im Laufe der Saison beantwortet werden wird. Trainer Kovac hat schon mal vorsorglich um Geduld gebeten und von einer Zeitspanne von zehn Spielen gesprochen, „um eine realistische Bewertung vorzunehmen“. Danach könne beurteilt werden, was von der abermals neu zusammengestellten Mannschaft zu halten sei. Der Bundesliga-Auftakt mit den Prüfungen in Freiburg, gegen Wolfsburg, in Mönchengladbach, gegen Augsburg sowie in der dann folgenden ersten „englischen Woche“ in Köln und in Leipzig ist sehr anspruchsvoll. „Uns erwartet ein schwieriger Auftakt, vor allem, weil wir in den ersten sechs Spielen insgesamt viermal auswärts antreten müssen“, sagt Kovac.

          Auswärts gewesen – das ist auch eine Abordnung der Eintracht, die ihren Dienstausflug am Donnerstag in die Hauptstadt zu einer Art Heimspiel gemacht hat. Im Rahmen einer feierlichen Gala im Deutschen Historischen Museum in Berlin wurden die Preisträger des German Brand Awards geehrt – und zu den Gewinnern des Abends zählte auch die Frankfurter Eintracht. Der Fußballklub wurde in der Kategorie „Industry Excellence in Branding – Sports Associations, Sporting Clubs & Sport Events“ mit einem German Brand Award in Gold ausgezeichnet. „Das markante Corporate Design von Eintracht Frankfurt verbindet Tradition und Modernität zu einem souveränen und sportlich-markanten Auftritt, der auf allen Kanälen exzellent funktioniert und Spieler wie Fans emotional zu vereinen versteht.

          Eine weitere Facette, die erfolgreich die Marke prägt, ist der Betrieb des Eintracht-Museums, das die lange Vereinsgeschichte erlebbar macht“, heißt es dazu in der Jurybegründung. Eine weitere Auszeichnung, ebenfalls in Gold, gab es für die Kampagne „AUF JETZT! Gemeinsam für die Eintracht“. Der Juryvorsitzende Andrej Kupetz lobte: „Diese Kampagne trifft mitten ins Fußballerherz und motiviert Fans, Spieler, Mitglieder und Sponsoren, ihre Kräfte zu bündeln, um die Eintracht an alte Erfolge anknüpfen zu lassen.“ Alte Erfolge, neue Mannschaft, neue Saison, neue Träume: Die Eintracht steht wieder einmal vor spannenden Zeiten.

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