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Trapp-Wechsel nach Paris : Die Eintracht kassiert so viel wie noch nie

Künftig in der Königsklasse: Kevin Trapp Bild: dpa

Mit seinem Wechsel zu Paris St.-Germain beschenkt sich Torhüter Kevin Trapp selbst – und beschert Eintracht Frankfurt Rekordeinnahmen von fast zehn Millionen Euro. Geplatzt ist hingegen der Wechsel von Sidney Sam.

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          Das ist ein schönes vorgezogenes Geburtstagsgeschenk. Was seit Freitag in der französischen Hauptstadt vertraglich entscheidend auf den Weg gebracht wurde, ist seit heute – vorbehaltlich einer letzten Unterschrift – perfekt. Der am Mittwoch 25 Jahre alt werdende Kevin Trapp verlässt die Frankfurter Eintracht und schließt sich dem Abonnementmeister Paris St. Germain (PSG) an. Erste Bilder in den sozialen Netzwerken zeigen Trapp in Paris, wo er mit dem finalen Medizincheck die letzte Hürde in eine sportlich und wirtschaftlich attraktive Zukunft genommen hat.

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Es ist kein alltäglicher Transfer eines Frankfurter Bundesligaspielers. Denn mit dem Wechsel aus der Rhein-Main-Metropole in die Weltstadt Paris beschert der Torwart der Eintracht ein gutes Geschäft: 9,5 Millionen Euro Ablöse plus erfolgsabhängige Nachzahlungen erhält der Tabellenneunte der vergangenen Saison. So viel wie noch nie in der 1899 begonnenen Vereinshistorie der Eintracht. Bislang waren die sogenannten Detari-Millionen der Rekord. Die Hessen nahmen 17 Millionen D-Mark ein, als der Ungar Lajos Detari 1988 nach Griechenland ging.

          Fünf Millionen Euro jährlich

          Trapp selbst, vertraglich ursprünglich bis zum 30. Juni 2019 an die Eintracht gebunden, wird mit seinem neuen Vierjahresvertrag fünf Millionen Euro jährlich verdienen können. PSG gehört einem finanzstarken Staatsfonds aus Qatar. Präsident Nasser Al-Khelaifi kann seit einigen Tagen wieder beherzt in die durch Gas-Millionen prall gefüllte Schatulle greifen, weil der Europäische Fußballverband die Auflagen gegen seinen Klub aufgehoben hat. PSG hatte die Grenze des sogenannten Financial Fairplay überschritten und durfte bis vor kurzem lediglich für 60 Millionen Euro Transfers tätigen.

          Der in Merzig im Saarland frankophon aufgewachsene Trapp spielte vor seinem 2012 begonnenen Eintracht-Engagement erstmals professionell in Kaiserslautern Fußball. Der Wechsel nach Frankfurt, eingefädelt vom ehemaligem FCK-Profi und aktuellen Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner, nutzte Trapp doppelt: Er setzte sich gegen das Eintracht-Urgestein Oka Nikolov durch und wurde sofort Stammtorhüter. In der vergangenen Saison übernahm er zusätzlich als Kapitän Verantwortung. Leistung und Führungsaufgabe blieben nicht im Verborgenen, denn Joachim Löw äußerte sich immer wieder lobend über die Entwicklung Trapps. „Er steht bei uns im Blickfeld“, sagte der Bundestrainer. Beim EM-Qualifikationsspiel gegen Gibraltar in Faro stand Trapp schon als dritter Torwart auf Abruf bereit.

          Über Umwege kommt Trapp nun doch noch nach Österreich. Am Samstag, als seine bisherigen Eintracht-Kollegen in das einwöchige Übungscamp in das Tiroler Stubaital flogen, schaute Trapp noch einmal in Frankfurt vorbei, um sich zu verabschieden. Am Mittwoch wird er nun selbst mit PSG in die Alpenrepublik ins Trainingslager reisen. Dort könnte er sich möglicherweise einen kleinen Vorteil gegenüber seinem Konkurrenten Salvatore Sirigu verschaffen. Der italienische Nationaltorhüter, bisher Stammkraft beim alljährlichen Champions League-Teilnehmer, wird erst am 15. Juli zur Mannschaft stoßen. Danach bricht Paris zu einer zweiwöchigen Tournee in die Vereinigten Staaten auf.

          Geplatzt ist hingegen der Wechsel von Sidney Sam zur Eintracht. Wie Hübner am Dienstagabend mitteilte seien bei dem 27 Jahre alten Offensivspieler erhöhte Nierenwerte festgestellt worden, deswegen könne die zuvor geplante Ausleihe des zum Ende der Vorsaison bei Schalke 04 suspendierten früheren Nationalspielers mit anschließender Kaufoption nicht wahrgenommen werden.

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