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Eintracht-Kommentar : Saison des Stillstands

Torschützenkönig in Abwesenheit: Eintracht hofft auf die schnelle Genesung von Alex Meier. Bild: dpa

Es sollte eine Runde des Umbruchs werden - doch die Saison wird für Eintracht Frankfurt zur Enttäuschung. Trainer Schaaf muss Antworten finden, das Team gehört detailliert auf den Prüfstand.

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          Gut, dass es bald vorbei ist. Ein Spiel noch, dann ist diese Rückrunde endlich geschafft. Was die Eintracht in den vergangenen Wochen, insbesondere auswärts, bot, erfüllte keine höheren Ansprüche. Auch das 0:0 in Berlin fügte sich nahtlos ein in eine Reihe seltsam emotionsloser Auftritte, die den Eindruck verstärkten, dass in dieser Mannschaft vieles nicht so funktioniert, wie es - mit Blick auf das Potential der Spieler - eigentlich möglich wäre. Nach der finalen Heimpartie gegen Leverkusen an diesem Samstag (15.30 Uhr / Sky und im Bundesliga-Liveticker von FAZ.NET) beginnt die Sommerpause. Sie dauert zweieinhalb Monate und bietet genügend Gelegenheiten, um kritisch Bilanz zu ziehen und Antworten auf die Fragen zu finden, warum dieses Team so selten in der Lage war, die (eigenen) Erwartungen zu erfüllen.

          Die Tatsache, dass es nicht ernsthafter in den Abstiegskampf verwickelt wurde, ist kein Erfolg, auf den es sich in einem Sportjahr, in dem aufgrund der Schwäche der Mitbewerber viel mehr nach oben möglich war, etwas einbilden könnte. Persönlich hat sich niemand spürbar weiterentwickelt, der Sprung aus der zweiten Reihe glückte nicht einem Ersatzmann. Ebenso ein Fakt: Kein Neuzugang - mit Ausnahme von Seferovic und Hasebe - erfüllte die Hoffnungen, die mit der Verpflichtung verbunden waren. Es sollte eine Runde des Umbruchs werden, und nun, da sie zu Ende geht, steht fest, dass es eine Saison des Stillstands wurde.

          Für das Ergebnis muss sich zuallererst der Trainer verantworten. Auch deswegen gibt es weiter Stimmen innerhalb des Klubs, die der Meinung sind, dass die Verbindung zwischen Schaaf und der Eintracht nicht die glücklichste ist. Aber auch die Mannschaft gehört detailliert auf den Prüfstand. So wie sich der Kader zuletzt präsentierte, machte der deutlich, dass er an einigen Stellen Ergänzungen und Verstärkungen benötigt: Der rechte Außenverteidigerposition ist eine Schwachstelle, der Viererkette fehlt es überhaupt an Akteuren, die nach der Balleroberung das Umschaltspiel mit klugen Pässen einleiten könnten, und Einzelkämpfer Hasebe hätte als „Sechser“ oft mehr Unterstützung gebrauchen können. Zudem müssen Meier, Kittel und Anderson bis lange in den Herbst hinein verletzt passen. Das erhöht den Handlungsdruck.

          Mindestens sechs bis acht Profis werden benötigt. Unverständlich, warum die Eintracht bislang auf dem Transfermarkt tatenlos blieb. In der Vergangenheit war sie stets bemüht, im Frühjahr erste Geschäfte abzuwickeln. Sie hat nicht so viel Geld zur Verfügung wie mancher Konkurrent. Also müsse man schneller sein als die anderen, lautete stets das Credo. In diesem Frühling herrscht jedoch Funkstille. Auch das passt ins rätselhafte Bild, das die Eintracht momentan abgibt. Durch manch laxen Auftritt büßte sie in den zurückliegenden Monaten Sympathien ein. Wenn sie nun bei der Planung der Zukunft auch noch Zeit verliert, verbessert das die Chancen auf Besserung unter neuen Vorzeichen nicht. Schaaf sagt, er freue sich schon auf die nächste Saison in Frankfurt. Das geht noch nicht jedem so.

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