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Eintracht Frankfurt : „Absolutes Vertrauen“

  • -Aktualisiert am

Wackelkandidat: Eintracht-Torhüter Oka Nikolov Bild: dpa

Friedhelm Funkel, der Trainer des Fußball-Bundesligaklubs Eintracht Frankfurt, setzt weiterhin auf Torhüter Oka Nikolov: „Wir haben kein Torwart-Problem.“ Im Spiel gegen Alemannia Aachen kann sich Nikolov beweisen.

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          Oka Nikolov spielt seit 1991 bei der Frankfurter Eintracht. 256 Spiele in der ersten und zweiten Liga hat er seither für die Hessen absolviert, siebzehn Bundesligaspiele waren es in dieser Saison. Unumstritten war er trotz seiner Treue zum Verein und Zuverlässigkeit in schwierigen Situationen nie. In diesen Tagen und Wochen steht der bald 33 Jahre alte Torhüter wieder einmal in der Kritik. Die Eintracht hat nach dem Gegner vom Samstag Alemannia Aachen (60) mit 55 die meisten Gegentore hinnehmen müssen, und bei den jüngsten Niederlagen gegen Cottbus, Dortmund oder Bochum schien auch Nikolov nicht immer unschuldig.

          Vor allem bei Weitschüssen hat der in Mazedonien geborene Fußballprofi Probleme. Und so wird Trainer Friedhelm Funkel schon das eine oder andere Mal gefragt, ob es nicht Zeit sei, Nikolov eine Pause zu geben und den 21 Jahre alten Jan Zimmermann zwischen die Pfosten zu stellen. Vergleiche mit Bayer Leverkusen, wo René Adler Hans-Jörg Butt abgelöst hat, oder Schalke 04, wo Manuel Neuer für Frank Rost gekommen ist, werden herangezogen. Doch Funkel weigert sich, eine Torwartdiskussion zu führen, „weil wir kein Torwart-Problem haben“, und von einem Torwartwechsel will er schon gar nichts wissen. Oka Nikolov genieße das „absolute Vertrauen“, sagt Funkel, „er wird gegen Aachen der Rückhalt sein, den wir brauchen“.

          Muskelverletzung und Trainingsrückstand

          Dass es überhaupt Diskussionen um die Torhüter gibt, hat in dieser Saison auch mit Glück und Pech zu tun. Denn im Grundsatz verfügen die Frankfurter in diesem Mannschaftsteil über eine ideale Konstellation. Mit Markus Pröll konnte Funkel zu Beginn der Spielzeit auf eine unumstrittene „Nummer eins“ zurückgreifen, mit Nikolov steht ein erfahrener zweiter Mann zur Verfügung und mit Zimmermann ein ehrgeiziger dritter. Doch nach Prölls überragender Vorrunde, nach der ihn nicht wenige als besten Torwart der Liga eingestuft hatten, warf diesen ein Rippenbruch aus der Bahn.

          Nikolov musste einspringen und tat dies zunächst gewohnt zuverlässig. Doch dann kam bei der Eintracht alles Verletzungspech zusammen. Zimmermann brach sich bei einem Spiel der Amateure die Hand, Nikolov zog sich beim Auswärtsspiel in Mönchengladbach eine Muskelverletzung zu. Die Folgen waren fatal. Die Eintracht hatte keine ernsthafte Alternative mehr auf der Bank, Nikolov konnte kaum trainieren und musste trotzdem spielen.

          Torwart-Trainer Andreas Menger, anerkannt einer der Besten seines Fachs, konnte Nikolov im Training nicht so belasten, wie es nötig gewesen wäre. Die Sicherheit ging mit der Fitness verloren, Nikolov konnte in all den letzten Spielen nicht mehr hundertprozentig überzeugen. Was natürlich nicht nur für ihn, sondern für viele seiner Kollegen gilt. Oka Nikolovs große Stärke kann sich in solchen Phasen der Unsicherheit auch ganz schnell zu einer großen Schwäche entwickeln.

          Christoph Preuß wieder kuriert

          Die Ruhe, die Nikolov ausstrahlt, führt manchmal, besonders dann, wenn er nicht hundertprozentig fit ist, zur Lethargie. Nur so sind die Schwächen vor allem bei Schüssen aus großer Distanz zu erklären. In dieser Woche nun, vor dem wichtigen Spiel gegen Alemannia Aachen, hat Andreas Menger mit den Torhütern Nikolov und Zimmermann wieder „das normale Pensum“ absolviert. Und so sind die Erwartungen von Friedhelm Funkel, „dass Oka zeigt, was er kann“, durchaus berechtigt.

          Andere können am Wochenende nicht zeigen, was sie können. Auf Markus Weissenberger wird die Eintracht definitiv verzichten müssen, auf Chris Hening und Michael Thurk sehr wahrscheinlich auch. Weissenbergers Bänderdehnung ließ in dieser Woche noch kein Training zu, Chris ist wegen Rückenschmerzen nur Fahrrad gefahren, und Thurk konnte nach einer Grippe, die sich nur langsam bessert, lediglich locker laufen. Zu wenig, um im Abstiegskampf eine wichtige Rolle spielen zu können.

          Nach diesen drei Ausfällen ist die Chance für Christoph Preuß, in den Kader zurückzukehren, sehr groß geworden. Dreieinhalb Wochen nach seinem schweren Unfall im Spiel gegen Cottbus, als ihm von den Stollen des Schuhs von Oka Nikolov der rechte Oberschenkel aufgeschlitzt worden ist, konnte Preuß ohne Hemmungen und Einschränkungen mittrainieren. Der Mittelfeldspieler ging keinem Zweikampf aus dem Weg und hinterließ durchaus den Eindruck, wieder reif für einen Einsatz im Abstiegskampf zu sein.

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